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Influenza-Impfstoffe 2020/21

Das baden-württembergische Sozialministerium hat die Landesärztekammer in einem Schreiben vom 4. November über die aktuelle Situation hinsichtlich Influenza-Impfstoffen informiert. Darin heißt es:

"Dem Ministerium für Soziales und Integration liegen Informationen über einen ungedeckten Bedarf an Influenzaimpfstoff in einzelnen Regionen vor. Offenbar ist die Nachfrage bezüglich der Influenzaimpfungen durch die Corona-Pandemie gestiegen. Der empfohlene Impfzeitraum beginnt Mitte Oktober bis November, im Gegensatz zu den zurückliegenden Jahren wurden dieses Jahr jedoch bereits im September eine Vielzahl von Patientinnen und Patienten geimpft. Bisherige Erkenntnisse legen insbesondere nahe, das beispielsweise unter Beschäftigten im Gesundheitswesen und durch Betriebsärzte viele Impfungen bereits erfolgt sind. Dies lässt sich auf vermehrte Aufrufe zur Grippe-Impfung und der intensivierten medialen Berichterstattung zum Thema Impfen durch die Corona-Pandemie erklären. Diese Faktoren führen momentan zu einer regional unterschiedlichen Verfügbarkeit des Influenzaimpfstoffes, bis hin zu einem Engpass in manchen Arztpraxen und Apotheken.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat rund 18,8 Millionen Dosen an saisonalen Influenzaimpfstoffen freigegeben (Stand: 02.10.2020) und erwartet für die Impfstoffsaison 2020/2021 deutschlandweit insgesamt ca. 26 Millionen Dosen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass in der entsprechenden Saison die jeweils verfügbaren Impfstoffgesamtmengen nicht vollständig verbraucht wurden. Insbesondere durch die Erhöhung der Gesamtmenge von rund 6 Millionen Dosen im Vergleich zum Vorjahr ist davon auszugehen, dass trotz der vermehrten Nachfrage insgesamt genügend Impfstoff für die Influenzasaison 2020/2021 zur Verfügung stehen wird.

Das Ministerium für Soziales und Integration rechnet damit, dass die Anfang Oktober vom PEI freigegebenen Impfstoffdosen zeitnah in den Apotheken und Arztpraxen eintreffen werden. Auch Impfungen, die zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden, bieten einen ausreichenden Schutz vor einer Influenzainfektion, denn nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) hat die jährliche Influenzawelle in Deutschland in den vergangenen Jahren meist erst nach der Jahreswende begonnen. Nach erfolgter Impfung dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden bzw. nicht möglich sein, kann es nach Angaben des RKI im Dezember und selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich sei nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird.

Laut RKI verläuft eine Influenzaerkrankung bei gesunden Kindern oder bei Erwachsenen unter 60 Jahren in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen. Auch im Rahmen der COVID-19-Pandemie spricht die Ständige Impfkommission des RKI (STIKO) keine generelle Impfempfehlung aus (siehe Stellungnahme der STIKO: Bestätigung der aktuellen Empfehlungen zur saisonalen Influenzaimpfung für die Influenzasaison 2020/2021 in Anbetracht der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, Epid Bull 32+33/2020). Dass die STIKO die Influenzaimpfung nur für bestimmte Personengruppen empfiehlt, bedeutet jedoch nicht, dass von einer Influenzaimpfung anderer Personen abgeraten wird. Weitere Informationen zum Thema Grippeimpfung sind auf der Homepage des RKI  zu finden.

Die von der Landesregierung empfohlenen Corona-Schutzmaßnahmen, insbesondere die Einhaltung der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene und Alltagsmaske), die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern zu den Mitmenschen und die Reduzierung der persönlichen Kontakte (vor allem in geschlossenen Räumen), vermindern nicht nur das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus, sondern können zudem vor einer Ansteckung mit Influenza- und Erkältungsviren schützen."

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letzte Änderung am 05.11.2020