Der Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte entschieden begegnen

Die Vertreterversammlung der Landesärztekammer Baden-Württemberg ist tief bestürzt über den gewaltsamen Tod des Berliner Kollegen Prof. Dr. Fritz v. Weizsäcker.

Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte, Angehörige von Pflege- und anderen helfenden Berufen in Deutschland nimmt ständig zu und stellt eine zunehmende Bedrohung der in den Gesundheitsberufen arbeitenden Menschen dar.
Die Vertreterversammlung fordert die Verantwortlichen in der Politik und bei den Versicherungsträgern auf, Sicherungsmaßnahmen wie die Einrichtung präsenter Sicherheitsdienste in den besonders gefährdeten Notfallaufnahmen und Notfallpraxen zu unterstützen und für deren Finanzierung Sorge zu tragen.

Begründung:

Die zunehmende Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte nimmt zu und findet den bestürzenden Kulminationspunkt in Ereignissen wie dem gewaltsamen Tod Fritz von Weizsäckers.

Untersuchungen des Deutschen Krankenhausinstitutes zeigen nach Mitteilung des Deutschen Ärzteblattes, dass es in 75% der Notfallambulanzen von Krankenhäusern zu gewalttätigen Übergriffen komme. 58% der Krankenhäuser berichten über eine Zunahme verbaler und körperlicher Übergriffe. Auch die Kriminalstatistik des Landes Baden-Württemberg zeigt lt. Ärzteblatt zwischen 2013 und 2017 einen Anstieg von Gewalttaten gegen Ärzte von 435 auf 692, bei Pflegepersonal sogar von 1725 auf 2436 Fälle. Man muss davon auszugehen, dass es auch im ambulanten Bereich zu gewalttätigen Übergriffen kommt, wobei hier von einer noch höheren Dunkelziffer als in der Klinik auszugehen ist.

Die Kammer selbst unternimmt erhebliche Anstrengungen zur Prävention und zum Umgang mit Gewalt gegen ärztliches Personal und unterhält hierzu einen eigenen Arbeitskreis. Ganz konkret müssen allerdings Anstrengungen zur Prävention von gewaltsamen Übergriffen unternommen werden. Die Präsenz von Sicherheitsdiensten in den besonders gefährdeten Bereichen der Notfallversorgung ist eine sinnvolle und erstrebenswerte Maßnahme und gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Finanzierung aber über die normale Finanzierung von Gesundheitsdienstleistungen zu erfolgen hat.

letzte Änderung am 28.11.2019

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