Ehrungen für verdiente Persönlichkeiten

Hohe Auszeichnungen in den Bezirksärztekammern

Im Auftrag des Präsidenten der Bundesärztekammer überreichte Südbadens Kammerpräsident Dr. Ulrich Voshaar im Rahmen der Südbadischen Vertreterversammlung das Ehrenzeichen der Deutschen Ärzteschaft an Dr. paed. Ulrich Stößel, der von 1979 bis 2014 an der Abteilung für Medizinische Soziologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg lehrte und forschte. Generationen von Freiburger Medizinstudenten haben bei ihm die nach der damals neuen Studienordnung mit dem ökologischen Stoffgebiet neu eingeführten Vorlesungen, Seminare und Kurse in Medizinischer Soziologie und Sozialmedizin besucht. Von 2014 an war Dr. Stößel zusätzlich Lehrbeauftragter in Medizinischer Soziologie und im Studiengang „Global and Urban Health“. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Themen wie Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung, bevölkerungsbezogene Herz-Kreislauf-Prävention, Krankheit und soziale Lage, gesundheitliche Belastungen und Beanspruchungen in den Gesundheitsberufen sowie die Versorgungsforschung im Gesundheitswesen. Dr. Stößel hat sich über einen Zeitraum von beinahe 40 Jahren in den psychosozialen Fächern der Medizin in Forschung und Lehre sowie in der Weiterbildung und Fortbildung von Ärztinnen und Ärzten kontinuierlich und mit nachhaltigen Erfolgen engagiert. Er hat sich damit um die medizinische Wissenschaft, die Gesundheit der Bevölkerung und den ärztlichen Berufsstand außerordentlich verdient gemacht. In Anerkennung dieser beruflichen Lebensleistung wurde ihm daher das Ehrenzeichen der deutschen Ärzteschaft verliehen.

Kammervizepräsidentin Dr. Paula Hezler-Rusch verlieh die Albert-Fraenkel-Plakette der Bezirksärztekammer Südbaden an Dr. Margarete Kaasch. Sie hatte in guter Abwägung zwischen beruflichen Anforderungen und der Versorgung ihrer vier Kinder weit über das übliche Maß hinaus ärztlich gewirkt, und das sowohl im Rahmen ihrer klinischen stationären wie auch ihrer Praxistätigkeit und insbesondere über ehrenamtlichen Einsätze in der Dritten Welt, unter anderem in Äthiopien, Nigeria, Zaire, Ruanda und Indien. Darüber hinaus brachte und bringt sie ihre große Erfahrung ehrenamtlich in der Telefonseelsorge ein. Nach den Worten von Dr. Hezler-Rusch hat sich Dr. Kaasch um den ärztlichen Beruf und um dessen Ansehen in der Öffentlichkeit besonders verdient gemacht und ist demnach würdige Trägerin der Albert-Fraenkel-Plakette.

VV-Südbaden

Dr. P. Hezler-Rusch, Dr. U. Stößel, Dr. M. Kaasch, Dr. U. Voshaar


In Südwürttemberg hatte der Kammervorstand zwei Auszeichnungen beschlossen. Kammerpräsident Dr. Michael Schulze überreichte im Rahmen der Vertreterversammlung daher die Wilhelm-Griesinger-Medaille vor der Vertreterversammlung an Prof. Dr. Gernot Lorenz, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Tübingen, und an Dr. Gisela Schneider, Direktorin des Difäm in Tübingen.

Der Allgemeinmediziner Prof. Lorenz war von 1979 bis 2013 in Pfullingen niedergelassen und erhielt einen Lehrauftrag für Allgemeinmedizin an der Universität Tübingen. 1985 wurde er zum Fachgutachter für Allgemeinmedizin der Gutachterkommission der Bezirksärztekammer Südwürttemberg bestellt. Seit Juli 2012 ist er als ständiger ärztlicher Beisitzer für die Gutachterkommission tätig. Von 1995 bis 2011 war er Prüfer und Fachgutachter im Weiterbildungsausschuss der Bezirksärztekammer. Seit mehr als zwanzig Jahren ist Prof. Lorenz als Kursleiter, Gruppenmoderator und Referent bei der Fortbildungsakademie der Bezirksärztekammer tätig. Ende der achtziger Jahre wurde er Mitglied der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung. Stellvertretendes Mitglied der Vertreterversammlung der Bezirksärztekammer Südwürttemberg war er von 1999 bis 2003 und Mitglied der Vertreterversammlung von 2007 bis 2011. Von 2002 bis 2008 war Prof. Lorenz außerdem Moderator des Qualitätszirkels Sucht im Kreis Reutlingen. - Prof. Lorenz hat sich als Arzt und in der ärztlichen Berufspolitik um den ärztlichen Beruf und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit in besonderer Art und Weise verdient gemacht hat. Auch die Bezirksärztekammer Südwürttemberg profitierte und profitiert durch seine Tätigkeit in der Gutachterkommission und als Referent bei der Fortbildungsakademie bis heute von Prof. Lorenz’ breitem Engagement.

Dr. Gisela Schneider legte mit ihrer Ausrichtung auf Public Health und Tropenmedizin und ihrer langjährigen Tätigkeit in Gambia für das WEC international, einem weltweit agierenden Missionswerk, frühzeitig den Grundstock für ihre spätere Tätigkeit beim Deutschen Institut für ärztliche Mission e. V. (Difäm) in Tübingen. Es setzt sich als Organisation für weltweite christliche Gesundheitsarbeit seit über 100 Jahren für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung im Globalen Süden ein. Im Juli 2004 begann sie ihre Arbeit beim Difäm und stieg 2007 zu dessen Direktorin auf. Sie hat sich seither in dieser Funktion, als Ärztin, aber auch als Kursleiterin und Ausbilderin für Fachkräfte, die in öffentlichen Gesundheitssystemen und in der Tropenmedizin tätig werden möchten, um den ärztlichen Beruf und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit in Tübingen, in Südwürttemberg und darüber hinaus besondere Verdienste erworben, so Dr. Schulze in seiner Laudatio. Die Bezirksärztekammer Südwürttemberg ehrte mit Frau Dr. Schneider eine vorbildliche Ärztin, die sich in einmaliger Weise für die Gesundheit von Menschen einsetzt, die nicht von einem funktionierenden Gesellschafts- und Gesundheitssystem profitieren können, wie wir es in Deutschland vorfinden.

Ehrung-Südwürttemberg

Prof. Dr. G. Lorenz, Dr. G. Schneider, Dr. M. Schulze

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letzte Änderung am 19.11.2018