Sinnvolles Entlassmanagement unterstützen

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg begrüßt die Intention des Gesetzgebers, durch das am 01.10.2017 gestartete Entlassmanagement in Krankenhäusern die Versorgungssituation der Patienten beim Übergang in die ambulante Versorgung zu verbessern.

Wir müssen allerdings feststellen, dass die Umsetzung der geschlossenen Rahmenvereinbarung zwischen DKG und KBV streckenweise ein bürokratisches Monster ist und wirklichkeitsfern. Außerdem fehlt jegliche Gegenfinanzierung, die eine Umsetzung aufgrund der Personalknappheit gefährdet.

Wir fordern daher, dass

  1. die Krankenkassen hierzu zusätzliche Finanzmittel über eine Erhöhung des Landesbasisfallwert zur Verfügung stellen,
  2. DKG und KBV die Bürokratielastigkeit überprüfen und alltagstauglichere Umsetzungen möglich machen,
  3. die niedergelassene Ärzteschaft bei der Einweisung vermehrt den seit 01.10.2016 gültigen Bundesmedikationsplan einsetzt,
  4. den Bundesmedikationsplan so weiter zu entwickeln, dass er die Akzeptanz von Patienten, Niedergelassenen und Krankenhausärzten findet.


Begründung:

Seit dem 1.10.2017 sind die Krankenhäuser verpflichtet, ein strukturiertes Entlassmanagement auf Grundlage des Rahmenvertrages umzusetzen. Hierbei wurden einige bürokratische Hürden aufgebaut.

So müssen beispielweise Medikationspläne fachärztlich (d.h. meist oberärztlich) 24h/7Tage die Woche vidiert werden. Ebenso müssen Rezepte fachärztlich unterzeichnet werden. Dies entspricht nicht dem Arbeitsalltag, in dem sich Fach-/Oberärzte nachts und am Wochenende im Rufbereitschaftsdienst befinden.

Zudem ist es nun notwendig, jeden Patienten über die stationäre Aufnahme zu informieren und ihn oder seinen gesetzlichen Vertreter unterschreiben zu lassen.

Patienten sind doch häufig (z.B. aufgrund einer Demenz/Bewusstseinsstörung) nicht in der Lage, dies zu tun und gesetzliche Vertreter sind entweder noch gar nicht eingesetzt, also nicht vorhanden, oder nicht vor Ort.
Die Umsetzungen sind für den Ablauf und die Patientenversorgung eher hinderlich als förderlich, hier besteht umgehender Nachbesserungsbedarf.

Für all die zusätzlichen Aufgaben wurden keine Finanzierungsmittel zur Verfügung gestellt, entsprechend werden die Aufgaben auf bereits überlastetes Personal übertragen.

Ferner haben derzeit viele Patienten weiterhin keinen einheitlichen Bundesmedikationsplan (BMP) mit einem Barcode zur Verfügung, der unnötige Tätigkeiten wie Abtippen der Pläne oder das Führen mehrere Telefonate (um überhaupt die Medikation zu erfahren) vermeiden helfen würde. Außerdem ist der BMP für den Patienten nur schwer lesbar und für den niedergelassenen Arzt unterfinanziert und nicht in jedes Praxisverwaltungssystem integriert.

 

 

letzte Änderung am 27.11.2017

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