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23. Februar 2026

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Starke Partnerschaft

Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin im Main-Tauber-Kreis erfolgreich gegründet

Teilnehmende der Gründungsveranstaltung des Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin im Main-Tauber-Kreis© Landratsamt Main-Tauber-KreisTeilnehmende der Auftaktveranstaltung bei der Gründung des neuen Weiterbildungsverbunds

Mit dem Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Main-Tauber-Kreis soll die
hausärztliche Versorgung im Ländlichen Raum langfristig gesichert und jungen
Medizinerinnen und Medizinern eine attraktive Perspektive geboten werden. Dr. Jürgen de Laporte, Präsident der Bezirksärztekammer Nordwüttemberg, Landrat Christoph Schauder, Vertreter der Kliniken sowie der niedergelassenenÄrzteschaft trafen sich im Landratssamt in Tauberbischofsheim zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrags.

„Für junge Kolleginnen und Kollegen ist die Sicherheit einer durchgehenden
Weiterbildung das entscheidende Kriterium. Durch den Verbund nehmen wir ihnen die
bürokratische Last ab, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: die
Medizin und ihre Patienten hier im Main-Tauber-Kreis“, betonte Dr. de Laporte.

Starkes Signal für die medizinische Versorgung

„Dieser Vertrag ist nicht nur ein formaler Startschuss, sondern ein starkes Signal für eine
nachhaltige und flächendeckende medizinische Versorgung in unserem Landkreis. Der
Weiterbildungsverbund schafft elementare Synergieeekte zwischen den beteiligten
Partnern und bietet jungen Medizinern ein attraktives und abwechslungsreiches Umfeld
für eine Ausbildung und spätere Niederlassung. Wir haben die Herausforderungen in
unserem Flächenlandkreis erkannt und gestalten aktiv Lösungen: vorausschauend,
kooperativ und regional verankert“, betonte Landrat Christoph Schauder.

Die Überalterung der Ärzteschaft im Landkreis und der damit einhergehende
Handlungsbedarf sprechen eine klare Sprache: Aktuell praktizieren im Main-Tauber-
Kreis 92 Hausärztinnen und -ärzte. Die Altersstruktur bereitet jedoch Sorgen, denn 42 Prozent dieser Medizinerinnen und Mediziner sind bereits über 60 Jahre alt und werden in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Lediglich 36 Prozent der Hausärzteschaft sind jünger als 50 Jahre. Besonders in den ländlicheren Regionen abseits der Städte Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim ist die Versorgungsdichte bereits jetzt geringer. „Wir stehen vor einem tiefgreifenden Generationswechsel. Für diesen Wechsel benötigen wir eine starke und
zukunftsorientierte Partnerschaft mit einem stabilen Fundament. Es ist unser
gemeinsames Ziel, junge Medizinerinnen und Mediziner von der Region zu überzeugen und vor allem vor Ort zu binden. Ich danke allen Beteiligten für dieses wichtige Engagement“, ergänzte Landrat Schauder.

Weiterbildung „aus einem Guss"

Der neue Weiterbildungsverbund soll angehenden Hausärztinnen und Hausärzten Weiterbildungsmöglichkeiten „aus einem Guss“ im Landkreis ermöglichen. Dank der
Kooperation sind junge Ärztinnen und Ärzte nicht dazu gezwungen, ihre Ausbildungsstationen in
aufwendiger Eigenregie selbst zusammenstellen, sondern erhalten einen strukturierten
Rotationsplan mit Ausbildungsstationen in Kliniken und Praxen.

Eine wichtige Rolle kommt der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz im Gesundheitsamt des Ladratsamtes zu, die die Koordination des Verbundes übernimmt. Zuvor hatte deren Lenkungskreis bereits im Oktober 2025 den Weg für diesen Zusammenschluss geebnet. „Die Geschäftsstelle übernimmt maßgeblich die Koordinierung, das Marketing und die Akquise für die beteiligten Krankenhäuser und die niedergelassenen Praxen. Mit dem Neustart und der Stellenbesetzung im vergangenen Jahr konnte die Initiative seitens der Kreisärzteschaft
Mergentheim aus Juni 2025 unverzüglich aufgegriffen werden“, betonte Sozialdezernentin Elisabeth Krug.

Viele Partner beteiligt

An dem Verbund beteiligen sich als klinische Partner das Caritas-Krankenhaus und das
Diabeteszentrum in Bad Mergentheim, das Krankenhaus Tauberbischofsheim sowie das
Bürgerspital Wertheim. Hinzu kommen zum Start bereits 13 weiterbildungsbefugte
Hausarztpraxen aus dem Landkreis. 

Der Weiterbildungsverbund bietet Planungssicherheit, kurze Wege und eine enge
Vernetzung. Neben der fachlichen Qualifikation unterstützt der Verbund auch bei der
Niederlassung und bietet soziale Vernetzungsmöglichkeiten. Unterstützt wird das Projekt von dem Kompetenzzentrum Weiterbildung Baden-Württemberg und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.