Positionspapier der Landesärztekammer Baden-Württemberg

Die Vertreterversammlung der Landesärztekammer fordert die Landesregierung und die Medizinischen Fakultäten auf, zur Verbesserung der medizinischen Ausbildung und Weiterbildung folgende Punkte umzusetzen:

  • Die Einführung bzw. Weiterentwicklung von „Clinician Scientist" Programmen. Notwendig hierfür ist die Erstellung von individuellen Programminhalten / Curricula, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den klinisch-fachärztlichen Weiterbildungsinhalten, dem eigenen Forschungsprojekt und dem klinisch-wissenschaftlichen Modul des Clinician ScientistsProgramms beinhalten. Die individuellen Programminhalte / Curricula sind zu Beginn der Weiterbildung wegen der Auswirkungen für die Weiterbildung mit der zuständigen Bezirksärztekammer  abzustimmen. Die inhaltlichen und arbeitsvertraglichen Bedingungen und die Dauer des Programms müssen zu Beginn schriftlich festgelegt und bekannt sein. Dazu gehört auch eine Auslauffinanzierung für ein weiteres Jahr.

  • Stärkere Verankerung der Vermittlung von  Wissenschaftskompetenzen und die Ausbildung von wissenschaftlichen Arbeiten im Medizinstudium durch die Teilnahme an obligatorischen eigenständigen Modulen oder integrierten Längsschnittcurricula.

  • Die Förderung unabhängiger Forschung und eine dauerhafte strukturelle Verankerung der Versorgungsforschung an den Universitäten, dabei soll der Versorgungsforschung der gleiche Stellwert wie der Grundlagenforschung zukommen.

  • Alle an der Lehre Beteiligten sollen über eine Basisausbildung in Medizindidaktik verfügen. Dabei sollen nicht nur konventionelle Lehrformen wie Vorlesung, Seminar und Unterricht am Krankenbett zum Einsatz kommen, sondern auch weiterentwickelte und evidenzbasierende Lehr- und Prüfungsmethoden berücksichtigt werden.

Begründung:

An der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem nimmt die Universitätsmedizin den Aufgabenverbund von Forschung, Lehre und Krankenversorgung wahr. Forschung und Lehre sind zentrale Bestandteile des Wissenschaftssystems und zugleich für die wissenschaftliche Weiterentwicklung des Gesundheitssystems von großer Bedeutung. Mit der Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern und mit der Beteiligung an der Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses wirkt die Universitätsmedizin in das Gesundheitssystem hinein. Mit der Erforschung und klinischen Anwendung neuer Diagnostik und Therapien treiben die Universitätsklinika den medizinischen Innovationsprozess und die Translation wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die Versorgungspraxis voran. Die Universitätsklinika sind integraler Bestandteil des Gesundheitssystems in der Krankenversorgung insbesondere bei schwerstkranken und an komplexen Krankheiten leidender Patienten.

 

 

letzte Änderung am 23.07.2018

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