Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

News: E-Rezept und eAU starten wie geplant Anfang 2022

AU-Bescheinigung und Rezepte bis 30. Juni 2022 weiterhin in Papierform möglich

Das E-Rezept und die eAU werden wie geplant zum Jahresanfang 2022 starten. Darauf haben die Kassenärztliche Bundes¬vereinigung (KBV) und das für die Umsetzung zuständige Unternehmen Gematik heute hingewiesen. Die KBV hat allerdings eine Richtlinie festgesetzt, wonach einzelne Arztpraxen im Ersatzverfahren bis 30. Juni 2022 auch noch mit Papierbelegen arbeiten dürfen, wenn technische Schwierigkeiten bei der Digitalisierung im Wege stehen. Damit soll erreicht werden, dass der Praxisbetrieb zu Jahresbeginn reibungslos läuft und die Patienten wie gewohnt versorgt werden können.

Ursprünglich war vorgesehen, dass im ersten Schritt ab dem 01. Januar 2021 alle Praxen gesetzlich verpflichtet sind, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ihrer Patienten elektronisch an die Krankenkassen zu übermitteln. Dann haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband unter Zustimmung des Bundesministeriums aber auf eine Übergangsregelung geeinigt. Diese besagte, dass sich das Verfahren der Ausstellung einer AU erst ab dem 01.10.2021 ändert. Auch dann erhält der Versicherte nach wie vor eine AU als Papierausdruck, die er an seinen Arbeitgeber weiterreicht. Die Zuleitung der AU an die Krankenkasse übernimmt dann aber nicht mehr der Versicherte selbst, sondern der ausstellende Arzt. Er übermittelt über die Telematikinfrastruktur die elektronische AU (eAU), die mit Hilfe des eArztausweises signiert wird, an die zuständige Krankenkasse. Die Übermittlung findet mittels dem Kommunikationsdienst im Medizinwesen (KIM) statt. Dieses neue Verfahren gilt auch für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die im Zuge des Entlassmanagements durch stationär tätige Ärztinnen und Ärzte ausgestellt werden.

In einem zweiten Schritt entfällt die Vorlagepflicht der AU in Papierform des Arbeitnehmers: Ab dem 01.07.2022 ist der Arbeitnehmer nicht mehr dazu verpflichtet, seine AU in Papierform beim Arbeitgeber vorzulegen. Der Arbeitgeber ruft ab dann die elektronische AU direkt bei der zuständigen Krankenkasse ab. Für Beweisführungszwecke bekommt der Arbeitnehmer dennoch einen "Gelben Schein" in Papierform. Die Anzeigepflicht des Arbeitnehmers, sich unverzüglich beim Arbeitgeber krank zu melden, bleibt jedoch weiterhin unverändert. Diese Änderungen gelten zunächst nur für gesetzlich Krankenversicherte.

Zum Thema elektrische AU-Bescheinigung und wie sie funktioniert hat die KBV auf ihrer Infoseite ein gelungenes Erklärvideo zur Verfügung gestellt.

Da die eAU anders aussieht als das Muster 1, haben viele Patienten Fragen zum Umgang mit der Bescheinigung. Die KBV hat deshalb eine Patienteninformation bereitgestellt, die Praxen selbst ausdrucken und ihren Patienten mitgeben können. Für Praxen, die sich selbst über die eAU informieren wollen, stehen neben einer ausführlichen Praxisinformation ein kurzes Erklärvideo und eine interaktive Checkliste „Sind Sie startklar für die eAU?“ auf der Themenseite der KBV bereit.


letzte Änderung am 17.01.2022

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