elektronische Patientenakte

Die elektronische Patientenakte - kurz: ePA - Ab 1. Januar 2021 können alle gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) ihrer Krankenkassen erhalten. Es wird, je nach Krankenkasse, unterschiedliche Varianten der ePA geben, die sich in Aussehen und Funktionalität voneinander unterscheiden können. Eines haben jedoch alle gemeinsam, sie dienen der Speicherung von Befunden, Diagnosen und Berichten. Darüber hinaus müssen sie neben einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch eine Zulassung der gematik besitzen.

Zunächst startet die ePA zu Jahresbeginn mit einem sogenannten "Soft-Launch" in eine Testphase in ausgewählten Praxen (Berlin, Westfalen-Lippe). Der flächendeckende Einsatz in den Praxen ist dann ab Mitte 2021 geplant. Ab dann sind auch die Ärzte und Psychotherapeuten gesetzlich verpflichtet die digitale Akte zu befüllen und sollten bis zum 01. Juli 2021vorbereitet sein: Um Dienst-Leistungen bezüglich der ePA gewährleisten zu können, muss der E-Health-Konnektor der Praxis mit einem Software-Update (PTV-4-Update) zum sogenannten ePA-Konnektor aufgerüstet werden. Derzeit plant die gematik im zweiten Quartal 2021 die ersten Zulassungen dieser Software-Updates. Darüber hinaus ist ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) sowie ein ePA-Modul für das Praxisverwaltungssystem (PVS) notwendig. Letzteres soll eine komfortable Übertragung der Daten aus dem PVS ins die ePA gewährleisten (bspw. per Drag and Drop). Auch die ePA-Module müssen allerdings erst von der gematik bestätigt werden.

Die vom Gesetzgeber vorgesehene Sanktionen bezüglich der erwähnten notwendigen technischen Komponenten wurden nun entschärft. Ursprünglich wurde festgelegt, dass Arztpraxen spätestens ab dem 01. Juli 2021 über die se Technik verfügen müssen, andernfalls drohte die Kürzung von 1 Prozent der vertragsärztlichen Tätigkeit. Dies soll nun aber nicht gelten, wenn die notwendigen und von der Industrie zugelassenen Komponenten vor dem 01. Juli 2021 von den Ärztinnen und Ärzten bei den Anbietern wenigstens bestellt worden sind. Das bestätigten das Bundesgesundheitsministerium und die Bundesärztekammer.

Mit Hilfe der ePA können ab 2021 gesundheitsbezogene Daten zwischen dem Patienten und den Leistungsträgern ausgetauscht werden. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Anwendung. Diese Anwendung soll geeignet sein "Daten über Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte sowie Impfungen für eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation über die Versicherten sowie […] von Versicherten selbst oder für sie zur Verfügung gestellten Daten" aufzunehmen (§ 341 Abs. 2, Satz 2, Nr. 1 SGB V).

Die ePA dient allerdings nicht nur zur Information für gesetzlich Versicherte, sondern - nach Patienteneinwilligung - auch den Leistungsträgern (Ärzten, Therapeuten etc.). Ärztinnen und Ärzte haben aber keinen direkten Zugriff auf die ePA, sondern dürfen erst nach Einwilligung der Patientin oder des Patienten und der technischen Zugriffsfreigabe Einsicht nehmen. Darüber hinaus soll die ePA den Austausch der Dokumente zwischen verschiedenen Ärzten, Apothekern, Kliniken und dem Patienten erleichtern und unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden. Als Informationsquelle kann sie so also die Patientenversorgung verbessern und hält den Patienten alle persönlichen Gesundheitsinformationen jederzeit bereit. Der gematik zu Folge ist die ePA - als Akte für Patienten - eine "Sekundärquelle" für die Leistungsträger. In dieser Funktion kann sie die Rolle der Patienten stärken und gleichzeitig eine bessere Personalisierung der Behandlung durch Ärzte und Therapeuten ermöglichen.

Die stufenweise Einführung der ePA verspricht einen bedeutenden Schritt in der deutschen Gesundheitsversorgung. Das Bundesministerium für Gesundheit kündigt dabei ein Höchstmaß an Schutz an: „Die verschiedenen elektronischen Patientenakten der Krankenkassen müssen festgelegte Sicherheitsvorgaben erfüllen, sonst bekommen sie keine Zulassung“.

Das Verfügbarmachen von sektorenübergreifend behandlunsgrelevanten Dokumenten, sprich die „Erstbefüllung der ePA“, soll den Ärztinnen und Ärzten gemäß dem Gesetzentwurf mit 10 Euro honoriert werden. Hinzukommen sollen 8,79 Euro für den Eintrag der Notfalldaten in die Akte. Die Vergütung weiterer ärztlicher Leistungen im Zusammenhang mit der ePA verhandelt die KBV derzeit mit den Krankenkassen im Bewertungsausschuss. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite der KBV.

Ein Erklärvideo zur elektronischen Patientenakte finden Sie auf der Webseite der gematik. Darüber hinaus finden Sie hier ein weiteres Video der gematik zur Demonstration der ePA im Praxisverwaltungssystem.

letzte Änderung am 14.06.2021

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