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© Adobe Stock / SB Creative12. Februar 2026
„Thementag“ zur Stärkung der Versorgung
© Landesärztekammer Baden-WürttembergWie lässt sich ärztliche Versorgung auf dem Land und in der Stadt sichern? Was muss getan werden, um sie zukunftsfest zu machen? Diese Fragen standen kürzlich – gleich in doppelter Hinsicht – im Fokus: Denn zum einen nahm Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, am „Ärztinnen- und Ärztegipfel Südwest“ in Stuttgart teil: eine gesundheitspolitische Veranstaltung, die Akteure aus Politik, Ärzteschaft und Gesundheitswesen zusammenbrachte und explizit Aspekte wie „(digitale) medizinische Infrastruktur“, „Zukunft des Arztberufs“ und „Herausforderungen einer guten medizinischen Versorgung“ zur Diskussion stellte. – Dr. Miller war aktiv beteiligt.
Zum anderen stellte sich der Kammerpräsident – gewissermaßen bei diesem „Thementag zur Stärkung der Versorgung“ – aber auch den Fragen des Informations- und Nachrichtensenders „SWR Aktuell“ des Südwestrundfunks (SWR). Hier wollte Moderator Stefan Eich explizit mehr darüber erfahren, wie es um die Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten steht.
Südwesten ist insgesamt gut aufgestellt
Dazu aufgefordert, ein Lagebild zu skizzieren, sagte Dr. Miller gegenüber dem SWR, dass der Südwesten insgesamt gut aufgestellt sei. Im ambulanten Bereich funktioniere der ärztliche Bereitschaftsdienst nach – beziehungsweise auch während – der „Umbauphase“. Im stationären Sektor bringe die Konzentration auf größere Krankenhäuser handfeste Vorteile mit sich: Denn in diesen Zentren könne eine umfassende medizinische Versorgung besser gewährleistet werden. Baden-Württemberg habe in den letzten Jahren seine Krankenhausstrukturen dementsprechend angepasst, nachhaltig aufgestellt und sei bereits weiter als andere Bundesländer. Ressourcen und Kompetenzen würden gebündelt und sorgten dafür, dass Patienten im Notfall auf höchstem Niveau versorgt werden können.
„Dennoch spürt man auf dem Land die Schließung eines Krankenhauses oder einer Arztpraxis, wenn kein Nachfolger gefunden wird, aber natürlich deutlicher als in der Stadt“, stellte Dr. Miller fest und gab zu bedenken: Die Schließung eines kleinen Krankenhauses löse Ängste aus – aus medizinischer Sicht und mit Blick auf die notwendige Versorgung im Notfall sei eine Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen auf einzelne Standorte in einem Landkreis aber sinnvoll.
Und wie lässt sich die ärztliche Versorgung vor diesem Hintergrund nun gerade auf dem Land stärken? – Dr. Miller skizzierte beim „Ärztinnen- und Ärztegipfel“ mehrere Maßnahmen und Ansätze: darunter die Forderung der Ärztekammer, die Rahmenbedingungen für eine Niederlassung (im ländlichen Raum) beispielsweise durch Entbürokratisierung, durch Investitionen in umgebende Infrastruktur und durch den Ausbau hausärztlicher Funktionen im Gesundheitssystem attraktiver zu machen. „Der Weg aufs Land muss schmackhaft gemacht werden“, betonte der Kammerpräsident. Auch der Einsatz von Telemedizin – beispielsweise bei der Ersteinschätzung von Krankheitsfällen – sei auszubauen; und zwar nicht nur im Notfall-Bereich, sondern flächendeckend in den Praxen. Dies könne helfen, unnötige Fahrten beziehungsweise lange Anfahrtswege zu vermeiden.
Weiterenticklungen sinnvoll einsetzen
Auch hinsichtlich der (räumlichen) Versorgungsstrukturen gebe es Weiterentwicklungs-Potenzial: beispielsweise eine besser ineinandergreifende Primärversorgung, bei der Ärztinnen und Ärzte (auch in Anstellung, Teilzeit etc.) mit anderen Gesundheitsberufen oder in der Pflege/Reha Tätigen – gegebenenfalls auch „unter einem Dach“ – eng zusammenarbeiten und Patienten alles „gebündelt und an einem Ort“ vorfinden.
Weiterentwicklungen in der Versorgung müssten gezielt dafür eingesetzt werden, den Patienten die Hilfen zukommen zu lassen, die sie auch wirklich bräuchten. Nach wie vor sei der Arztberuf eine sehr interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit – eine, die junge Menschen sehr gern wählten, um sich in die Gesellschaft einzubringen. Es gehe nun darum, den Arztberuf in den verschiedenen Lebensphasen auch attraktiv zu halten, damit der anfängliche Elan nicht verlorengehe und die Menschen weiter das täten, wofür sie sich entschieden hätten: helfen und Leiden lindern.
