Aktuelle und wichtige Informationen für die Ärzteschaften im Südwesten

Vorbereitung der Corona-Impfung

Die Ärzteschaften in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs sind seit jeher wichtiges Bindeglied zwischen der Ärztekammer und den Ärztinnen und Ärzten sowie - über die jeweiligen Vorsitzenden – beispielsweise auch in die regionalen Gesundheitskonferenzen. Durch die kurzen Wege zur "Ärztekammer vor Ort" sind die Ärzteschaften in allen Landesteilen regional bestens vernetzt.

Die Landesärztekammer versorgt die Vorsitzenden der Ärzteschaften unter den Vorzeichen der Coronapandemie unter anderem kontinuierlich mit aktuellen und wichtigen Informationen, die in deren Arbeit einfließen können. Anfang Dezember stand ein kurzfristig anberaumtes Treffen zwischen Kammervorstand und den Ärzteschafts-Vorsitzenden auf der Agenda; einmal mehr als Webkonferenz mit Interaktions- und Rückfragemöglichkeiten. Im Mittelpunkt des virtuellen Meetings: die Vorbereitungen auf die bevorstehende Corona-Impfung.

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Kammerpräsident Dr. Wolfgang Miller gab den rund 50 Teilnehmern zunächst ein tagesaktuelles Update und einen Einblick in das Bundes- beziehungsweise Landes-Impfkonzept mit neun zentralen und zirka 50 kommunalen Impfzentren. Außerdem stellte er das erst kurz zuvor veröffentlichte Impfkonzept der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut vor.

Der Landesärztekammer kommt eine zentrale Rolle zu: sie unterstützt zentrale und kommunale Impfzentren sowie mobile Impfteams bei der Personalgewinnung: Seit der ersten Welle hat die Kammer einen Personalpool aufgebaut, an den sich Bedarfsträger mittels strukturierter Abfrage wenden. Sodann fragt die Ärztekammer ihren Personalpool anhand der strukturierten Stellenbeschreibung ab und sammelt Rückmeldungen von interessierten Ärztinnen und Ärzten aus dem Pool. Diese "Bewerbungen" werden schließlich geclustert an den jeweiligen Bedarfsträger weitergegeben. - Dieses Verfahren habe sich nicht nur eingespielt, sondern inzwischen auch vielfach bewährt, betonte Kammerpräsident Dr. Miller.
Wohin wenden sich Ärztinnen und Ärzte, die bereit zur Mitarbeit sind und in den Personalpool aufgenommen werden wollen – sei es beispielsweise für die Durchführung von Impfungen, für die Impf-Aufklärung, für die Infektionsketten-Nachverfolgung, etc.?

Weitere medizinische und organisatorische Aspekte der Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 erläuterte der leitende Direktor und Vorstandsvorsitzende am Universitätsklinikum Ulm, Prof. Dr. Udo X. Kaisers, den Ärzteschafts-Vorsitzenden. So berichtete er einführend über den Stand der Forschung und dass aktuell 48 Impfstoffe klinisch getestet würden und 164 in vorklinischer Entwicklung seien. Für eine Herdenimmunität sei eine 70-prozentige Impfquote erforderlich. Er betonte dabei, dass bislang nicht vorhersagbar sei, ob eine durch Impfung erzielte Immunität auch die Virus-Transmission reduziere oder gar unterbinde.

Prof. Kaisers führte aus, dass die zentralen Impfzentren ab Mitte Dezember 2020 einsatzbereit sein sollen, während die Kreisimpfzentren erst Mitte Januar 2021 starten würden; ihr Betrieb sei bis Ende Juni vorgesehen. Hinzu kämen die mobilen Impfteams. Entscheidend seien die Rahmenbedingungen, denn die logistischen Herausforderungen (unter anderem Lieferfähigkeit, Kühlkette, Resuspension, Nachbeobachtungszeit) seien groß. Die Priorisierung bestimmter Impfkollektive erfolge gemäß gemeinsamem Positionspapier von STIKO, Ethikrat und Leopoldina. Nach Prof. Kaisers Worten werde die Impfung aller Impfwilligen mehrere Monate in Anspruch nehmen; mit einer baldigen Änderung der Lage rechne er daher vorläufig nicht.

Ein erster Testlauf in der Donauhalle Ulm, der sehr medienwirksam begleitet wurde (https://www.youtube.com/watch?v=vTAaEBQ2mQE), sei erfolgreich gewesen, so Prof. Kaisers, der sehr zuversichtlich war, dass die bisherigen Konzepte aufgehen werden.

Die Vorsitzenden der Ärzteschaften verfolgten die Ausführungen der beiden Referenten sehr interessiert und stellten zahlreiche gezielte Nachfragen, unter anderem zu potenziellen Risiken, Nebenwirkungen und Kontraindikationen der Corona-Impfung. Auch mögliche Haftungsfragen wurden angesprochen sowie der Umgang mit bereits an COVID-Erkrankten, die aber offenbar keine bleibende Immunität ausbilden und daher ebenfalls geimpft werden sollten.

Zum Abschluss der 90-minütigen Informationsveranstaltung erfuhren die Ärzteschafts-Vorsitzenden, dass die Landesärztekammer ab 1. Januar 2021 die Möglichkeit schaffen wird, (Fortbildungs-) Veranstaltungen für die Ärzteschaften und ihre Mitglieder in virtuellen Räumen anzubieten. Da auch weiterhin damit zu rechnen ist, dass Präsenz-Veranstaltungen nur im eingeschränkten Kreis oder gar nicht stattfinden können, wurde die Schaffung dieser Option allenthalben sehr begrüßt.

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letzte Änderung am 10.12.2020