Symposium "Healthcare with selfcare - Ärztliche Gesundheit im Fokus"

Der ärztliche Berufsalltag in Klinik und Praxis ist fordernd. Durch den hohen Anspruch, permanent eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau zu leisten und unter dem Druck von Ökonomisierung und zunehmender Digitalisierung des Gesundheitswesens arbeiten viele Ärztinnen und Ärzte chronisch an der Belastungsgrenze oder darüber hinaus. Ist der Arztberuf also ein Gesundheitsrisiko? Wie komme ich raus aus dem Hamsterrad? Gesund bleiben im täglichen ärztlichen Stress - wie geht das?

Antworten und Möglichkeiten zum innerärztlichen Austausch gab das Symposium "Healthcare with selfcare - Ärztliche Gesundheit im Fokus" der Landesärztekammer, das Mitte Oktober 2021 vom Ausschuss "Arztberuf und Familie" ausgerichtet wurde.

Häufig spielen beim Thema "Ärztliche Gesundheit" ein hoher Selbstanspruch und mangelnde Selbstfürsorge eine große Rolle. Für ein hochwertig versorgendes Gesundheitswesen ist jedoch nach der Genfer Konvention das Wohlbefinden von Ärztinnen und Ärzten essenziell. Selbstfürsorge und Resilienz sind Fähigkeiten, die immer wieder trainiert und geübt werden müssen, ganz ähnlich dem Bewegungsapparat und der Muskulatur. Dabei ist es das Zusammenspiel der mentalen, seelischen und körperlichen Faktoren, die zu einer stabilen Konstitution in der Ausübung des ärztlichen Berufes führen.

Kammerpräsident Dr. Wolfgang Miller wies während des Symposiums darauf hin, dass in der Berufsordnung gleich in Paragraf 1 zu lesen ist: „Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten ist es, Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen“. Außerdem zitierte er Prof. Wenz, den Vorstandsvorsitzenden des Uniklinikums Freiburg:  "Das erste und wichtigste Element der Qualitätssicherung ist ein ausgeruhter, gut ausgebildeter und ordentlich bezahlter Arzt."

Und doch, so Dr. Miller, sehe die Realität häufig ganz anders aus: Niemand verweigere sich, wenn kurz vor Feierabend ein Notfall reinkomme und versorgt werden müsse. Das gehöre zum ärztlichen Selbstverständnis, sei eigentlich ein Gebot der Menschlichkeit. Wenn dieses Selbstverständnis aber von anderen - und manchmal auch von den Ärztinnen und Ärzten selbst - vorgeschoben werde, um Defizite in der Struktur zu kaschieren, dann werde es ungesund.

"Kämpfen können wir schon. Um das Leben des Patienten, gegen eine Gefahr, eine Krankheit - wohlgemerkt beim Patienten. Das andere ist, auf uns selber zu achten", betonte der Kammerpräsident.

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letzte Änderung am 19.10.2021