Was bringt die neue Weiterbildungsordnung?

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg will eines ihrer wichtigsten Regelwerke modernisieren: die Weiterbildungsordnung. Die Verabschiedung der neuen Weiterbildungsordnung wird – aller Voraussicht nach - bei der Vertreterversammlung der Landesärztekammer am 23. November 2019 erfolgen. Danach muss die Satzung noch von der zuständigen Rechtsaufsichtsbehörde, dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg – genehmigt werden. Mit der Veröffentlichung und dem anschließenden Inkrafttreten wird dann im Laufe der ersten Hälfte 2020 zu rechnen sein.
Die neue Weiterbildungsordnung orientiert sich hauptsächlich am Nachweis von Kompetenzen. Herzstück und unverzichtbarer Bestandteil einer kompetenzbasierten Weiterbildung ist dabei das elektronische Logbuch, das mit der neuen Weiterbildungsordnung verpflichtend eingeführt wird.

Auf der Grundlage der umfangreichen Beratungen auf Bundesebene durch die Ständige Konferenz Ärztliche Weiterbildung hat der Ausschuss Ärztliche Weiterbildung der Landesärztekammer Baden-Württemberg die Wünsche und Anregungen, die im Land im Rahmen des Umsetzungsprozesses an die Kammer herangetragen wurden, geprüft und dem Vorstand einen Vorschlag für die Beschlussfassung in der Vertreterversammlung vorgelegt. Dieser Satzungsentwurf orientiert sich eng an den Vorgaben der Muster-Weiterbildungsordnung. Der 120. Deutsche Ärztetag in Freiburg 2017 und der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt 2018 hatten zuvor die strukturellen Vorgaben für die neue Muster-Weiterbildungsordnung verabschiedet. Im November 2018 beschloss der Vorstand der Bundesärztekammer die Gesamtnovelle und empfahl sie den Landesärztekammern zur Umsetzung.

Neben der Umsetzung des Regelwerkes sind noch weitere Vorbereitungen für die Anwendung der neuen Weiterbildungsordnung zu treffen. So ist im Portal der Landesärztekammer das E-Logbuch zu etablieren. Das E-Logbuch dient der kontinuierlichen Dokumentation der absolvierten Weiterbildungsinhalte durch den Weiterzubildenden sowie der Bestätigung des erreichten Weiterbildungsstandes durch den zur Weiterbildung befugten Arzt. Ärzte, die nach der geltenden Weiterbildungsordnung sich bereits als Nutzer von WBmed registriert haben, können bereits vor Inkrafttreten der neuen Weiterbildungsordnung Erfahrungen mit der elektronischen Dokumentation ihrer Weiterbildung sammeln. Mit der neuen Weiterbildungsordnung wird das elektronische Dokumentieren des Lernfortschritts die Standardmethode werden. Die Kammer entwickelt hierfür sowohl für die Weiterbildungsassistenten wie für die Weiterbildungsbefugten Informationsmaterialien.
Bestehende Weiterbildungsbefugnisse werden nach und nach einer Überprüfung unterzogen werden. Die Weiterbildungsbefugnisse sollen auf die kompetenzbasierte Vermittlung von Weiterbildungsinhalten umgestellt werden. Entsprechende Antragsformulare und Prüfkriterien werden entwickelt und mit den Weiterbildungsgremien konsentiert. Die alten Weiterbildungsbefugnisse gelten grundsätzlich auch nach Inkrafttreten der neuen Weiterbildungsordnung für einen Übergangszeitraum fort, bis eine entsprechende Überprüfung stattgefunden hat.

Wer die Weiterbildung nach der geltenden Weiterbildungsordnung begonnen hat, kann sich auch nach dieser Weiterbildungsordnung abschließen. Zu beachten ist allerdings, dass vorgesehen ist, dass eine Auslauffrist von sieben Jahren (für Vollzeitweiterbildung) in den Gebieten und Schwerpunkten und von drei Jahren in den Zusatzweiterbildungen vorgesehen ist. Ziel ist, den Wechsel in die neue kompetenzbasierte Weiterbildungsordnung möglichst zügig zu vollziehen. Auch für den Erwerb neu eingeführter Zusatzbezeichnungen werden Übergangsbestimmungen gelten. Kriterien, die für den Übergangserwerb der neuen Qualifikationen zugrunde zu legen sind, werden mit den Fachvertretern erarbeitet.

Neue Zusatzweiterbildungen Zusatzweiterbildungen, die berufsbegleitend erworben werden können
Ernährungsmedizin Allergologie
Kinder und Jugend Betriebsmedizin
Klinische Akut- und Notfallmedizin Phlebologie
Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologie Psychoanalyse, Psychotherapie
Röntgendiagnostik für Nuklearmedizin Rehabilitationswesen
Sexualmedizin Sozialmedizin
Spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern Schlafmedizin
Spezielle Kinder- und Jugend-Urologie
Transplantationsmedizin











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letzte Änderung am 07.11.2019