Digitalisierung im Gesundheitswesen

Frist für eHBA läuft

Der digitale Wandel ist in nahezu allen Gesellschaftsbereichen in vollem Gange – auch im deutschen Gesundheitswesen. Elektronische Patientenakten, Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte oder der elektronische Medikationsplan sind digitale Anwendungen, die Patienten und Ärzten behandlungsrelevante Informationen schnell und unkompliziert zur Verfügung stellen sollen.

Die Bundesärztekammer hat darauf hingewiesen, dass die Einführungsphase der elektronischen Patientenakte (ePA) seit 1. Januar 2021 läuft. Ab Juli 2021 folgt das elektronische Rezept, dessen verpflichtende Nutzung bei der Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ab Januar 2022 vorgesehen ist. Und ab Oktober 2021 ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung obligatorisch elektronisch an die Krankenkassen zu versenden.

Bei der Nutzung dieser digitalen Anwendungen muss gewährleistet sein, dass ein Zugriff auf die sensiblen medizinischen Daten des Patienten nur mit einer entsprechenden Berechtigung erfolgt und der Ersteller eines Datensatzes durch seine elektronische Unterschrift klar identifiziert werden kann. Diese Funktion übernimmt der elektronische Heilberufsausweis (eHBA). Nur Ärztinnen und Ärzte, die über einen eHBA der zweiten Generation verfügen, können alle geplanten medizinischen Anwendungen nutzen und abrechnen, betont die Bundesärztekammer.

Zudem weist sie darauf hin, dass Vertragsärztinnen und -ärzte entsprechend der gesetzlichen Auflagen aus dem Sozialgesetzbuch V zum 30. Juni 2021 gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen müssen, mit den für die ePA notwendigen Komponenten ausgestattet zu sein. Dazu gehört auch der eHBA. Wird der Nachweis nicht erbracht, droht aufgrund bundesgesetzlicher Regelungen die pauschale Kürzung der Vergütung aus vertragsärztlicher Versorgung in Höhe von einem Prozent.
 
Nach Angaben der Bundesärztekammer ist derzeit mit verhältnismäßig langen Auslieferungszeiten für den eHBA (mindestens zirka zwei Monate) zu rechnen. Sie empfiehlt daher, den elektronischen Heilberufsausweis rechtzeitig zu beantragen. Die Beantragung erfolgt in Baden-Württemberg ausschließlich elektronisch im Portal der Landesärztekammer. (Für stationär tätige Ärztinnen ergeben sich andere Fristen und andere Rahmenbedingungen; hierzu erfolgt eine weitere Veröffentlichung).

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letzte Änderung am 26.03.2021