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16. September 2026
Tag der Patientensicherheit: Sicherheit beginnt schon in der Forschung
© Freedomz / stock.adobe.comPatientensicherheit umfasst weit mehr als die Behandlung von Patienten in Klinik und Praxis. Sie beginnt schon dort, wo neue Arzneimittel, Operationstechniken oder Therapieformen erforscht werden und Menschen, die unmittelbar daran beteiligt sind, geschützt werden müssen. Daran erinnert die Landesärztekammer Baden-Württemberg zum „Tag der Patientensicherheit“ (17. September) und weist in diesem Zusammenhang auf die wichtige Arbeit ihrer Ethikkommission hin.
„Wir alle profitieren davon, wenn neue Behandlungsformen und -techniken zur Verfügung stehen“, sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. „Wir müssen aber darauf vertrauen können, dass sie verantwortungsvoll entwickelt wurden und dass Personen, die an entsprechenden Studien teilgenommen haben, keinem unverhältnismäßigen Risiko ausgesetzt waren.“ Hier setze die Arbeit der Ethikkommission an. Sie sorge dafür, dass medizinischer Fortschritt und Patienten- sowie Probandenschutz Hand in Hand gehen. Dies wiederum sei ein wichtiger Baustein für gesellschaftliches Vertrauen in die Medizin und das Gesundheitswesen insgesamt, so Dr. Miller weiter.
Vielfältige Aufgaben
Die Ethikkommission bei der Landesärztekammer überprüft Forschungsvorhaben, bei denen neue Operationstechniken oder neue nichtmedikamentöse Therapieformen zum Einsatz kommen. Ebenso bewertet sie Vorhaben, bei denen die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln, Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika eine Rolle spielen. Und sie beurteilt Forschung von Ärztinnen und Ärzten mit personenbezogenen Daten, menschlichem Gewebe oder Blut berufsethisch und berufsrechtlich. Im Fokus der Kommission stehen dabei stets Überlegungen und Abwägungen, inwieweit Forschungs- und Studienprozesse am Patienten/gesunden Probanden ethisch vertretbar sind.
Zwar arbeitet die Kommission im Hintergrund und steht nur selten im öffentlichen Fokus. Ihre Bedeutung zeigt sich aber schon im Umfang der Verfahren in der jüngsten Vergangenheit: 2025 wurde über rund 940 Anträge entschieden (darunter 400 Erstanträge und zirka 540 nachträgliche Änderungen). Im Vorjahr 2024 waren es 750 Anträge.
Auch Weiterentwicklung der Medizin wird deutlich
„Diese Kennziffern zeigen, wie intensiv die Ethikkommission dazu beiträgt, die Sicherheit und die Würde von Patienten und Probanden zu wahren“, hebt Kammerpräsident Dr. Miller hervor. „Darüber hinaus bezeugen die Zahlen aber auch, wie dynamisch sich die Medizin weiterentwickelt und wie vielfältig neue Forschungsansätze sind.“ Gerade diese Kombination aus medizinischem Fortschritt und Schutz der daran beteiligten Menschen zeichne verantwortungsvolle Forschung aus, so Dr. Miller weiter. „Ich freue mich, dass wir im Südwesten durch unsere Ethikkommission hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.“
Mehr Informationen zur Arbeit der Ethikkommission gibt es auf der Website der Landesärztekammer.
