Minister Manne Lucha startet "Zukunft Organspende"

Stuttgart, 16. Januar 2019. Die Region Baden-Württemberg der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) bietet ab diesem Jahr mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung den Entnahmekrankenhäusern im Land neue jeweils individuell angepasste Schulungen für Ärzte und Pflegende auf den Intensivstationen an. Die Landesärztekammer, die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft und das Ministerium für Soziales und Integration begleiten das Projekt fachlich. Am heutigen Mittwoch (16. Januar) fand in der Bezirksärztekammer Nord-Württemberg in Stuttgart die Auftaktveranstaltung für das Förderprojekt unter dem Motto „Zukunft Organspende“ statt.

„Das Land Baden-Württemberg unterstützt seit einigen Jahren die Ausbildung von Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha. „Die Transplantationsbeauftragten haben die Aufgabe, das medizinische Personal in ihrem Krankenhaus über die Abläufe bei einer Organspende zu informieren. Nun erhalten sie bei der Umsetzung dieser bedeutenden Aufgabe weitere Hilfe. Dies ist ein wichtiger Schritt, um das Thema Organspende im Klinikalltag präsenter zu machen.“

Dr. med. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, fügte hinzu: „Die Aufklärung der Bevölkerung über die lebensrettende Seite der Organspende ist eine wichtige Aufgabe. Aber auch bei vielen Ärzten und Pflegenden besteht ein großer Informationsbedarf, denn eine Organspende ist in vielen Krankenhäusern ein seltenes Ereignis. Hier setzt das neue Schulungsprogramm an.“

Die Schulungen decken die folgenden Inhalte ab: Erkennung möglicher Organspender, Spendereignung, Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, Angehörigenbegleitung, organprotektive Intensivmaßnahmen und Organentnahme. Es gibt dabei Unterstützung durch externe Experten, z.B. Neurologen, Entnahmechirurgen, Transplantierte und Angehörige von Organspendern. Speziell geschulte Koordinatoren der DSO begleiten die Maßnahmen als Tutoren. Interaktive Lernmethoden kommen zum Einsatz. Es wird eine Evaluation mit Vorab- und Danach-Wissenstests geben.

„Das Förderprogramm der DSO ist eine gute Unterstützung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern. Da jede Schulung speziell auf das jeweilige Krankenhaus zugeschnitten wird, bietet sie den Intensivteams die Möglichkeit, sich gezielt auf Organspenden in ihrem Krankenhaus vorzubereiten“, erklärte Detlef Piepenburg, Vorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e.V. (BWKG) und Landrat des Kreises Heilbronn.

PD Dr. med. Christina Schleicher, Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Baden-Württemberg führte aus: „Wir sind froh über die Möglichkeit, sowohl Transplantationsbeauftragte ebenso wie alle Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern noch besser unterstützen zu können. Unser Ziel ist es, dass der Gedanke an die Organspende am Lebensende in den Krankenhäusern zur Selbstverständlichkeit wird.“

Die Baden-Württemberg Stiftung stellt 750.000 Euro für das Förderprojekt zur Verfügung. Damit werden die zentralen Ausbildungen der Transplantationsbeauftragten und die individuellen Schulungen zur Sensibilisierung und Ausbildung der Intensivteams in Krankenhäusern finanziert. Das Programm ist derzeit für eine Laufzeit von fünf Jahren ausgelegt.

Die DSO ist die Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende gemäß Transplantationsgesetz. Sie unterstützt bundesweit rund 1.250 Entnahmekrankenhäuser bei der Durchführung von Organspenden. In der Region Baden-Württemberg gibt es 120 Krankenhäuser, zu deren Aufgaben es gehört, mögliche Organspenden zu erkennen und an die DSO zu melden. Im Jahr 2018 gab es in Baden-Württemberg 126 Organspender. 2017 waren es 95.

Hier gelangen Sie zu den Vorträgen.

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letzte Änderung am 16.01.2019