Grippe-Impfstoff: kein genereller Versorgungsengpass / lokale Knappheit online melden

Angesichts der COVID-19-Pandemie ist die Impfung gegen Grippe (Influenza) in den Fokus gerückt. So wird unter anderem Personen mit Vorerkrankungen und/oder chronischen Krankheiten, älteren Menschen und Schwangeren zur Grippe-Impfung geraten. Auf diese Weise sollen schwere Grippeverläufe – gegebenenfalls noch zusätzlich zu schweren COVID-19-Verläufen – bestmöglich verhindert werden. Aber reicht der Grippe-Impfstoff aus, um alle Menschen, die sich immunisieren lassen wollen, zu schützen?
 
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, sieht keinen generellen Versorgungsengpass. „Auf Basis des Impfverhaltens der Bevölkerung in den vergangenen Jahren und der für diese Saison erwarteten höheren Anzahl von Impfstoffdosen im Vergleich zu den Vorjahren“ sei aktuell damit zu rechnen, dass es zu keiner Impfstoff-Knappheit komme, gibt das Institut auf der Website bekannt. Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass verfügbare Impfstoffmengen nicht vollständig aufgebraucht wurden. Für die aktuelle Saison rechnet das PEI mit ca. 26 Millionen Impfstoff-Dosen. Sollte es dennoch zum Mangel kommen, könne „vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein Versorgungsmangel nach § 79 Abs. 5 Arzneimittelgesetz erklärt werden“, heißt es weiter. Dies würde Impfstoff-Importe aus dem Ausland erleichtern, das PEI könne sich bei Herstellern der Impfstoffe für eine Extra-Versorgung in Deutschland einsetzen.

Allerdings kann es laut Institut aufgrund der gesteigerten Nachfrage gerade zu Beginn der Impfsaison zu zeitlich begrenzten lokalen oder regionalen Impfstoff-Engpässen kommen – bedingt durch eine räumlich ungleiche Verteilung. Das PEI hat ein Online-Portal eingerichtet, über das beobachteter Mangel gemeldet werden kann. Das Portal richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, an Apothekerinnen und Apotheker sowie an Privatpersonen. Sie können nach Eingabe der jeweils relevanten Daten dem Institut eine entsprechende Verbrauchermeldung zusenden und auf diese Weise auf lokale Knappheit aufmerksam machen. Das PEI will die Angaben nutzen, um die Versorgungslage vor Ort zu beurteilen, sich mit den für die Versorgung Verantwortlichen in Verbindung zu setzen und Wege zur Abhilfe anzuregen.
 
Das Online-Portal „Verbrauchermeldung zu nicht gelisteten Impfstoff-Lieferengpässen“ kann über folgenden Link erreicht werden: https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/lieferengpaesse/verbrauchermeldung/meldung-lieferengpass-node.html

letzte Änderung am 02.11.2020