Elektronisches Rezept (E-Rezept)

Die elektronische Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in der Telematikinfrastruktur (TI) wird ab dem 1. Januar 2022 verpflichtend vorgegeben werden. So sieht es das Patientendatenschutzgesetz (PDSG) vor, das am 03.07.2020 vom Bundestag beschlossen wurde.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die gematik beauftragt eine zentrale Standard-App für die E-Rezept-Abwicklung zu entwickeln. Ziel ist es dabei, zukünftig ausschließlich elektronische Arzneimittelverordnungen auszustellen. Zum 30.06.2020 lieferte die gematik die verbindlichen Vorgaben zur Zulassung der benötigten Fachdienste, Spezifikationen für das E-Rezept-Frontend des Versicherten so¬wie einen Implementierungsleitfaden für Primärsysteme. Mit der Veröffentlichung des Dokumentenpakets (Release 4.0.0) können Anwendungen für das E-Rezept nun als App und als Module in den Praxis- und Apothekenverwaltungssystemen entwickelt werden. Demzufolge können Ärztinnen und Ärzte künftig elektronische Verordnungen für verschreibungspflichtige Arzneimittel in ihrem Praxisverwaltungssystem erstellen, elektronisch signieren und speichern. Die gematik-App soll wichtige Funktionen wie z.B. eine Apothekensuche sowie eine Kommunikationsmöglichkeit für Vorabanfragen an Apotheken enthalten. Patienten sollen zusätzlich die Möglichkeit bekommen, ihre Verordnungen aus der gematik-App über eine Weiterleitungsfunktion an andere App-Anbieter (sog. Drittanbieter) zu übertragen.


Für die Einlösung des E-Rezeptes wird es zwei Wege geben:

  1. Der Patient kann sich das Rezept direkt vom behandelnden Arzt als 2D-Code auf sein Smartphone übermitteln lassen. Dieses kann er dann digital via App entweder direkt einer Apotheke seiner Wahl zuweisen, so dass das Medikament dort vorab bereitgestellt werden kann. Oder er zeigt den 2D-Code seines E-Rezepts auf dem Smartphone direkt vor Ort in der Apotheke vor, wo er eingescannt und bearbeitet werden kann.
  2. Patienten ohne Smartphone können sich das Rezept in Form eines 2D-Codes vom behandelnden Arzt als Ausnahme und Übergangslösung auch ausdrucken lassen. Diesen Papierausdruck legt er dann in der Apotheke seiner Wahl vor Ort vor.


Wie das E-Rezept funktioniert (Verschreibung und Einlösung) können Sie hier auch noch einmal in dieser Grafik nachvollziehen.

Weitere Informationen zum E-Rezept finden Sie auf der Seite der gematik. Auch die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA) hat eine eigene Webseite zum E-Rezept gelauncht. Auf dieser wird umfangreich erklärt, wie die digitale Verordnung funktionieren soll.

letzte Änderung am 02.02.2021

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