Digitale Transformation wird ärztliche Arbeit grundlegend verändern

24. Gesundheitsforum Südwürttemberg nahm Digitalisierung in den Fokus

Die Digitalisierung wird den medizinischen Bereich umfassend und nachhaltig verändern. Welche Therapiemethoden stehen zukünftig zur Verfügung? Wohin entwickelt sich das Arzt-Patienten-Verhältnis? Welche Chancen, Risiken und Gefahren kommen auf die Ärzteschaft zu? Diese Aspekte thematisierte das diesjährige Gesundheitsforum der Bezirksärztekammer Südwürttemberg am vergangenen Samstag, das coronabedingt als Web-Seminar per Livestream stattfand. Unter dem Titel „Digitalisierung in der Medizin: Fluch, Segen, Bedrohung?“ referierten hochkarätige Expertinnen und Experten zu verschiedenen Themenbereichen. Die Veranstaltungsteilnehmer konnten per Chat Fragen stellen und Diskussionen anregen.  

"Digitalisierung krempelt unsere Arbeit als Ärztinnen und Ärzte erheblich um", stellte Prof. Dr. Marko Wilke, Präsident der Bezirksärztekammer Südwürttemberg, zu Beginn fest. Die Entwicklung sei in vollem Gang - beispielhaft nannte er die durch Corona vorangetriebene Etablierung der Videosprechstunde: „Vor zwei Jahren war das die Ausnahme - jetzt setzen wir sie routinemäßig ein."

Einen Überblick über die Medizin "auf dem digitalen Highway" gab anschließend Dr. Matthias Fabian, der Vorsitzende des Ausschusses "IT im Gesundheitswesen" bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Dr. Fabian sprach unter anderem über digitale Möglichkeiten der Befunderkennung, über vernetzte Sektoren der Notfallversorgung, über Entscheidungshilfen von Künstlicher Intelligenz im ärztlichen Alltag, über Telemonitoring bei Patienten im häuslichen Umfeld und über zukünftige Möglichkeiten der Pandemiebewältigung. Die Ärzteschaft sei auch weiterhin mit ihrer medizinischen Expertise gefragt, bilanzierte Dr. Fabian, Es gehe darum, die sich bietenden neuen digitalen Möglichkeiten richtig zu nutzen und zu gestalten sowie sie in angemessener Art und Weise zum Patienten zu bringen.

Die anderen hochkarätigen Referentinnen und Referenten sprachen über Änderungen im ärztlichen Selbstverständnis, über digitale Gesundheitsanwendungen, über die Zusammenarbeit mit zusehends vorinformierten Patienten sowie über "Big Data" und personalisierte Medizin im praktischen Einsatz. Referiert wurde auch über stetig größer werdende bürokratische Herausforderungen, über die Geschlechterrollen bei der Digitalisierung und über Gefahren durch Cyberkriminelle, die Sicherheitslücken ausnutzen und dem Gesundheitssystem massiv schaden können. Dabei gelang es den vortragenden Expertinnen und Experten, Prozesse und Entwicklungen der Digitalisierung sehr anschaulich und facettenreich zu schildern. Das Skizzieren von Lösungsansätzen stand stets im Vordergrund.

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letzte Änderung am 19.04.2021