Aktuelle Medienberichte bezüglich Homo-/Transsexualität und Krankheit

Aktuell berichten verschiedene Medien über einen Herzchirurgen aus Karlsruhe, der sich zu den Themen Homo-/Transsexualität und Krankheit geäußert hat. Eine berufsrechtliche Bewertung des aktuellen Vorgangs obliegt der Bezirksärztekammer Nordbaden, einer Untergliederung der Landesärztekammer Baden-Württemberg; der dortige Kammeranwalt ist informiert.
 
Bereits 2014 hat sich der Deutsche Ärztetag - mit den Stimmen der Delegierten der Landesärztekammer Baden-Württemberg - deutlich gegen jegliche Stigmatisierung, Pathologisierung oder Benachteiligung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung ausgesprochen und die Streichung von Diagnosekategorien, die Homosexualität pathologisieren oder die Möglichkeit von Behandlungen oder Therapien als Option nahelegen, gefordert. "Die wissenschaftliche Forschung hat gezeigt, dass es sich bei Homosexualität weder um eine pathologische Entwicklung noch um eine Erkrankung handelt, sondern um eine Variante der unterschiedlichen sexuellen Orientierungen", hieß es in der damaligen Beschlussbegründung.
Allgemein haben die Kammern des Landes Baden-Württemberg gemäß Heilberufekammergesetz insbesondere die Erfüllung der Berufspflichten der Kammermitglieder zu überwachen. Die Kammern haben bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben die Interessen des Gemeinwohls und die Rechte der Patienten zu beachten.

Die auf der Grundlage des Kammergesetzes beschlossene ärztliche Berufsordnung spiegelt die Überzeugung der baden-württembergischen Ärzteschaft zum Verhalten von Ärztinnen und Ärzten gegenüber den Patientinnen und Patienten, den Kolleginnen und Kollegen, den anderen Partnern im Gesundheitswesen sowie zum Verhalten in der Öffentlichkeit wider. Mit der Festlegung von Berufspflichten von Ärztinnen und Ärzten dient die Berufsordnung zugleich dem Ziel, das Vertrauen zwischen Ärztinnen und Ärzten und Patientinnen und Patienten zu erhalten und zu fördern sowie berufswürdiges Verhalten zu fördern und berufsunwürdiges Verhalten zu verhindern.

Die Gültigkeit der Berufsordnung erstreckt sich auf alle Ärztinnen und Ärzte, die in Baden-Württemberg wohnen und/oder arbeiten; für vertragsärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte gilt darüber hinaus unter anderem die Disziplinarordnung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Die Landesärztekammer weist darauf hin, dass sie Approbationen von Ärzten nicht erteilen oder entziehen kann. Dies ist für ganz Baden-Württemberg Aufgabe des Regierungspräsidiums Stuttgart.

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letzte Änderung am 29.04.2020