Die Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Login ist für Mitglieder und bestimmte Benutzergruppen verpflichtend. Klicken Sie auf den Button um mehr zu erfahren.
22. Juni 2026
Gerade jetzt gilt: Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz!
© OFC-Pictures / stock.adobe.comÜber Baden-Württemberg rollt aktuell die Hitzewelle – und gerade zum Wochenende hin nähern sich die Temperaturen bedenklich der 40-Grad-Marke. Die Landesärztekammer warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Folgen der Hitze und ruft die Bevölkerung dazu auf, auf sich und andere aufzupassen, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu meiden und Vorkehrungen für einen effektiven Hitzeschutz zu treffen.
Besonders gefährdet sind vor allem vulnerable Personengruppen wie ältere, schwangere und (chronisch) kranke Menschen. Aber auch beispielsweise Obdachlose und Personen, die im Freien arbeiten, können den hohen Temperaturen nicht ausweichen und sind daher einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt.
Kühlsystem wird überlastet
Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, warnt: „Bei Hitze kann das körpereigene Kühlsystem – gerade bei älteren Menschen – überlastet werden. Im einfachsten Fall treten Regulationsstörungen und Kreislaufprobleme auf. Aber auch viele Herzinfarkte oder Schlaganfälle entstehen ursächlich durch Hitzewellen.“ Der Klimaschutzbeauftragte der Landesärztekammer, Dr. Robin Maitra, ergänzt: Hitze wirke auf alle Organe. Gerade länger andauernde Perioden brächten den menschlichen Körper an die Grenzen seiner Kompensationsfähigkeit und er könne sich nicht hinreichend erholen. Statistische Daten belegten: Hitze könne jederzeit zum medizinischen Notfall werden und bei längeren Episoden steige die Sterblichkeit signifikant an, warnt Dr. Maitra.
Schon „einfache“ Maßnahmen können dabei helfen, für mehr (Eigen-)Schutz zu sorgen. So sollte beispielswiese gerade während der Mittags- und Nachmittagshitze darauf geachtet werden, sich nicht draußen aufzuhalten und körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Arbeiten im Freien sollten in die (noch etwas kühleren) Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Wer Innenräume lüften will, sollte ebenfalls die (frühen) Morgenstunden sowie gegebenenfalls die Nacht dafür nutzen und dafür tagsüber die Räume abdunkeln. Außerdem sollte darauf geachtet werden, ausreichend Flüssigkeit (Wasser und Mineralwasser, Saftschorle, Suppen etc., von Alkohol und Koffein wird abgeraten) aufzunehmen und mehrere kleinere und leichtere Mahlzeiten „über den Tag verteilt“ zu verzehren.
Kinder in den Fokus nehmen
Der Landesärztekammer ist es wichtiges Anliegen, in der aktuell so belastenden Situation auch die Kinder in den Fokus zu nehmen – denn auch und gerade für sie werden Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen schnell gefährlich. Dr. Maitra erläutert: „Die körpereigenen Regulationsmechanismen von Kindern sind oft noch nicht voll ausgebildet, ihre Haut ist empfindlich, sie schwitzen weniger und produzieren gleichzeitig mehr eigene Körperwärme. Sie spielen im Freien und können dabei gar nicht einschätzen, wann sie eine Pause brauchen. Es sind eben Kinder – und keine kleinen Erwachsenen.“ Bei Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder gar Hitzschlag werde die Lage schnell ernst, so Dr. Maitra weiter. Der Organismus von Kindern sei anfälliger und ihr Körper noch nicht voll entwickelt. Eltern sowie Schul- und Kitapersonal sind daher in besonderer Verantwortung, für ihre Schützlinge bestmöglich zu sorgen (Mittagshitze vermeiden, für Trinkmöglichkeiten sorgen, Sonnencreme und Kopfbedeckung nicht vergessen etc.).
Die Landesärztekammer hat auf ihrer Website viele praxistaugliche Tipps zum Thema „Hitzeschutz“ zusammengetragen. Angesprochen werden auch gezielt ältere Menschen, Eltern von Babys und Kleinkindern sowie Beschäftigte in den Betrieben.
