Pädiatrische Ressourcensicherung in Baden-Württemberg

Versorgungsangebote für Kinder und Jugendliche

Aufgrund aktueller Entwicklungen von Demografie und Allokation von Ressourcen ist die Qualität der gegenwärtig vorgehaltenen Strukturen für akut und chronisch erkrankte Kinder und Jugendliche existentiell gefährdet, so ein gemeinsames Positionspapier des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. in Baden-Württemberg, der regionalen pädiatrischen Ärztenetze, des Verbandes Leitender Kinder- und Jugendärzte und Kinderchirurgen Deutschlands sowie der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Die Organisationen gehen davon aus, dass in den nächsten fünfzehn Jahren mit steigenden Zahlen von Geburten und Kindern unter zehn Lebensjahren bei etwa konstanter Zahl von Adoleszenten zu rechnen ist. Zudem zeigten sich in Baden-Württemberg erhebliche Unterschiede zwischen städtischen Verdichtungsräumen und dem ländlichen Raum, die eine differenzierte Betrachtung und Ressourcenentwicklung erforderlich machten. Die Unterversorgung zeichne sich nicht nur im niedergelassenen, sondern auch im klinischen Bereich ab: Die Zahl der Kinder- und Jugendkliniken und Kinder- und Jugendlichen-Stationen sei deutschlandweit stark rückläufig und möglicherweise nicht überall ausreichend. Im Südwesten seien pädiatrische Betten nicht mehr im Landeskrankenhausplan als solche ausgewiesen und könnten von Geschäftsführungen fast beliebig "umgewidmet" werden. Es lägen - trotz zuletzt steigender Geburtenzahlen - keine Informationen über tatsächlich vorgehaltene Betten für Kinder und Jugendliche vor.

Die Verfasser der gemeinsamen Erklärung fordern ein landesweites und entschlossenes gemeinsames Vorgehen der Entscheidungsträger, um auch in Zukunft angemessene Versorgungsangebote für kranke Kinder und Jugendliche vorhalten zu können. Sie gehen davon aus, dass die Kinder- und Jugendmedizin in Baden-Württemberg ohne eine öffentliche Diskussion über ihre Ressourcenausstattung die Aufgabe der Sicherstellung von Kinder- und Jugendgesundheit im Sinne der Daseinsvorsorge nicht mehr gewährleisten kann.

Das Positionspapier ist hier veröffentlicht.

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letzte Änderung am 27.08.2018