Arztausweis

Herkömmlicher Arztausweis (kostenfrei)

Der herkömmliche Arztausweis wird seit einigen Jahren im Scheckkartenformat ausgestellt. Er ist fälschungssicher und wird mit einem speziellen Logo versehen. Anders als der Elektronische Heilberufsausweis (s.u.) dient der Arztausweis lediglich dem Nachweis der Kammermitgliedschaft und hat keine elektronische Funktion.

Übrigens: Durch den Aufdruck Ihrer Einheitlichen Fortbildungsnummer (EFN) auch in kodierter Form auf Ihrem Arztausweis, brauchen Sie keine EFN-Klebeetiketten dabei zu haben, sondern Sie lassen einfach Ihren Arztausweis einscannen. Das ist mittlerweile gängige Praxis und wird bei zahlreichen Veranstaltungen angeboten.

Den Arztausweis bekommen Sie bei Ihrer Bezirksärztekammer:

Bezirksärztekammer Nordwürttemberg

Bezirksärztekammer Nordbaden

Bezirksärztekammer Südbaden

Bezirksärztekammer Südwürttemberg


Elektronischer Arztausweis (kostenpflichtig)

Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg können seit April 2016 über die Bezirksärztekammern Nordwürttemberg, Nordbaden, Südbaden und Südwürttemberg ihren elektronischen Arztausweis beantragen. (Den "herkömmlichen" Arztausweis gibt es auch weiterhin; siehe oben)

Arztausweis-website

Drei digitale Startanwendungen der Telematikinfrastruktur sollen künftig einer besseren ärztlichen Information und Kommunikation dienen: das Notfallfalldatenmanagement (NFDM), der elektronische Medikationsplan (eMP) und die Kommunikation im Medizinwesen (KIM). Für die Nutzung dieser medizinischen Anwendungen macht der Gesetzgeber hierbei eine grundsätzliche Vorgabe: den elektronischen Arztausweis. Damit wird sichergestellt, dass nur berechtigte Personen auf die medizinischen Daten des Versicherten zugreifen können. Eine weitere Anwendung, die vor ihrer bundesweiten Einführung steht, ist die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU).

Neben der grundsätzlichen gesetzgeberischen Vorgabe sind es die Funktionen des eArztausweises, die seinen Einsatz im Rahmen der Anwendungen sinnvoll und notwendig machen. Insbesondere ist dies die qualifizierte elektronische Signatur, mit der medizinische Dokumente (NFDM, elektronischer Arztbrief etc.) rechtsgültig elektronisch unterschrieben werden. Die qualifizierte elektronische Signatur ist rechtlich einer eigenhändigen Unterschrift des Arztes oder der Ärztin in der analogen Welt gleichgestellt.

Bis zum Herbst dieses Jahres soll ein Update der Praxis-IT zur Verfügung stehen, das die medizinischen Anwendungen - NFDM, eMP und KIM - im Zusammenspiel mit dem Konnektor ermöglicht. Da Patientinnen und Patienten gegenüber dem Vertragsarzt einen Anspruch auf die Erstellung eines Notfalldatensatzes und unter bestimmten Voraussetzungen auf einen eMedikationsplan haben, ist mit einer ansteigenden Nachfrage nach elektronischen Arztausweisen zu rechnen. Beide Anwendungen setzen diesen voraus.

Ab dem 1. Januar 2021 ändert sich darüber hinaus das Verfahren der Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU). Nach wie vor erhält der Versicherte eine AU als Papierausdruck, den er an seinen Arbeitgeber weiterreicht. Die Zuleitung der AU an die Krankenkasse übernimmt dann aber nicht mehr der Versicherte selbst, sondern der ausstellende Arzt. Er übermittelt über die Telematikinfrastruktur die elektronische AU, die mit dem eArztausweis signiert wird, an die zuständige Krankenkasse. Die Übermittlung findet mittels KIM statt. Dieses neue Verfahren gilt auch für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die im Zuge des Entlassmanagements durch stationär tätige Ärztinnen und Ärzte ausgestellt werden. Bei der Einführung der elektronischen AU ist dies zunächst der erste von zwei Schritten.

In einem zweiten Schritt entfällt dann die Vorlagepflicht der AU in Papierform des Arbeitnehmers: Ab dem 1. Januar 2022 ist der Arbeitnehmer nicht mehr dazu verpflichtet, seine AU in Papierform beim Arbeitgeber vorzulegen. Für Beweisführungszwecke bekommt der Arbeitnehmer dennoch einen „Gelben Schein“ in Papierform. Der Arbeitgeber ruft ab 2022 die elektronische AU direkt bei der zuständigen Krankenkasse ab. Die Anzeigepflicht des Arbeitnehmers, sich unverzüglich beim Arbeitgeber krank zu melden, bleibt jedoch weiterhin unverändert. Diese Änderungen gelten - Stand heute - zunächst nur für gesetzlich Krankenversicherte.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist es Ärztinnen und Ärzten, die im ambulanten und stationären Bereich Patienten versorgen, zu empfehlen, rechtzeitig einen eArztausweis zu beantragen.

Ihren elektronischen Arztausweis beantragen Sie online im Portal der Landesärztekammer mittels eines mit Ihren Stammdaten bereits vorbefüllten Formblattes. Von Ihrer Bezirksärztekammer erhalten Sie dann mit der elektronischen Auftragsbestätigung eine Auftragsnummer, mit der Sie den Antragsprozess abschließen können. Mit den ausgedruckten und unterschriebenen Antragsunterlagen begeben Sie sich dann zur Identifizierung in eine Postfiliale, die PostIdent anbietet (http://standorte.deutschepost.de/Standortsuche?standorttyp=filialen_verkaufspunkte&lang=de und dort Eingabe der Postleitzahl und des speziellen Service "Postident"). Von dort wird dann das Antragskonvolut an die für Sie zuständige Bezirksärztekammer geschickt. Diese bestätigt Ihre Arzteigenschaft und erteilt der medisign GmbH die Produktionsfreigabe. Die medisign GmbH schickt Ihnen dann in getrennter Post Ihren elektronischen Arztausweis, Ihre PINs und die Rechnung(en).

Von der Landesärztekammer werden für die Ausgabe des elektronischen Arztausweises keine Gebühren erhoben. Allerdings entstehen je nach Auftrag (Karte, Lesegerät und/oder Software) einmalige und monatliche Kosten (www.medisign.de/10produkte/70preisblatt), die von der medisign GmbH in Rechnung gestellt werden.

Hier finden Sie Informationen der medisign GmbH zum Antragsprozess: eHBA

Hier beantragen Sie den elektronischen Arztausweis.

Eine ausführliche Anleitung zum Antragsprozess finden Sie hier.


Hintergrund zum elektronischen Arztausweis

FAQ der Bundesärztekammer rund um den elektronischen Arztausweis

letzte Änderung am 07.07.2020