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Wahlunterlagen gehen den Mitgliedern im November zu

 Geben Sie uns Ihre Stimme!

Alle vier Jahre finden die Ärztekammer-Wahlen in Baden-Württemberg statt, so auch im Jahr 2022. Es handelt sich um eine Briefwahl.

Die Wahlunterlagen werden spätestens am Freitag, 11. November 2022 verschickt. Die Wahlfrist läuft dann bis 2. Dezember 2022, 24:00 Uhr.

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Kammerwahl der LAEK BW - Wahlvorschlag erfassen

                                                                              Kammermitglieder können hier Ihren Wahlvorschlag online erfassen:

Erfassen Sie im Auftrag über einen Verband einen Wahlvorschlag, können Sie Ihre Zugangsdaten in den nächsten Tagen über folgendes Formular beantragen

Im November 2022 ist es wieder soweit: mittels Briefwahl entscheiden die Ärztinnen und Ärzte in Nordwürttemberg, Nordbaden, Südbaden und Südwürttemberg über die Zusammensetzung ihrer Bezirks-Vertreterversammlungen.

An dieser Stelle informieren wir über alle wichtigen Aspekte der Wahlen, beschreiben aber auch das vielfältige Aufgaben- und Leistungsspektrum der Ärztekammern.

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Das ist besonders wichtig

Kammerwahl-Stimmzettel

  • werden den Wahlberechtigten unaufgefordert postalisch zugeschickt
  • Endzeitpunkt für die Ausübung des Wahlrechts ist:
    Freitag, 2. Dezember 2022, 24 Uhr
  • können voraussichtlich im Oktober schon online eingesehen werden
  • häufig gestellte Fragen dazu werden in unserem FAQ beantwortet
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Für Wahlbewerber

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg wird ihren Mitgliedern zur Kammerwahl im November 2022 wieder die Möglichkeit bieten, Wahlvorschläge online vorzubereiten. Für Einreichende von Wahlvorschlägen bietet dieses Verfahren ganz wesentliche Vorteile gegenüber dem manuellen Ausfüllen von Formularen: Der Erfassungsaufwand reduziert sich erheblich und es werden potenzielle Erfassungsfehler vermieden. Am Ende liegen fertige Formulare zur Einreichung beim Bezirkswahlausschuss vor, die nur noch unterschrieben und verschickt werden müssen.

Hier können Sie Wahlvorschläge ganz bequem online erfassen.

PDF-Formulare für die Erstellung von Wahlvorschlägen finden eingeloggte Mitglieder bereits jetzt bei den Wahlbekanntmachungen ihrer jeweiligen Bezirksärztekammer.

Ferner sind Einverständniserklärungen für Wahlbewerber sowie die dazugehörige Datenschutzerklärung verfügbar.

Wahlbewerber können zu Sonderkonditionen im Ärzteblatt Baden-Württemberg werben. Weitere Informationen hier.

Termine der Kammerwahl 2022

  • ListItem
    Stichtag für die Aufnahme der Wahlberechtigten in die Wählerlisten (§ 12 Abs. 1 Wahlordnung): Dienstag, 31. Mai 2022
  • ListItem
    Auflegung der Wählerlisten (§ 12 Abs.2 Wahlordnung): Mittwoch, 1. Juni 2022 bis Dienstag, 14. Juni 2022
  • ListItem
    Einreichung der Wahlvorschläge bei den Bezirkswahlleitern (§ 3 Abs. 1 Wahlordnung, § 15 Abs. 1 Wahlordnung, § 16 Abs. 1 Wahlordnung): bis Freitag, 7. Oktober 2022, 24 Uhr
  • ListItem
    Versand der Wahlunterlagen spätestens am Freitag, 11. November 2022
  • ListItem
    Endzeitpunkt für die Ausübung des Wahlrechts ist Freitag, 2. Dezember 2022, 24 Uhr
  • ListItem
    Konstituierende Vertreterversammlung der Bezirksärztekammern am Samstag, 11. Februar 2023
  • ListItem
    Konstituierende Vertreterversammlung der Landesärztekammer am Samstag, 4. März 2023
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FAQ zur Kammerwahl

"Wie sieht der Stimmzettel aus...?"
"Wie kann ich mich für die Kammerwahl als Bewerber aufstellen...?"
"Wann liegt das Wahlergebnis vor...?"
Wahlordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg

Diese und viele weitere häufig gestellte Fragen beantworten wir ausführlich auf dieser Seite in unserem FAQ. Klicken Sie rein!

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Bekanntmachungen der Bezirkswahlleiter für die Bereiche der einzelnen Bezirksärztekammern

Amtliche Bekanntmachungen zur Kammerwahl





Superwahljahr 2022 in den ärztlichen Körperschaften in Baden-Württemberg

ÄBW-Sonderkonditionen für Wahl-Anzeigen

Das Jahr 2022 ist ein besonderes Jahr für die Ärzteschaft in Baden-Württemberg. Gleich zwei Mal werden Ärztinnen und Ärzte aufgefordert sein, ihre Stimme abzugeben und über die künftige Zusammensetzung ihrer Ärzteparlamente zu entscheiden: Im Juli steht die Wahl der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg an, und im November beginnt die Zeit der Ärztekammerwahlen. 2022 ist damit ein „Superwahljahr“ für die Ärztinnen und Ärzte im Südwesten.
Die Herausgeber des Ärzteblattes haben beschlossen, die Schaltung von wahlbezogenen Anzeigen in bestimmten ÄBW-Ausgaben zu stark vergünstigten Sonderkonditionen zu ermöglichen, damit sich möglichst viele Wählerinnen und Wähler über die „Programmatik“ und die „Köpfe“ der Wahlbewerber informieren können.

Passend zu den Wahlen in Kassenärztlicher Vereinigung beziehungsweise Ärztekammer erscheinen im Juni und Juli beziehungsweise im Oktober und November in den regulären ÄBW-Ausgaben sogenannte „Wahlspezials“ als „Heft-im-Heft“. Darin informieren die Kassenärztliche Vereinigung beziehungsweise Ärztekammer redaktionell über die unmittelbar anstehenden Wahlen. In diesen Wahlspezials können beispielsweise Wahllisten, Verbände und Wahlbewerber zu stark vergünstigten Konditionen für sich werben. Anzeige(n) für die „Wahlspezials“ werden beim Gentner Verlag beauftragt.

Weitere Informationen: www.ärzteblatt-bw.de

Wer im November 2022 seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer auch weiterhin schlagkräftig zu halten.

Pandemiekoordination: Ärztliche Schlagkraft sicherstellen

Kranke behandeln, Testungen vornehmen, Impfungen verabreichen, stationäre und ambulante Versorgungsstrukturen sichern: Die Ärzteschaft steht gerade in Gesundheitskrisen an vorderster Front. Die Coronapandemie führt dies klar vor Augen. Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Teams nehmen in Praxen, Kliniken, Behörden und Betrieben eine zentrale Stellung ein, um eine adäquate Patientenversorgung zu sichern und die Bevölkerung bestmöglich vor Erkrankung zu schützen.

Eine starke und autonome ärztliche Selbstverwaltung ist hierfür unerlässlich. Denn die Kammer ist das organisatorische Rückgrat der Ärzteschaft – auch und gerade im Kampf gegen Pandemien. Durch die Expertise ihrer Mitglieder, durch tiefgehende Vernetzungsstrukturen und durch lokale und regionale Eingebundenheit ist sie in der Lage, auf allen Ebenen schnell und umfassend auf Anforderungen und Engpässe in der Gesundheitsversorgung zu reagieren. Durch das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt kann ärztliches Know-how schnell dorthin gebracht werden, wo es gebraucht wird. Dabei managt die Kammer Prozesse, sichert ärztliche Schlagkraft und trifft Entscheidungen fachlich fundierter und ausgewogener, als es eine externe Verwaltung je könnte – dies macht die ärztliche Selbstverwaltung gerade in Krisenzeiten wichtiger denn je.

Die Coronapandemie zeigt deutlich auf, wie effektiv und pragmatisch in Baden-Württemberg Herausforderungen angegangen und Lösungen angeboten wurden. Nicht unterschätzt werden darf die Rolle des Austauschs: Zum einen waren und sind Vorstände sowie weitere Funktionsträger der Kammer seit Pandemiebeginn kontinuierlich in Gesprächskreisen und Arbeitsgemeinschaften außerhalb der eigenen Verwaltungsstrukturen eingebunden. Dort können sie mit ihren Partnern aus Politik und aus dem Gesundheitswesen debattieren und sicherstellen, dass ärztliches Know-how berücksichtigt wird. Zum anderen sorgt die Selbstverwaltung auch für kontinuierlichen internen Austausch, indem sie Online-Gesprächsformate zwischen Landesärztekammer, Bezirksärztekammern und den Ärzteschaften der einzelnen Regionen organisiert. Dies gibt Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit, sich kollegial auszutauschen und Best-Practice-Beispiele aus anderen Regionen für die eigene Arbeit vor Ort nutzbar zu machen. Dieses wertschätzende Miteinander und die professionelle Art des Austauschs verleihen Entscheidungen die nötige fachliche Fundiertheit in der gebotenen Schnelligkeit.


Nachfolgend einige Beispiele der Pandemiekoordination in Coronazeiten: Im Frühjahr 2020 startete die Kammer einen Aufruf zur Mithilfe und fragte vornehmlich Ärztinnen und Ärzte außerhalb der Regelversorgung, ob sie bei der Virusbekämpfung vor Ort unterstützen könnten – etwa in Gesundheitsämtern oder bei der Krankenversorgung vor Ort. Organisationen, Institutionen und Behörden hatten die Möglichkeit, sich mit ihrem Hilfegesuch an die Kammer zu wenden. Die Kammer bündelte Anfragen und leitete sie gezielt in ihre Netzwerke. Der Aufruf zur Hilfe wurde kontinuierlich ausgebaut und angepasst; später ging es beispielsweise auch darum, bei der Impfaufklärung zu unterstützten. Die Kammer nahm ihre Scharnierfunktion wahr und brachte diejenigen, die Hilfe anboten, mit denjenigen, die Unterstützung benötigten, zusammen. Insgesamt meldeten sich über 7.000 unterstützungswillige Ärztinnen und Ärzte.

Mit der Zeit verfeinerte die Kammer die Prozesse weiter. Anfang 2021 stellte sie das Stellenportal „IZmed“ zur Verfügung, das ein passgenaues Zusammenfinden von Impfzentren, die ärztliches Personal benötigten, und hilfsbereiten Ärztinnen und Ärzten ermöglichte. Die Zentren konnten Stellengesuche direkt im Portal platzieren. Daraufhin konnten sich Interessenten zurückmelden und direkten Kontakt herstellen. Das fachliche Know-how, das umfassende Verständnis von Prozessabläufen im Gesundheitswesen und die lokale / regionale Eingebundenheit stellten sich im Pandemiemanagement als große Stärken der ärztlichen Selbstverwaltung heraus.

Ebenfalls zum Tragen kamen diese Stärken, als es um das Organisieren von Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel ging. Beides waren gerade zu Pandemiebeginn knappe Güter und wurden dringend von Ärztinnen und Ärzten und ihren Teams benötigt. Auch hier konnte die Kammer im engen Austausch mit ihren Partnern im Gesundheitswesen dabei helfen, Hilfsmöglichkeiten auszuloten und vorhandene Mängel auszugleichen.

Vor dem Start der Schutzimpfungen gegen das Coronavirus ging es darum, den Aufbau der Impfzentren im Land mit zu organisieren. Zusätzlich zur ärztlichen Personalvermittlung, die die Ärztekammer durch ihr Stellenportal maßgeblich unterstützte, stellten sich noch andere Fragen: Wie sollte der Rahmen aussehen, in dem Ärztinnen und Ärzte in den Impfzentren tätig werden konnten? Was gab es organisatorisch, finanziell und rechtlich zu beachten? Auch hier war die ärztliche Selbstverwaltung in alle Planungen hinsichtlich der Rahmenbedingungen eingebunden und verschaffte ihren Mitgliedern notwendige Sicherheiten.

Es gibt weitere Belege, die das Funktionieren der Kammerstrukturen zu Krisenzeiten dokumentieren: Als beispielsweise ersichtlich wurde, dass die Corona-Krise der Telemedizin große Dringlichkeit verlieh, sorgte die Selbstverwaltung für eine neue Regelung hinsichtlich der ausschließlichen ärztlichen Fernbehandlung in der ärztlichen Berufsordnung. Damit machte sie den Weg dafür frei, dass Ärztinnen und Ärzte im Land ihre Patienten per Telefon, Chat und/ oder Videogespräch behandeln konnten. Darüber hinaus setzte sie hinsichtlich des Bevölkerungsschutzes Akzente – etwa durch ihr Mitwirken bei der Einführung der Maskenpflicht bei der Öffnung nach der ersten „Welle“ in enger Abstimmung mit dem Sozialministerium oder durch ihre Begleitung von Studien zu Corona-Schutzimpfstoffen durch die Ethikkommission der Landesärztekammer.

Auch in puncto Öffentlichkeitsarbeit war die Kammer war bei Medien und in der breiten Bevölkerung stets als kompetenter Ansprechpartner gefragt, um medizinisches Wissen zu vermitteln und Zusammenhänge zu erklären. Besonders denjenigen, die ohne medizinische Vorkenntnisse plötzlich mit Pandemiekurven, Infektionsdynamiken, Hygieneanforderungen und weiteren Fachbegriffen aus dem Gesundheitssektor konfrontiert waren, konnte auf diese Weise Orientierung in einer schwierigen Zeit gegeben werden.


All die beschriebenen Aktivitäten legen Zeugnis davon ab, dass auf die ärztliche Selbstverwaltung – auch und gerade in Zeiten großer Belastungen – Verlass ist. Den „Corona-Stresstest“ hat sie vor allem wegen ihrer Stärken – einer Kombination aus Sachverstand, Vernetzung und regionale beziehungsweise lokale Nähe – bestanden. Damit dies so bleibt und das ärztliche Selbstverwaltungsrecht ohne staatliche Einflussnahme weiter ausgeübt werden kann, sind alle Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, sich aktiv an der Kammerwahl 2022 zu beteiligen. Wer im November seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer auch weiterhin schlagkräftig zu halten.


Wer im November 2022 seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer auch weiterhin schlagkräftig zu halten.

Weiterbildung sichert Qualität der ärztlichen Arbeit

Ziel der ärztlichen Weiterbildung ist der geregelte Erwerb eingehender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten für definierte Tätigkeiten nach Abschluss des Medizinstudiums. Die Weiterbildung erfolgt im Rahmen mehrjähriger Berufstätigkeit unter Anleitung zur Weiterbildung befugter Ärztinnen und Ärzte und wird grundsätzlich mit einer Prüfung abgeschlossen.

Eine der historisch gewachsenen Kernaufgaben der Ärztekammern ist es, die Durchführung der ärztlichen Weiterbildung zu regeln. Die gesetzliche Grundlage hierfür liefert hierzulande das Heilberufe-Kammergesetz des Landes Baden-Württemberg. Es schreibt den Kammern unter anderem die Aufgabe zu, die Weiterbildung der Kammermitglieder regeln. Damit hat der Staat der Ärztekammer mit der Befugnis ausgestattet, sich um alle Fragen der Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten umfassend zu kümmern.

Der Gedanke dahinter: Ärztinnen und Ärzte wissen als Spezialisten im Beruf am besten, wie die Dinge für den ärztlichen Nachwuchs geregelt sein sollten. Sie kennen die Rahmen- und Begleitumstände des ärztlichen Wirkens aus eigener Erfahrung und können dies bei der Ausgestaltung der Weiterbildungsmodalitäten einfließen lassen. Dies sichert eine optimale Patientenversorgung. Außerdem kann so die Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses praxisnah und qualitativ auf höchstem Niveau erfolgen.


Damit die ärztliche Weiterbildung am Puls der Zeit bleibt, muss sie kontinuierlich überprüft und angepasst werden. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat im November 2019 ihre Weiterbildungsordnung (WBO) – auf Basis der vom Deutschen Ärztetag beschlossenen Muster-Weiterbildungsordnung - modernisiert und damit festgelegt, auf welcher Grundlage sich Ärztinnen und Ärzten zu Fachärztinnen und -ärzten weiterbilden. Gleichzeitig bestimmt die Weiterbildungsordnung den Rahmen, in dem sich Weiterzubildende und Weiterbildungsbefugte bewegen.

Die neue Weiterbildungsordnung trat in Baden-Württemberg am 1. Juli 2020 in Kraft und ist in 51 Facharztweiterbildungen, zehn Schwerpunktbezeichnungen und 58 Zusatzweiterbildungen gegliedert. Sie ermöglichte eine neue Qualität der Facharzt-Weiterbildung, da sie flexibler ist und sich stärker an Kompetenzen orientiert. . – Die vermittelten Inhalte wurden wichtiger als Richtzahlen. Die zu erwerbenden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten wurden aufgeteilt in Kognitive und Methodenkompetenzen (Kenntnisse) sowie in Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten). Stationäre Weiterbildungszeiten wurden nur noch dort festgelegt, wo sie zwingend erforderlich sind; die ambulante Weiterbildung weiter flexibilisiert.

Die modernisierte baden-württembergische Weiterbildungsordnung fußt (wie erwähnt) auf der Musterempfehlung des Deutschen Ärztetags, der jahrelange Beratungen vorausgegangen waren. Die Orientierung an dieser Musterweiterbildungsordnung gewährleistet, dass sich Ärztinnen und Ärzte in ganz Deutschland nach ähnlichen Vorgaben zur Fachärztin beziehungsweise zum Facharzt weiterbilden lassen können. Damit wird auch der Wechsel vom einen ins andere Bundesland während der Weiterbildungszeit erleichtert.


Zur Dokumentation des Weiterbildungs-Wegs steht das eLogbuch zur Verfügung. Es ist eine elektronische Plattform, über die vom Weiterzubildenden insbesondere Weiterbildungsinhalte und -fortschritte dokumentiert werden müssen. Das eLogbuch erleichtert die Kommunikation zwischen weiterzubildenden und weiterbildenden Ärztinnen und Ärzten enorm, da es Planungen vereinfacht, Kontinuität und Transparenz ermöglicht sowie den in der Weiterbildung nötigen Dialog auf ein der Zeit angemessenes Level hebt.

Das eLogbuch steht in Baden-Württemberg seit dem 1. Januar 2021 für alle Weiterbildungen zum Erwerb einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Zusatzbezeichnung zur Verfügung Weiterzubildende und Weiterbilder können das eLogbuch über den Mitgliederbereich der Landesärztekammer erreichen. Die Kammer hat auf ihrer Website darüber hinaus nützliche Informationen und hilfreiche Anleitungen zur Bedienung des eLogbuchs gebündelt und beantwortet dort auch häufig gestellte Fragen.


So, wie gesellschaftliche Entwicklungen, medizinischer Fortschritt und Innovationen in der Arbeitswelt Dynamiken unterworfen sind, verändern sich auch die Rahmenbedingungen stetig, unter denen sich ärztlicher Nachwuchs weiterzubilden hat. Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Teilzeitarbeit, Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Arbeitsorte, Digitalisierung, neue Technologien für Therapieverfahren – dies alles und mehr gehört dazu. Die Ärzteschaft wird daher auch weiterhin darauf achten, ihre Weiterbildung allen Anforderungen anzupassen und sie somit zukunftsfest zu machen. Umso deutlicher tritt zutage, dass es eine ärztliche Standesvertretung braucht, die die Gegebenheiten nicht nur „vom Hörensagen“ her kennt. Sie muss stattdessen aus praktischer Erfahrung schöpfen und die Belange und Bedürfnisse ihrer Mitglieder aus erster Hand kennen. Die autonome ärztliche Selbstverwaltung, wie wir sie kennen, nimmt diese Aufgabe wahr. Sie unterstützt die bestmögliche Betreuung und Begleitung junger Ärztinnen und Ärzte und sorgt für eine praxisnahe, ausdifferenzierte und gut vorbereitete Etablierung in der ärztlichen Lebenswelt.

Damit dies so bleibt und das ärztliche Selbstverwaltungsrecht ohne staatliche Einflussnahme weiter ausgeübt werden kann, sind alle Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, sich aktiv an der Kammerwahl 2022 zu beteiligen. Wer im November per Briefwahl seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer auch weiterhin schlagkräftig zu halten und die Zukunft der Ärzteschaft zu sichern.


Ärztekammer-Wahlen 2022 für die Ärzteschaft von großer Bedeutung

Fortbildung stärkt ärztliche Kompetenzen

Medizin entwickelt sich beständig weiter. Innovative Forschungsansätze, neue Diagnoseverfahren im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung, immer ausgefeiltere Therapieverfahren und sich erweiternde und verästelnde ärztliche Aufgabenfelder sind nur einige Beispiele hierfür. Für Ärztinnen und Ärzte ist es daher in ihrem Berufsleben essenziell, auf der Höhe der medizinischen Wissenschaft und der aktuellen Anwendungen zu bleiben – denn nur dies garantiert optimale Patientenversorgung. Konkret geht es darum, neue fachspezifische, interdisziplinäre und fachübergreifende Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Das macht Fortbildung zu einem immanenten Bestandteil ärztlicher Tätigkeit, der Kenntnisse erweitert und vertieft und berufliche Entfaltungsmöglichkeiten eröffnet.

Die durch die Ärztekammer geregelte ärztliche Fortbildungsverpflichtung garantiert, dass Ärztinnen und Ärzte auf dem aktuellen Stand bleiben und allen Herausforderungen gewachsen sind. Die Rahmenbedingungen hierfür definieren das baden-württembergische Heilberufe-Kammergesetz, das die staatlichen und standesrechtlichen Aufgaben der Ärztekammern umschreibt, die baden-württembergische ärztliche Berufsordnung sowie die Fortbildungsordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg. § 4 der Berufsordnung verpflichtet ihren Beruf ausübende Ärztinnen und Ärzte dazu, sich in dem Umfang fortzubilden, wie es zur Erhaltung und Entwicklung der zu ihrer Berufsausübung erforderlichen Fachkenntnisse notwendig ist. Ärztliche Fortbildung ist in der Selbstverwaltung umfassend geregelt. – Außerdem verpflichtet auch das Sozialgesetzbuch V alle in der Patientenversorgung tätigen Ärztinnen und Ärzte zum regelmäßigen Fortbildungsnachweis.


Die Fortbildungsabteilung der Landesärztekammer und die Akademien der Bezirksärztekammern halten ein vielfältiges und differenziertes Veranstaltungsangebot vor, aus dem Ärztinnen und Ärzte passende Fortbildungen auswählen können. Notfalltraining, Palliativ- oder Reisemedizin, suchtmedizinische Grundversorgung, Stressbewältigung, Kommunikationsstrategien, Anwendung der elektronischen Patientenakte, Umgang mit Demenz, Bestellung zum Hygienebeauftragten Arzt, Impfen, Sonographie, Berufsrecht – dies alles und viel mehr gehört zum Angebot der Landesärztekammer und ihrer Bezirksärztekammern. Daneben gibt es viele externe Veranstaltungen, für die nach formaler Prüfung durch die Fortbildungsabteilung der Landesärztekammer mit Fortbildungspunkte anerkannt werden können.

Die Fortbildungspunkte werden auf dem ärztlichen Fortbildungskonto entweder durch automatische Meldung über den Elektronischen Informationsverteiler oder über Selbsteintrag der Ärztinnen und Ärzte gutgeschrieben. Der Gesamtpunktestand sowie jeweils der Titel der absolvierten Fortbildungsveranstaltung und die dazugehörigen Punkte sind nach dem Login im persönlichen Bereich der Landesärztekammer jederzeit individuell einsehbar.

Die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung lässt sich mit dem Fortbildungszertifikat nachweisen, das Ärztinnen und Ärzte bei Erreichen der erforderlichen 250 Fortbildungspunkte ebenfalls im Mitgliederbereich der Landesärztekammer beantragen. Wer an der kassenärztlichen Versorgung teilnimmt, kann die automatische Übermittlung des Zertifikates an die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) beantragen. KVBW und Kammer arbeiten auch hier eng zusammen.


Die Mitglieder können im Rahmen eines Serviceangebots der Kammer Fortbildungsveranstaltungen zielgerichtet suchen. Hierfür steht ein – auch über die Website der Landesärztekammer zugängliches – von der Bundesärztekammer betriebenes Internetangebot zur Verfügung. Mithilfe einer Suchmaske lassen sich jederzeit passende Fortbildungsmaßnahmen im gesamten Bundesgebiet finden.

Die Strukturen der ärztlichen Selbstverwaltung stellen sicher, dass die Ärzteschaft in Sachen Fortbildung an zentraler Stelle eingebunden bleibt. Im Ausschuss „Fortbildung“ beraten Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Bereichen regelmäßig Fragen rund um die ärztliche Fortbildung. Themenschwerpunkte der Ausschussarbeit sind insbesondere eLearning, Interessenskonflikte in der ärztlichen Fortbildung, die Fortbildungsnachweispflicht, die einheitlichen Bewertungskriterien, curriculare Fortbildungen, Fortbildungen im Ausland, spezielle Fälle der Anerkennung, Zielgruppenproblematik und Umgang mit Sponsoring.


Die ärztliche Selbstverwaltung zeichnet sich auch durch Schnelligkeit und Flexibilität im Umgang mit ihrem Fortbildungsangebot aus. Beispiel Corona: Als die Pandemie Baden-Württemberg im Frühjahr 2020 mit voller Wucht traf und Hygiene- und Distanzregeln zum Bevölkerungsschutz in Kraft traten, mussten naturgemäß auch viele Präsenz-Fortbildungsmaßnahmen für Ärztinnen und Ärzte abgesagt werden. Allerdings baute auch die Kammer im Verlauf des Pandemiegeschehens zügig ein Onlineangebot auf. Auf diese Weise ist es den Mitgliedern nun möglich, virtuell und per Livestream an Veranstaltungen teilzunehmen und Punkte zu sammeln.

Zusammenfassend liegt Fortbildung als ärztliches Kernthema in der Verantwortung der Selbstverwaltung. Die Ärztinnen und Ärzte kennen den Fortbildungsbedarf der Mitglieder am besten. Die ärztliche Selbstverwaltung ist damit jeder anderen Verwaltungsform, die ärztliches Wirken nur „vom Hörensagen“ her kennt, einen großen Schritt voraus. Damit dies so bleibt und das ärztliche Selbstverwaltungsrecht ohne staatliche Einflussnahme weiter ausgeübt werden kann, sind alle Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, sich aktiv an der Kammerwahl 2022 zu beteiligen. Wer im November seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer auch weiterhin schlagkräftig zu halten.


Ärztekammer-Wahlen 2022 für die Ärzteschaft von großer Bedeutung

Zukunft sichern: Medizinische Fachangestellte

Medizinische Fachangestellte (MFA) sind als Dreh- und Angelpunkt bei der Patientenversorgung insbesondere im niedergelassenen Bereich unverzichtbar. Sie unterstützen in allen Bereichen: ob am Empfang, bei der Behandlung oder bei der Verwaltung im Hintergrund. Jede Ärztin und jeder Arzt weiß: Ohne gute Mitarbeiter ist ein reibungsloser Praxisbetrieb völlig undenkbar.

Die Ärztekammer ist an zentraler Stelle beteiligt, damit dies auch zukünftig so bleibt. Denn der Kammer ist nach dem Berufsbildungsgesetz die zuständige Stelle für die Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten. Die ärztliche Selbstverwaltung trägt damit viel dazu bei, die Breitenausbildung von qualifizierten nichtärztlichen Nachwuchskräften zu sichern und den Gesundheitssektor zukunftsfest zu halten.


Die Tätigkeit der Medizinischen Fachangestellten hat sich zu einem vielseitigen und modernen Assistenzberuf entwickelt. Nicht nur in der klassischen Arztpraxis, sondern auch in der Klinik, im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und im ambulanten OP-Zentrum stehen den gesuchten Fachkräften alle Türen offen. Mittlerweile bestehen gute berufliche Aufstiegsperspektiven durch Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung zum/zur Nichtärztlichen Praxisassistenten/in (NäPa), zum/zur Versorgungsassistenten/in der Hausarztpraxis (VERAH), zum/zur Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung oder zum Entlastungsassistenten/in der Facharztpraxis (EFa).

Umso wichtiger ist es, dass die Ärztekammer bei der Ausbildung für diesen modernen Assistenzberuf alle nötige Sorgfalt walten lässt und ihr Know-how einbringt. Konkret sind die vier Bezirksärztekammern „im operativen Geschäft“ verantwortlich für die Organisation, Überwachung und Qualität der MFA-Ausbildung. Berufsausbildungsverträge prüfen und Registrierungen in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse vornehmen, Prüfungen planen und durchführen, die Einhaltung der für die Ausbildung maßgeblichen Rechtsvorschriften überwachen (Ausbildungsverordnung, Prüfungsordnung etc.), Ausbildungsberater benennen, die bei Konflikten zwischen Auszubildenden und Ausbildern vermitteln – dies alles und mehr gehört dazu. Darüber hinaus ist die Kammer Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Ausbildung (Verkürzungsmöglichkeiten, vorzeitige Zulassung zur Prüfung etc.). Welche Bezirksärztekammer im Speziellen für die MFA-Ausbildung zuständig ist, richtet sich nach dem Sitz des Ausbildungsbetriebes. Festzuhalten ist außerdem, dass die Bezirksärztekammern ein breit gefächertes Fortbildungsangebot für Medizinische Fachangestellten bereithalten. Damit werden die Nachwuchskräfte auch bei ihrer späteren beruflichen Entfaltung nachhaltig unterstützt.

Die eigentliche Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten findet dual statt und dauert drei Jahre. Während dieser Zeit besuchen die Auszubildenden die Berufsschule und ihren Ausbildungsbetrieb. Jede/Jeder den Beruf ausübende approbierte Ärztin/Arzt darf Medizinische Fachangestellte ausbilden – damit ist die Ärzteschaft auch an der praktischen Vermittlung zentraler Lerninhalte beteiligt. Der Berufsschulunterricht findet immer an bestimmten Wochentagen oder in Blöcken statt. Dort werden den Auszubildenden die Grundlagen vermittelt, die sie als Medizinische Fachangestellte benötigen. Die restliche Zeit arbeiten die Auszubildenden in ihren Ausbildungsbetrieben (beispielsweise Praxen niedergelassener Ärzte, Kliniken, andere Versorgungseinrichtungen) und setzen Erlerntes praktisch um.

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht die schriftliche Zwischenprüfung und nach insgesamt drei Ausbildungsjahren die Abschlussprüfung an. 2021 registrierten die vier Bezirksärztekammern insgesamt 2.090 Auszubildende, die sich der MFA-Abschlussprüfung stellten. 97 Prozent von ihnen absolvierten die Prüfung erfolgreich. Dieser Wert belegt die tiefe Eingebundenheit der Ärzteschaft in die Ausbildung ihrer Medizinischen Fachangestellten.


Die intensive ärztliche Beschäftigung mit der MFA-Ausbildung wird noch an weiteren Stellen deutlich. So hat die Landesärztekammer mit dem Ausschuss „Medizinische Fachberufe“ und dem Berufsbildungsausschuss zwei Expertengremien eingerichtet, die das Thema kontinuierlich begleiten. Bei der Arbeit der Ausschüsse geht es unter anderem darum, Aus- und Fortbildungsmodalitäten der Medizinischen Fachangestellten zu überprüfen, Einsicht in Prüfungs- und Ausbildungsstatistiken zu nehmen und Aktivitäten auf Bundesebene zu analysieren.

Im Berufsbildungsausschuss sind alle an der Berufsbildung beteiligten Gruppen (Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Lehrer an berufsbildenden Schulen) mit je sechs Mitgliedern vertreten; sie werden auf Empfehlung für vier Jahre vom Sozialministerium berufen. Darüber hinaus wirken Prüfungsausschüsse und Kommissionen für die Erstellung von Prüfungsfragen und -aufgaben bei der MFA-Ausbildung mit.

Die Gremienarbeit verdeutlicht das hohe und umfassende Engagement aller beteiligten Ärztinnen und Ärzte. Dabei sind sie stets bestrebt, neben den „großen Gesamtzusammenhängen“ auch praktische und alltägliche Aspekte der MFA-Ausbildung anzupacken. So unterstützten die Ausschussmitglieder beispielsweise die Einführung einer landesweiten AzubiCard, mit der Medizinische Fachangestellte im Sport-, Freizeit-. Mobilitäts- oder Kulturbereich finanzielle Vergünstigungen bekommen. Oder sie beteiligten sich an der Neugestaltung von Flyern, um junge Leute zielgruppengerecht anzusprechen und für den MFA-Beruf zu interessieren.


Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels beteiligt sich die Ärzteschaft mit der MFA-Ausbildung also an der wichtigen Aufgabe, die Personalsituation im Gesundheitssektor stabil zu halten. Die ärztliche Selbstverwaltung ist hierfür bestens geeignet. Denn als Experten der medizinischen Praxis wissen Ärztinnen und Ärzte am besten, worauf es bei der Ausbildung ankommt und welche Anforderungen erfüllt werden müssen. Sie kennen die während der Ausbildung zu vermittelnden Lerninhalte und können gut einschätzen, welcher Ausbildungsrahmen hierfür der richtige ist. Eine externe Verwaltung, die die Patientenversorgung lediglich „vom Hörensagen“ her kennt, könnte dies nur eingeschränkt leisten.

Damit dies so bleibt und das ärztliche Selbstverwaltungsrecht ohne staatliche Einflussnahme weiter ausgeübt werden kann, sind alle Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, sich aktiv an der Kammerwahl 2022 zu beteiligen. Wer im November seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer auch weiterhin schlagkräftig zu halten.


Ärztekammer-Wahlen 2022 für die Ärzteschaft von großer Bedeutung

Umfassend in den Diensten der Ärzteschaft

Pandemiekoordination, ärztliche Fort- und Weiterbildung, Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten (MFA): In den vergangenen Ausgaben hat das Ärzteblatt Baden-Württemberg die Kernaufgaben der ärztlichen Selbstverwaltung unter die Lupe genommen. Dabei wurde deutlich, dass nur eine autonome ärztliche Selbstverwaltung die Aufgabe, der Ärzteschaft den Rücken zu stärken, optimal erfüllt. Allerdings bietet die Ärztekammer auch über die Kernaufgaben hinaus noch viele weitere Serviceleistungen an. So ist sie auf vielfältige Art und Weise daran beteiligt, den ärztlichen Berufsalltag inhaltlich und organisatorisch auszugestalten und zu erleichtern. Folgenden Beispiele belegen, dass die Ärztekammer sehr umfassend im Dienst der Ärzteschaft steht.

Eine wesentliche Serviceleistung der Kammer „abseits der Kernaufgaben“ ist die umfassende Information und Hilfe für Mitglieder im Berufsalltag. Viele Ärztinnen und Ärzte wenden sich an die Kammer, wenn sie Fach- oder Rechtsfragen haben. Inhaltlich beziehen sich die Auskünfte der Kammer dann beispielsweise auf die Umsetzung des Datenschutzes, auf die ärztliche Schweigepflicht, auf Haftungsaspekte, auf die Patientenaufklärung oder auf das Wettbewerbsverbot. Die Kammer erreichen auch Fragen zur Herausgabe (Kopien) von Behandlungsunterlagen, zur Einwilligung und Vertretung bei medizinischen Behandlungen (z. B. Minderjährige), zur Betreuung, zu Rechten und Pflichten aus dem Behandlungsverhältnis generell, zum Kinderschutz. Häufig geht es auch um rechtliche Fragen zum eigenen Internetauftritt, zu Social Media oder ärztlichen Bewertungsportalen. Die Mitarbeitenden der Geschäftsstellen der vier Bezirksärztekammern und der Landesärztekammer bearbeiten die Anfragen nach Kräften.

Eine ebenfalls wichtige Serviceleistung der Ärztekammer ist die Unterstützung bei der Beantragung des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA). Ärztinnen und Ärzte bestellten ihren eHBA, der die Voraussetzung ist, viele digitale Funktionen und Anwendungen vollumfänglich nutzen können, online über den Mitgliederbereich der Landesärztekammer. Die Kammer stellt Informationen zum Bestellvorgang und zur Funktionsweise des eHBA bereit.


Die ärztliche Selbstverwaltung bietet ihren Mitgliedern auch Unterstützung bei der Abrechnung privatärztlicher Leistungen. Dazu hat sie die Gemeinsame Gutachterstelle für Fragen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) fürs ganze Land bei der Bezirksärztekammer Nordbaden eingerichtet. Sie hilft bei der Stellungnahme zu Fragen der privatärztlichen Liquidation und befasst sich unter anderem mit Anträgen von Ärztinnen und Ärzten, Patienten, Krankenversicherungen, Beihilfestellen und Gerichten bei bestimmten Abrechnungsfragen der GOÄ (im Jahr 2021 gab es insgesamt 418 Anfragen von Ärztinnen und Ärzten). Darüber hinaus hat sie im vergangenen Jahr 239 Anfragen zu allgemeinen gebührenrechtlichen Themen schriftlich beantwortet und Informationen geliefert.

Seit dem Frühjahr 2021 bündelt die Kammer ärztliche Expertise in den Gremien der notfallmedizinischen Versorgung auf Landesebene in der „Ärztlichen Qualitätskonferenz Notfallmedizin“. Bislang war für die ärztlichen Vertreter der an der Notfallmedizin beteiligten Institutionen ein strukturierter Austausch schwierig. Die Gründung der Qualitätskonferenz macht es seither möglich, sich abzustimmen und sich mit starker ärztlicher Stimme in den Gremien auf Landesebene Gehör zu verschaffen. Zudem ermöglicht es die Qualitätskonferenz den ärztlichen Vertretern aller an der Notfallmedizin Beteiligten, sich außerhalb ihrer Organisationen zu begegnen und trotz institutioneller Diversität ärztliche Positionen zu koordinieren.


Auf wichtige Dienstleistungen können die Mitglieder auch in den Bereichen Soziales und Integration bauen. So hält die Landesärztekammer auf ihrer Website Informationen für Ärztinnen und Ärzte bereit, die sich in der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen engagieren wollen. Im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine hat dieser Aspekt wieder an Brisanz gewonnen. Ärztinnen und Ärzte finden in diesem Bereich unter anderem Informationen zur Staatshaftung, zu mehrsprachigen Anamnesebögen und Therapieplänen, zum Umgang mit Patienten ohne gesicherten Aufenthaltsstatus und zur gesundheitlichen Versorgung in den (Erst-) Aufnahmeeinrichtungen. Darüber hinaus können Ärztinnen und Ärzte auf Daten, Fakten und Erkenntnisse beispielsweise dezidiert zur medizinischen Behandlungen Geflüchteter, zum Asylrecht, zum Versichertenschutz bei der Flüchtlingshilfe und zum Impfmanagement bei Flüchtlingen zurückgreifen.

Ebenfalls eine wichtige soziale und integrative Funktion erfüllt die Kammer-Serviceleistung „Fachsprachenprüfungen für ausländische Ärztinnen und Ärzte“. Vereinfacht gesagt müssen ausländische Ärztinnen und Ärzte vor erstmaliger Aufnahme einer ärztlichen Tätigkeit in Baden-Württemberg ihre Fachsprachenkenntnisse und Kommunikationsfähigkeiten gegenüber der Approbationsbehörde (Regierungspräsidium Stuttgart) nachweisen. Hierfür dienen die von den vier Bezirksärztekammern durchgeführten Fachsprachenprüfungen. 2021 fanden mehr als 1.000 Prüfungen statt. Sie beziehen sich vor allem auf die Überprüfung des Hörverstehens sowie der mündlichen und schriftlichen Ausdrucksfähigkeit in simulierten Gesprächs- und Dokumentationssituationen aus dem ärztlichen Alltag. Die Ärztekammer stellt mit den Fachsprachenprüfungen sicher, dass es nicht zu Verständigungsproblemen kommt, die in der medizinischen Versorgung gravierende Folgen haben können.


Die Beispiele verdeutlichen, wie effektiv und umfassend die ärztliche Selbstverwaltung ihren Mitgliedern bei der Bewältigung ihrer Aufgaben hilft. Möglich wird dies, da sich Ärztinnen und Ärzte frei in ihre Verwaltung einbringen können. Als Experten der Praxis wissen sie am besten, was ihre Kolleginnen und Kollegen im Alltag brauchen und wie sie sie im Rahmen guter Servicedienstleistungen dabei unterstützen können – optimaler Service geht nur durch ärztliches Know-how. Die ärztliche Selbstverwaltung ist damit jeder Fremdverwaltung, überlegen.

Damit dies so bleibt und das ärztliche Standesvertretungsrecht weiter ausgeübt werden kann, sind alle Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, sich aktiv an der Kammerwahl 2022 zu beteiligen. Wer im November mittels Briefwahl seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer auch weiterhin schlagkräftig zu halten. Die Wahlunterlagen werden den wahlberechtigten Ärztinnen und Ärzten spätestens am 11. November 2022 zugeschickt. Die Wahlfrist läuft dann bis 2. Dezember 2022.


Ärztekammer-Wahlen 2022 für die Ärzteschaft von großer Bedeutung

Ausschüsse beraten die Selbstverwaltung

Ärztlichen Austausch ermöglichen, wichtige Entscheidungen der Selbstverwaltung vorbereiten und Themen kontinuierlich begleiten: Unter anderem aus diesen Gründen hat die ärztliche Selbstverwaltung zahlreiche Ausschüsse eingerichtet. Die Arbeitsgruppen, in denen gewählte Ärztinnen und Ärzte regelmäßig zusammenkommen und über medizinische und gesundheitspolitische Aspekte beraten, arbeiten dem Kammervorstand zu und helfen ihm bei der Entscheidungsfindung. Zum anderen bereiten sie beispielsweise Fach- und Fortbildungs-Veranstaltungen sowie Symposien inhaltlich vor. Ausschüsse sind sowohl bei den Bezirksärztekammern als auch bei der Landesärztekammer eingerichtet.

Als oberste Gremien der ärztlichen Standesvertretung bestimmen die demokratisch gewählten „Ärzteparlamente“ in ihren konstituierenden Sitzungen über die Einrichtung von Ausschüssen und wählen die jeweiligen Mitglieder. Der Aufbau der Ausschuss-Arbeit erlaubt Vergleiche mit der allgemeinen Politik: Ähnlich wie Bundestag und Landtage Ausschüsse vorsehen, damit Fachthemen „in kleinerer Runde“ begleitet werden, verlässt sich auch die ärztliche Selbstverwaltung auf dieses Prinzip: Bei ihr geht es ebenfalls darum, definierte Aufgabenfelder in kleinerem Kreis aufzuarbeiten und so dafür zu sorgen, die Selbstverwaltung „am Puls der Zeit“ zu halten. Arbeitskreise, Arbeitsgemeinschaften und weitere Einrichtungen komplettieren das Bild von Ärztekammern, die sich großen Themenspektren intensiv widmen.


Die Bandbreite der Themen, die die Ausschüsse behandeln, ist groß. So finden sich unter anderem Ausschüsse zur ärztlichen Fort- und Weiterbildung, zur Berufsordnung sowie zur medizinischen Hochschulausbildung. Darüber hinaus sind weitere Gremien für die Bereiche „Krankenhaus“, „IT im Gesundheitswesen“, „Notfallmedizin“, „Patientensicherheit und Qualitätssicherung“ und „Öffentliches Gesundheitswesen“ installiert. Weitere Gremien widmen sich beispielsweise der Situation von Kindern und Jugendlichen, der Seelischen Gesundheit oder der Suchtmedizin. Und es geht unter anderem um „Psychosomatische Medizin“, „Arztberuf und Familie“, , „Ärztliche Gesundheit und Prävention“ sowie „Medizinische Fachangestellte“. Nicht zu vergessen sind die Ausschüsse „Junge Kammer“, die sich um die Förderung des ärztlichen Nachwuchses kümmern. Diese Beispiele illustrieren das breite Themenspektrum sowie die Aufgabenfelder, in denen ärztliches Know-how auch gesamtgesellschaftlich gefragt ist. Allen Ausschüssen gemeinsam ist, dass nicht primär fachspezifische Fragen bearbeitet werden, sondern stets übergreifende Themen, die für ganz verschiedene Fachruppen und Versorgungsbereich von Bedeutung sind.


Was fördert die Ausschussarbeit an Lösungen zutage? Hat sie praktischen Nutzen? Diese Fragen, die Kammermitglieder besonders im Wahljahr stellen, können anhand einiger Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit beantwortet werden. So trat zum 1. Juni 2020 die neue Weiterbildungsordnung (WBO) in Baden-Württemberg in Kraft, die zuvor im entsprechenden Ausschuss eingehend vorbereitet worden war. Nach Zustimmung von Vorstand und Ärzteparlament und anschließendem Inkrafttreten ging es um Fragen zur Auslegung und weiteren Umsetzung. Wie sollten beispielsweise neu hinzugekommene Zusatzweiterbildungen integriert werden? Wie könnten praktikable Regelungen für die Erteilung von Weiterbildungsbefugnissen aussehen? Welche Weiterbildungsinhalte kamen für neu eingeführte Facharztrichtungen infrage? Drängend waren auch die Fragen zur Digitalisierung, beispielsweise im Zuge der Erteilung von Weiterbildungsbefugnissen oder bei der Nutzung des eLogbuchs.

Ein anderes Beispiel ist die ärztliche Fortbildung: Sponsoring, e-Learning, Nachweispflicht, Bewertungskriterien, curriculare Fortbildungen, Fortbildungen im Ausland – um diese Aspekte und mehr kümmert sich der Fortbildungsausschuss. Auch hier geht darum, dem Vorstand praktikable Lösungen und sinnvolle Regelungen für alle Ärztinnen und Ärzte im Lande vorzubereiten. - Der Ausschuss „Berufsordnung“ hat wiederum mit rechtlichen Fragen der Berufsausübung und der Weiterentwicklung der Berufsordnung zu tun. Auch hier werden konkrete Entscheidungen des Vorstands und der Vertreterversammlung vorbereitet, so unter anderem zur Fernbehandlung sowie zum assistierten Suizid – also grundlegende Themen ärztlicher Berufsausübung, die alle Kammermitglieder betreffen können.


Die Ausschussmitglieder sind ehrenamtlich aktiv und kennen den ärztlichen Berufsalltag aus eigener Erfahrung. Sie wissen daher am besten, wo angesetzt werden muss, um gute Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte zu schaffen, eine optimale Patientenversorgung sicherzustellen und ärztliches Know-how dahin zu bringen, wo es gebraucht wird.

Nur eine autonome ärztliche Selbstverwaltung garantiert, dass die Arbeit der Ausschüsse so effektiv ablaufen kann. Denn nur sie stellt sicher, dass Kenner aus der Praxis in der Gremienarbeit zusammenkommen und an Strukturen arbeiten, von der die Ärzteschaft und die Gesellschaft als Ganzes profitieren. Damit dies so bleibt und das ärztliche Standesvertretungsrecht weiter ausgeübt werden kann, sind alle Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, sich aktiv an der Kammerwahl 2022 zu beteiligen. Wer im November mittels Briefwahl seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer schlagkräftig zu halten. Die Wahlunterlagen werden den wahlberechtigten Ärztinnen und Ärzten spätestens am 11. November 2022 zugeschickt. Die Wahlfrist läuft bis 2. Dezember 2022.


Ärztekammer-Wahlen 2022 für die Ärzteschaft von großer Bedeutung

Jetzt aktiv werden und die ärztliche Zukunft mitgestalten

Die Kammerwahlen werfen ihre Schatten voraus: Viele Ärztinnen und Ärzte überlegen sich, ob sie sich die Übernahme eines Amtes in der ärztlichen Selbstverwaltung vorstellen können, um die Zukunft ihrer Standesvertretung mitzugestalten. Die demokratischen Strukturen der ärztlichen Selbstverwaltung bieten die große Chance, sich mit allem Know-how und aller fachlichen Begabung in die Ärztekammer einzubringen und damit die Vielschichtigkeit der Standesvertretung aufzuzeigen.


Die folgenden häufig gestellten Fragen und Antworten helfen Ärztinnen und Ärzten, die eine Kandidatur für die Kammerwahlen 2022 in Erwägung ziehen, bei der Entscheidungsfindung. Sie enthalten nützliche Informationen und geben Hilfestellung, wie die eigene Kandidatur angegangen werden kann und was es zu beachten gibt.


Die ärztliche Selbstverwaltung repräsentiert die geballte Schlagkraft aller Ärztinnen und Ärzte der unterschiedlichen Fachrichtungen. Keine Gruppe wird bevorzugt oder benachteiligt, die Ärztekammer setzt sich landesweit auf allen Ebenen für die berufspolitischen Belange aller ärztlicher Kolleginnen und Kollegen ein und spricht im Gegensatz zu Fachverbänden für die Ärzteschaft als Ganzes.

Daher ist es wichtig, dass sich viele Ärztinnen und Ärzte aus vielen verschiedenen Fachgebieten und Tätigkeitsbereichen für die Übernahme eines Wahlamtes interessieren und als Wahlbewerberinnen beziehungsweise Wahlbewerber zur Wahl stellen. Denn alle (fach-) ärztlichen Gruppen sollen die Möglichkeit haben, sich mit ihrem Know-how in ihre ärztliche Selbstverwaltung einzubringen und standespolitische Entscheidungen mitzugestalten. Dies garantiert breiten Konsens der Entscheidungsfindungen über alle Sektorengrenzen hinaus.


Hier lassen sich Analogien zur allgemeinen Politik ziehen: So wie manche Politikerinnen und Politiker bei der Bundestagswahl im Wahlkreis antreten und zudem durch einen Platz auf der Landesliste der eigenen Partei „abgesichert“ werden, können auch ärztliche Wahlbewerberinnen und Wahlbewerber bei den Kammerwahlen im Wahlkreis und im Bezirk antreten und so ihre Wahlchancen „durch Absicherung“ erhöhen. Gleichzeitig kann es unter Umständen aber auch ein Vorteil sein, nur im Kreis oder nur im Bezirk zu kandidieren – etwa, weil man im Kreis durch großes Engagement bestens bekannt ist, eine besonders hohe Reputation genießt und auf diese Weise „ein Statement setzt“, dass man seine Wählerstimmen durch Basisarbeit und besondere Nähe zum Wähler verdient hat. Oder dass man sich auf der anderen Seite so eng mit den Zielen der eigenen berufspolitischen Interessensgruppe identifiziert, dass man ganz bewusst die eigene Gruppe repräsentieren und „kreisübergreifend“ (im Bezirk und über die Bezirksliste) für sie wirken will.


Die Kammerwahlen folgen in Gänze einem strukturierten Zeitplan (einzusehen unter: www.aerztekammer-bw.de/wahl). Entscheidend für alle, die sich zur Wahl stellen, ist der 7. Oktober 2022: Bis zu diesem Tag müssen die Wahlvorschläge bei den Bezirkswahlleitern eingereicht werden.


Zum einen bietet die Landesärztekammer ihren Mitgliedern wieder die Möglichkeit, Wahlvorschläge online vorzubereiten. Dieses Verfahren hat ganz wesentliche Vorteile gegenüber dem manuellen Ausfüllen der Formulare. Denn der Erfassungsaufwand verringert sich erheblich, zudem werden potenzielle Fehler bereits bei der Erfassung vermieden. Dies garantiert einen schnellen, komfortablen und sicheren Weg der Vorbereitung von Wahlvorschlägen. Am Ende des Online-Verfahrens liegen fertige Formulare zur Einreichung beim Bezirkswahlausschuss vor, die nur noch unterschrieben und verschickt werden müssen.

Zum anderen gibt es Vordrucke zum Einreichen von Wahlvorschlägen, die die vier Bezirksärztekammern für ihre jeweiligen Wahlbezirke und Wahlkreise bereithalten. Die Vordrucke müssen manuell ausgefüllt und bearbeitet werden.

Zudem sind – für beide Varianten identische – Einverständniserklärungen für Wahlbewerber sowie die dazugehörige Datenschutzerklärung verfügbar.


Die Frage, ob eine Einzelbewerbung oder eine Kandidatur auf der Wahlliste einer berufspolitischen Interessensgruppierung am sinnvollsten ist, muss individuell entschieden werden. Grundsätzlich ist eine Einzelkandidatur möglich. Kandidaten, die im Rahmen einer Einzelbewerbung „ins Rennen“ um die Sitze in der Vertreterversammlung gehen, tun dies unter Umständen gezielt, um den Wählern Alternativen zu berufspolitischen Interessensgruppen anzubieten. Schließlich bieten sie damit gegebenenfalls auch eigene berufspolitische Ideen an, die bisher von keiner Gruppe aufgenommen und kommuniziert wurden. Eine Einzelkandidatin beziehungsweise ein Einzelkandidat kreiert für die Kammerwahlen dann sozusagen ihre / seine eigene Wahlliste und gibt ihr gegebenenfalls einen Namen, der mit der Programmatik der eigenen berufspolitischen Agenda übereinstimmt.

Andererseits lassen sich viele Wahlbewerberinnen und Wahlbewerber ganz bewusst auf der Wahlliste einer berufspolitischen Interessensgruppe aufstellen. Gründe dafür können beispielsweise sein, dass man sich auf diese Weise größere Chancen erhofft, gewählt zu werden, und / oder dass man die eigenen berufspolitischen Vorstellungen sehr im Einklang mit denen der berufspolitischen Gruppierung sieht, die man vertritt. Es gilt also, als Wahlbewerberin beziehungsweise Wahlbewerber gründlich über die Motivation nachzudenken, die der eigenen Kandidatur zugrunde liegt.


Alle Ärztinnen und Ärzte, die die berufspolitischen Geschicke der Ärzteschaft im Rahmen der ärztlichen Selbstverwaltung gestalten, engagieren sich ehrenamtlich. Ein Amt beziehungsweise eine Funktion in der ärztlichen Standesvertretung wird daher auch nicht im herkömmlichen Sinne „entlohnt“. Für eine Kandidatur bei den Kammerwahlen wird kein Geld gezahlt, auch dies geschieht im Rahmen des ehrenamtlichen Engagements. Selbstverständlich wird aber darauf geachtet, dass Ärztinnen und Ärzten, die sich nach ihrer Wahl berufspolitisch engagieren, keine Kosten entstehen und dass die Übernahme eines Amtes nicht zu finanziellen Verlusten führt. Aus diesem Grund gibt es Aufwandsentschädigungen für Funktionsträgerinnen und -träger der ärztlichen Standesvertretung (beispielsweise Fahrtkosten und Erstattungen für zeitlichen Ausfall der Praxistätigkeit).


Bei der Erstellung von Kandidatenlisten ist es wichtig, von allen Wahlbewerberinnen und Wahlbewerbern das schriftliche Einverständnis auf einem Formblatt für die Bereitschaft zur Kandidatur einzuholen. Das nötige Formular steht auf der Website der Landesärztekammer zum Download bereit (www.aerztekammer-bw.de/wahl). Sind alle Einverständniserklärungen eingeholt worden, können die Unterlagen bis zur gesetzten Frist bei der jeweiligen Bezirksärztekammer eingereicht werden.


Nach dem „offiziellen“ Aufstellen zur Wahl bieten sich verschiedene Wege an, für die eigene Kandidatur beziehungsweise für die eigene Wahlliste zu werben. Wahlbewerberinnen und Wahlbewerber haben beispielsweise die Möglichkeit, im Rahmen von sogenannten Wahlspecials im Ärzteblatt Baden-Württemberg (ÄBW) zu werben: Die Wahlspecials für die Kammerwahlen erscheinen im Oktober und November 2022 in den regulären ÄBW-Ausgaben als „Heft im Heft“. Darin informiert die Ärztekammer redaktionell über die unmittelbar anstehen Wahlen. Zusätzlich können Interessensgruppen, berufspolitische Verbände, einzelne Wahlbewerber etc. Anzeigen zu stark vergünstigten Konditionen schalten und auf diese Weise sich selbst und die eigene Programmatik einer breiten Leserschaft vorstellen. Die Anzeigen für die Wahlspecials können beim Gentner-Verlag beauftragt werden. Wahlbewerberinnen und Wahlbewerber können mithilfe der ÄBW-Wahlspecials mit geringem Aufwand große Wirkung und Bekanntheit erzielen. Über die Wahlspecials informierte das ÄBW in der diesjährigen Februar- und April-Ausgabe; weitere Details und der Kontakt zum verlagsseitigen Ansprechpartner sind in einer Broschüre zusammengefasst, die auf der ÄBW-Website (www.aerzteblatt-bw.de) heruntergeladen werden kann.

Natürlich gibt es auch darüber hinaus Werbemöglichkeiten, die jede Kandidatin / jeder Kandidat beziehungsweise jede Gruppe für sich und auf eigene Kosten angehen kann, beispielsweise Fax- und Telefonaktionen oder selbst finanzierte Werbebroschüren. Die Adressdaten von Wählerinnen und Wählern, die für den postalischen Versand von Werbematerial benötigt werden, können über die jeweilige Bezirksärztekammer datenschutzkonform bezogen werden. Denn nach der Meldeordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg besteht die Möglichkeit, Wahlbewerberinnen und Wahlbewerbern sowie ärztlichen Verbänden und Gruppierungen zum Zwecke der Wahlwerbung personenbezogene Daten der Wahlberechtigten ihres Wahlkreises oder Wahlbezirkes zu überlassen (§ 6a Meldeordnung). Wahlberechtigte, die keine Wahlwerbung erhalten möchten, können der Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten bei ihrer Bezirksärztekammer widersprechen.


Hier hilft der Blick in die Wahlordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg (www.aerztekammer-bw.de/wahl/10wahlordnung/wahlordnung.pdf) sowie ins Heilberufe-Kammergesetz Baden-Württemberg. Gewählte Vertreterinnen und Vertreter für die Vertreterversammlungen und ihre Ersatzpersonen werden von ihrer Wahl schriftlich in Kenntnis gesetzt und sind darüber hinaus verpflichtet, ihr Amt anzunehmen und auszuüben. Der Vorstand kann sie davon befreien. Die Pflicht zur Ausübung des Amtes gilt über die Wahlperiode hinaus bis zum ersten Zusammentritt der neuen Vertreterversammlung der dann neuen Wahlperiode.


Wahlbewerberinnen und Wahlbewerber sollten sich von vorneherein darüber im Klaren sein, dass eine erfolgreiche Wahl auch mit Verpflichtungen einhergeht. Wenn sich äußere Umstände ändern oder es andere Gründe gibt, weshalb sie ihre Bewerbung nicht mehr aufrechterhalten können oder wollen, so lässt sich die Zustimmungserklärung bis zum Ende der Einreichungsfrist gegenüber dem Bezirkswahlleiter zurücknehmen.


Ärztekammer-Wahlen 2022 für die Ärzteschaft von großer Bedeutung

Ärztlichem Nachwuchs oberste Priorität einräumen

Ohne ärztlichen Nachwuchs geht es nicht. Bereits heute stehen junge Ärztinnen und Ärzte voll im Job, stemmen die Patientenversorgung – und werden dies auch in Zukunft tun. Perspektivisch werden diejenigen, die sich an der Schwelle zum Berufseintritt befinden und die aktuell noch an den Universitäten studieren, eine ebenso wichtige Rolle einnehmen. Denn auch sie sichern die Gesundheitsversorgung von morgen. Daher ist es nur logisch, dass auch die Förderung des ärztlichen Nachwuchses für die Ärztekammer sehr wichtig ist.

Tatsächlich betätigt sich die Ärztliche Selbstverwaltung hier schon mit großem Erfolg – und sie ist es auch, die die besten Möglichkeiten dafür bietet. Denn es sind Ärztinnen und Ärzte, die sich in ihrer berufspolitischen Standesvertretung engagieren, die den ärztlichen Berufsalltag aus eigener Erfahrung kennen und daher am besten beurteilen können, wie man dem Nachwuchs helfen und ihn in die Kammerstrukturen integrieren kann. Natürlich ist es auch essenziell wichtig, junge Menschen davon zu überzeugen, in der Kammer aktiv zu werden. Denn hier können sie die Rahmenbedingungen ärztlichen Wirkens mitgestalten.


Sichtbare Zeichen sind die Ausschüsse und Einrichtungen, die sich mit der Lebenswelt der Ärztinnen und Ärzte von heute befassen. So haben alle vier Bezirksärztekammern Ausschüsse namens „Junge Kammer“ eingerichtet. Sie beleuchten die Arbeitsbedingungen und bringen Anregungen in den berufspolitischen Diskurs ein. Wie beispielsweise sind die Zustände in Praxis und Klinik? Unter welchen Rahmenbedingungen findet ärztliche Weiterbildung statt? Welche Anliegen haben junge Menschen, die sich für den Medizinberuf entscheiden? Wie sind ärztliche Arbeitszeiten zu gestalten, um einen ohnehin bereits stressigen Job mit einer jungen Familie in Einklang zu bringen?

Die Ausschüsse „Junge Kammer“ organisieren Einführungsveranstaltungen, Symposien, Seminare und andere Formen des Austauschs. Immer geht es darum, die Lebenswelt des ärztlichen Nachwuchses zu thematisieren und Ergebnisse allen zugänglich zu machen. 2021 zeigten sich junge Ärztinnen und Ärzte beispielsweise für die Organisation eines Symposiums zum Thema „Schwangerschaft, Mutterschutz und Arbeiten mit Kindern“ verantwortlich. Darüber hinaus bringen sich junge Ärztinnen und Ärzte aus dem Südwesten in bundesweite Veranstaltungen ein, die beispielsweise im Rahmen der Deutschen Ärztetage stattfinden.

Natürlich beschäftigten sich noch weitere Kammergremien und -einrichtungen mit dem Nachwuchs. Die Bezirksärztekammern bieten Neuapprobierten-Abende, bei denen in lockerer Atmosphäre über das Aufgaben- und Leistungsspektrum der ärztlichen Selbstverwaltung informiert wird. Zudem gibt es auf beiden Ebenen noch andere Gremien – beispielsweise die Ausschüsse „Arztberuf und Familie“ sowie „Ärztinnen“ –, die auch „junge Themenfelder“ wie beispielsweise den Mutterschutz oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie behandeln.


Es gibt zahlreiche Beispiele für erfolgreiches Nachwuchs-Management seitens der Kammer: So trat am 1. Juli 2020 die neue ärztliche Weiterbildungsordnung (WBO) in Kraft. Seitdem erlaubt diese Weiterentwicklung der WBO Ärztinnen und Ärzten, sich auch in Teilzeit weiterzubilden – ein Schritt, der den Lebensumständen vieler jungen Menschen gerechter wird. Auch bei der Verbundweiterbildung zeigt die Selbstverwaltung Engagement: So hat die Ärztekammer landesweit mit zahlreichen Kliniken und Praxen sogenannte Weiterbildungsverbünde installiert, was jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit gibt, Unterstützung bei der Koordination von Weiterbildungsabschnitten zu bekommen. Zusätzlich bereitet ein Seminarprogramm auf den Berufsalltag vor. Allein im Herbst 2021 sind drei neue Weiterbildungsverbünde, mit initiiert von der ärztlichen Selbstverwaltung, an den Start gegangen.

Um die Förderung von jungen Ärztinnen und Ärzten, die Hausarzt werden wollen, geht es auch bei der kammerseitig mitgetragenen Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA), in die sich auch die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenhausgesellschaft einbringen. Junge Menschen bekommen hier Wege in die Hausarztpraxis aufgezeigt. Geboten werden unter anderem Informationen zur Förderungsmöglichkeiten, zu Weiterbildungsverbünden sowie zu offenen Stellen. Auch die Fortbildungsbereiche der Kammer haben das Thema auf dem Schirm. So stehen beispielsweise Fortbildungsseminare zum Thema „Wiedereinstieg in den Arztberuf“ natürlich auch jungen Ärztinnen und Ärzten offen, die nach einer Berufspause Wissenslücken schließen und sich auf den aktuellen medizinischen Stand bringen wollen.


Das Engagement der Ärztekammer in Sachen Nachwuchsförderung setzt bereits ein, bevor es mit dem eigentlichen Beruf losgeht. So machte die Vertreterversammlung der Landesärztekammer im Juli 2021 den Weg frei, Medizinstudenten im Praktischen Jahr (PJler) die freiwillige und beitragsfreie Kammermitgliedschaft – und damit den Besuch von Fortbildungen vor Ort mit Vernetzungsmöglichkeiten sowie den Bezug des Deutschen und des Baden-Württembergischen Ärzteblatts – zu eröffnen. Der Ausschuss „Medizinische Ausbildung / Hochschulen“ der Landesärztekammer beschäftigt sich ebenfalls mit der Situation der Medizinstudierenden und begleitet alle Entwicklungen intensiv. Noch zu erwähnen ist, dass die Bezirksärztekammern häufig in die Abschlussfeiern der Medizinischen Fakultäten an den Universitäten involviert sind und dass die ärztliche Standesvertretung auf Messeveranstaltungen für angehende Ärztinnen und Ärzte Präsenz zeigt sowie persönliche Beratung bietet.


Ersichtlich wird, dass die Kammer viel dafür tut, um ärztlichen Nachwuchs zu fördern und einzubinden. Deutlich wird auch, dass das Konzept der Selbstverwaltung hierfür bestens geeignet ist. Denn wie erwähnt können die in die Standesvertretung involvierten Ärztinnen und Ärzte als „Experten der Praxis“ sehr gut beurteilen, welche Maßnahmen greifen – und welche nicht. Damit das ärztliche Selbstverwaltungsrecht Bestand hat , sind alle Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, sich an der Kammerwahl 2022 zu beteiligen. Wer im Herbst seine Stimme abgibt, hilft mit, die Kammer weiterhin schlagkräftig zu halten. Die Briefwahl-Unterlagen werden spätestens am 11. November an die Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg verschickt; die Wahlfrist endet am 2. Dezember.