Ärztekammern in Südbaden und Südwürttemberg bieten verlässliche Rotation

Neue Weiterbildungsverbünde

Wer in Deutschland Hausarzt werden will, steht in der Regel vor der Aufgabe, sich die erforderlichen Weiterbildungsabschnitte in Krankenhäusern und Praxen in Eigenregie zu organisieren. Die fehlende externe Koordination der Stellenfolge bringt für die einzelnen Bewerber ein hohes Maß an Unsicherheit hinsichtlich Qualität der Weiterbildungsstellen, Wohnort und Bezahlung mit sich, ganz abgesehen vom Zeitverlust, wenn Weiterbildungsabschnitte nicht unmittelbar aneinander anschließen können.
Das Konzept der Verbundweiterbildung unterstützt junge Ärztinnen und Ärzte bei all diesen Problemen, denn mit zahlreichen Kliniken und Praxen in ganz Baden-Württemberg haben die Ärztekammern sogenannte Weiterbildungsverbünde etabliert, die kontinuierlich Weiterbildungsstellen anbieten. Parallel bereitet ein übergeordnetes Seminarprogramm angehende Hausärzte und -ärztinnen auf die Erfordernisse einer Praxistätigkeit vor. Eine landesweite Übersicht aller Verbundweiterbildungen und Seminare bietet das Kompetenzzentrum Weiterbildung Baden-Württemberg auf seiner Website.

Ende Oktober sind drei neue Weiterbildungsverbünde in den südlichen Landesteilen an den Start gegangen. - In feierlichem Rahmen schloss die Präsidentin der Bezirksärztekammer Südbaden, Dr. Paula Hezler-Rusch, mit den Vertretern des Klinikums Landkreis Tuttlingen und der niedergelassenen Ärzteschaft verschiedener Fachrichtungen eine entsprechende Kooperationsvereinbarung ab. Partner sind das Klinikum Landkreis Tuttlingen, die Initiative DonauDocs (vertreten von Dr. Sabine Härdtle) und der Ärztliche Kreisverein Tuttlingen (vertreten von Matthias Szabo). Unterstützt wird das Projekt von der Kassenärztlichen Vereinigung, vom Landratsamt Tuttlingen und vom Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität.

Das Konzept des Weiterbildungsverbunds verfolgt – insbesondere durch die Vernetzung und Zusammenarbeit verschiedener Institutionen – das Ziel, dem in naher Zukunft abzusehenden Hausärztemangels aktiv entgegenzuwirken, indem die auf den individuellen Bedarf abgestimmte Weiterbildung angehender Fachärztinnen und -ärzte für Allgemeinmedizin qualitativ hochwertig bestmöglich fünf Jahre lang gefördert werden soll.

Südwürttembergs Kammerpräsident Prof. Dr. Marko Wilke und die Ärzteschaften Alb-Donau und Ulm (vertreten durch deren Vorsitzenden Dr. Sophia Blankenhorn und Dr. Norbert Fischer) gründeten gleich zwei Verbünde: zum einen mit dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm und zum anderen einen „Megaverbund“ mit dem Universitätsklinikum Ulm, der Agaplesion Bethesda Klinik Ulm und dem Alb-Donau-Kreis-Krankenhaus. Als Clearingstelle fungiert das Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Ulm, und auch hier sind niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie der Landkreis eingebunden.
Die „verlässliche Rotation“, also die gesamte Weiterbildung ohne Umzug und ohne erneute Bewerbung, soll durch Kooperation von stationären und ambulanten Weiterbildungsstätten eine breite und qualitativ hochwertige Qualifikation sicherstellen. Große Hoffnung wird in den sogenannten „Klebeeffekt“ gesetzt, also den Umstand, dass Absolventen sich möglichst auch in der Region beruflich niederlassen, um die hausärztliche Versorgung dauerhaft sicherzustellen.

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Südbaden: Dr. M. Kotzerke, M. Szabo, Dr. S. Freytag, Dr. J, Fechner, Prof. Dr. A. Maun, Dr. M. Bischoff, Dr. S. Härdtle, Kammerpräsidentin Dr. P. Hezler-Rusch, Dr. J. Schmidt, Dr. U. Voshaar, B. Mager, C. Dettinger, S. Broschk


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Südwürttemberg: Dr. M. Hannemann, Dr. S. Blankenhorn, Dr. N. Fischer, Kammerpräsident Prof. Dr. M. Wilke, Prof. U. X. Kaisers, W. Schneider, Prof. Dr. M. Denkinger, Prof. Dr. A. Barzel, Dr. M. Jamour, H. Scheffold

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letzte Änderung am 02.11.2021