Verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg fordert eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln in Ampelfarben als wirksames Instrument zur Verbesserung der Ernährungssituation und zur Vorbeugung ernährungsabhängiger Erkrankungen.

Hintergrund: die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen in Deutschland hat in den letzten zwei Jahrzehnten um 50 Prozent zugenommen (auf 1,9 Mio.), die Zahl der adipösen Kinder hat sich im gleichen Zeitraum verdoppelt (auf 800.000; www.KiGGS.de).

Um einen Überblick über die Nährwertqualität eines Produktes zu erhalten, muss eine einfache und leicht verständliche Kennzeichnung die richtige Kaufentscheidung ermöglichen. So ist zum Beispiel der in Frankreich eingeführte Nutri-Score ein hilfreiches Mittel. Der Verzehr kalorienreicher, gezuckerter Getränke und Fertiglebensmittel trägt neben Bewegungsmangel wesentlich zur übermäßig starken Gewichtszunahme, Adipositas, Typ-2-Diabetes, Karies sowie weiterer chronischer Krankheiten wie koronaren Herzerkrankungen bei. Grundlage für den Verzehr adipositasfördernder Getränke und Lebensmittel ist oft der Einkauf im Supermarkt oder Discounter. Viele Lebensmittel und Getränke sind nicht ausreichend beziehungsweise mit irreführender Werbung gekennzeichnet oder die Kaufentscheidung erfolgt meist nach dem Preis (Billiges bevorzugt). Unausgewogene Ernährung wird somit bereits häufig im Kindesalter „erlernt“.

Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg: „Die gesunde Wahl muss zur einfachen Wahl werden. Ernährungsbildung allein als Maßnahme gegen Übergewicht und Fehlernährung reicht nicht aus! Deshalb fordert die baden-württembergische Ärzteschaft eine deutliche und verständliche Kennzeichnung der Lebensmittel und deren Nährstoffprofil“.

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letzte Änderung am 22.07.2019