FAQ - Häufig gestellte Fragen zur neuen Weiterbildungsordnung, zum eLogbuch und zur Weiterbildung in Allgemeinmedizin

FAQ Neue Weiterbildungsordnung

Muss ich eine bereits begonnene Weiterbildung zwingend nach der WBO 2020 abschließen?

Nein.

Bei einer bereits begonnenen Weiterbildung können Sie innerhalb eines Übergangszeitraums nach den bisher geltenden Bestimmungen der WBO 2006 Ihre Weiterbildung abschließen.
Sie haben die Möglichkeit, ins neue Recht (WBO 2020) zu optieren.

Wie lange kann ich meine Weiterbildung noch nach der bisherigen WBO 2006 abschließen?

Wenn die Weiterbildung vor dem 01.07.2020 begonnen wurde, dann sehen die Übergangsbestimmungen (§ 20 WBO 2020) vor, dass ab diesem Stichtag eine Facharztweiterbildung noch innerhalb einer Frist von sieben Jahren und Schwerpunktweiterbildungen sowie Zusatzweiterbildungen noch innerhalb einer Frist von drei Jahren nach den Bestimmungen der bisher gültigen WBO 2006 abgeschlossen werden können und die Zulassung zur Prüfung beantragt werden kann.

Verlängert sich die Übergangsfrist, wenn ich meine Weiterbildung in Teilzeit absolviere oder aber Elternzeit in Anspruch genommen habe?

Bei Teilzeittätigkeit verlängert sich die Übergangsfrist, gemäß der die Weiterbildung noch nach der bisherigen WBO 2006 abgeschlossen werden kann, zeitanteilig entsprechend des individuellen Tätigkeitsumfangs.
Unterbrechungen der Weiterbildung, wie z. B. Mutterschutz oder Elternzeit, verlängern die Übergangsfrist hingegen nicht.

Welches Recht gilt, wenn ich nach dem 1.7.2020 mit einer Weiterbildung beginne?

Nach Inkrafttreten der neuen Weiterbildungsordnung, WBO 2020, müssen Sie zwingend Ihre Weiterbildung nach den Bestimmungen dieser Weiterbildungsordnung ausrichten.

Welche neuen Bezeichnungen gibt es in der WBO 2020?

Folgende neue Zusatzweiterbildungen wurden in die neue WBO aufgenommen:
Ernährungsmedizin, Immunologie, Klinische Akut- und Notfallmedizin, Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen, Röntgendiagnostik für Nuklearmediziner, Sexualmedizin, Spezielle Kinder- und Jugendurologie, Spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH), Transplantationsmedizin.

Für diese neuen Zusatzweiterbildungen gelten Übergangsbestimmungen (§ 20 Abs. 7 WBO).

Für die Zusatzbezeichnung „Ernährungsmedizin“ gibt es eine spezielle Übergangsbestimmung.

Muss ich eine mündliche Prüfung für den Erwerb einer neuen Zusatzweiterbildung ablegen?

Ja.

Auch im Rahmen der Übergangsbestimmungen ist für den Erwerb einer neuen Bezeichnung zwingend eine mündliche Prüfung abzulegen.  

Welche Fristen muss ich für den Erwerb einer neuen Zusatzweiterbildung beachten?

Anträge im Rahmen von Übergangsbestimmungen sind innerhalb einer Frist von drei Jahren zu stellen. Das heißt, grundsätzlich bis zum 30.6.2023. Dabei können auch Tätigkeitsabschnitte innerhalb dieser Frist noch für den Erwerb der neuen Zusatzweiterbildung im Rahmen des Übergangsrechts berücksichtigt werden. Auf die Fristen findet § 4 Abs. 6 WBO Anwendung, d.h. bei Teilzeitweiterbildung verlängert sich die Antragsfrist entsprechend.


FAQ-Liste Allgemeinmedizin


Ich habe im Januar 2020 meine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in der Inneren Abteilung eines Kreiskrankenhauses begonnen. Ich arbeite dort derzeit 100 %, plane aber auf 75 % zu reduzieren, um parallel noch eine Weiterbildung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin absolvieren zu können.
Kann ich meine Weiterbildung in Allgemeinmedizin noch nach der alten Weiterbildungsordnung (WBO 2006) abschließen?

Ja.

Zum 1.7.2020 tritt in Baden-Württemberg eine neue Weiterbildungsordnung in Kraft.
Wer vor diesem Stichtag mit der Weiterbildung nach altem Recht begonnen hat, kann diese in einem Zeitraum von sieben Jahren, also bis zum 30.6.2027, nach altem Recht abschließen. Die entsprechende Übergangsregelung, § 20 Abs. 5 WBO gilt für den Erwerb von Facharztanerkennungen.
Wenn Sie in Teilzeit tätig sind, verlängert sich die Abschlussfrist noch entsprechend.

Kann ich auch auf die neue Weiterbildungsordnung 2020 wechseln?

Ja.

Ein Wechsel auf die neue Weiterbildungsordnung ist möglich. Bitte beachten Sie dabei, dass sich im Weiterbildungsgang Allgemeinmedizin in der neuen WBO 2020 im Vergleich zur alten WBO Änderungen ergeben haben. Die Weiterbildungszeit ist in der WBO 2020 anders strukturiert. Sie müssen insgesamt den Wechsel in drei Fachgebiete nachweisen können. Die 12 Monate internistische Weiterbildung in der stationären Akutversorgung dürften Sie bereits mit Ihrer derzeitigen Stelle abdecken können. Dann brauchen Sie noch eine 24-monatige Weiterbildung in der Allgemeinmedizin und einen 6-monatigen Tätigkeitsabschnitt in mindestens einem anderen Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung.

Die Gebiete der unmittelbaren Patientenversorgung sind in § 2a Abs. 6 WBO aufgelistet.

Dies sind: Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Arbeitsmedizin, Augenheilkunde, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Humangenetik, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Nuklearmedizin, Öffentliches Gesundheitswesen, Phoniatrie und Pädaudiologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Radiologie, Strahlentherapie, Transfusionsmedizin und Urologie.

Bitte beachten Sie weiterhin, dass Weiterbildungsabschnitte mindestens drei Monate umfassen müssen.
Der 80stündige Kurs Psychosomatische Grundversorgung ist nach alter und neuer Weiterbildungsordnung obligat.

Beim Wechsel in die neue Weiterbildungsordnung gilt es zu beachten, dass Weiterbildungsinhalte gem. der WBO 2020 nachzuweisen sind und ein Logbuch auf der Basis der WBO 2020 zu führen ist.

In Kürze wird ein eLogbuch bereitstehen, wo Sie Ihre absolvierten Weiterbildungsinhalte elektronisch dokumentieren können. Wann das konkret soweit ist, wird im Ärzteblatt Baden-Württemberg und auf der Homepage der Landesärztekammer Baden-Württemberg veröffentlicht werden. Wir gehen derzeit davon aus, dass dies im vierten Quartal 2020, spätestens Anfang 2021 der Fall sein wird. Bis dahin sollten die Weiterbildungsinhalte in Papierform dokumentiert werden. Entsprechende Logbuchteile werden in Kürze in unserem Internetauftritt zum Download bereitgestellt sein.


Bekomme ich die Weiterbildungszeit in der Allgemeinmedizin in der ambulanten hausärztlichen Versorgung auch dann angerechnet, wenn ich eine Stelle bei einem hausärztlich tätigen Internisten annehme?

Ja.

Der Tätigkeitsabschnitt "24 Monate in Allgemeinmedizin in der ambulanten hausärztlichen Versorgung" kann auch bei einem hausärztlich tätigen Internisten, der eine Weiterbildungsbefugnis für die ambulante hausärztliche Versorgung besitzt, absolviert und als Weiterbildung für diesen Abschnitt angerechnet werden.

Bekommt mein/e Weiterbilder/in dafür auch Fördermittel?

Über die Förderung der allgemeinmedizinischen Weiterbildung in der vertragsärztlichen Versorgung entscheidet die Kassenärztliche Vereinigung.

Bitte informieren Sie sich und ggf. auch Ihren Weiterbilder auf der Homepage der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA).

Auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg ist der Download von folgenden Dokumenten möglich:

  • Antrag auf Genehmigung zur Beschäftigung eines Arztes in Weiterbildung
  • Antrag auf Förderung einer Weiterbildung in der Allgemeinmedizin
  • Erklärung des Weiterbildenden für die Förderung einer Weiterbildung
  • Erklärung des Arztes in Weiterbildung für die Förderung einer Weiterbildung
  • Datenschutzerklärung des Weiterbildenden
  • Datenschutzerklärung des Arztes in Weiterbildung


Gefördert werden Weiterbildungen in Halbtages-, 75%- und Ganztagestätigkeiten.

Die Förderhöhe beträgt
100% =  5.000,-- €
75% = 3.750,-- €
50% = 2.500,-- €

Stimmt es, dass nach der neuen Weiterbildungsordnung keine Richtzahlen für Langzeit-EKG, Langzeitblutdruckmessung und Ultraschalluntersuchungen mehr nachzuweisen sind?

Ja.

Während die WBO 2006 Richtzahlen für die genannten Untersuchungen in den Richtlinien für den Inhalt der Weiterbildung der Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin vorgegeben hat, verzichtet die WBO 2020 hierauf. Durch die Dokumentation des Weiterbildungsfortschritts im eLogbuch muss der Weiterbilder den Lernfortschritt, der dort in Stufen eingeteilt ist, bestätigen. Mit der ersten Stufe weist der Weiterbildungsassistent nach, dass er Weiterbildungsinhalte nennen und beschreiben kann. In der zweiten Stufe kann der Weiterbildungsassistent Weiterbildungsinhalte systematisch einordnen und erklären. Die dritte Stufe beinhaltet, dass der Weiterbildungsassistent Weiterbildungsinhalte unter Anleitung durchführen kann und in der vierten Stufe ist der Weiterbildungsassistent in der Lage den Weiterbildungsinhalt selbständig durchzuführen.

Zu beachten ist darüber hinaus, dass das Erbringen und Abrechnen bestimmter Untersuchungsmethoden im vertragsärztlichen Bereich der Genehmigung bedarf. Es empfiehlt sich daher, neben der kompetenzbasierten Dokumentation auch eine quantitative Dokumentation, z.B. in Bezug auf die durchgeführten Sonographieuntersuchungen zu führen, damit die Untersuchungszahlen, die während der Weiterbildung absolviert wurden, bei einer späteren Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung Berücksichtigung finden können.


Der Allgemeinarzt, bei dem ich meine Weiterbildung machen möchte, hat nur eine 18-monatige Weiterbildungsbefugnis.
Wie finde ich einen Weiterbilder, wo ich die mir noch fehlenden Weiterbildungsinhalte komplettieren kann?

Dies ist in der Tat derzeit nicht transparent ausgewiesen. Die Ärztekammer plant, die Weiterbildungsbefugnisse nach neuer Weiterbildungsordnung nach Zeiten und Inhalten zu erteilen und auch entsprechend auszuweisen. Damit wird es zukünftig leichter möglich sein, eine Weiterbildungsstätte zu finden, wo ggf. noch fehlende Weiterbildungsinhalte erworben werden können.

Die Überführung bestehender Weiterbildungsbefugnisse auf die neue Weiterbildungsordnung folgt auf Antrag sukzessive innerhalb der nächsten drei Jahre. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, bleibt nur die gezielte Nachfrage beim potenziellen Weiterbilder.

Hilfreich kann ggf. auch eine Vermittlung durch die KoStA, oder das KWBW, oder eine Rückfrage bei Ihrer zuständigen Bezirksärztekammer sein.

FAQ eLogbuch

Was ist das eLogbuch?

Das eLogbuch stellt eine internetbasierte Plattform dar, die es ermöglicht, die inhaltliche Dokumentation im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung für die in der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer normierten Weiterbildungsgänge zu führen. Die entsprechenden Weiterbildungsinhalte sind im eLogbuch in zwei Kompetenzebenen abgebildet.

Ziel der kognitiven und Methodenkompetenz ist, dass der Weiterzubildende am Ende der Weiterbildung in der Lage ist, die Weiterbildungsinhalte systematisch einzuordnen und zu erklären.

Mit dem Erwerb der Handlungskompetenz ist der Weiterzubildende in der Lage die Weiterbildungsinhalte selbstständig durchzuführen.

Das eLogbuch bietet darüber hinaus die Möglichkeit zusätzlich absolvierte Inhalte, die über die definierten Anforderungen für die Weiterbildung hinausgehen, festzuhalten und zu dokumentieren.

Wer führt das eLogbuch?

Es ist Aufgabe des Arztes/der Ärztin in Weiterbildung die Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte kontinuierlich im eLogbuch zu dokumentieren. Ziel ist eine in der Verantwortung des Weiterzubildenden liegende korrekte und kontinuierliche Dokumentation der Lernfortschritte, um den Kompetenzzuwachs transparent zu machen.

Aufgabe des Weiterbilders ist es, die Eintragungen zu bestätigen oder zu korrigieren. Idealerweise werden die Eintragungen im eLogbuch in einen kontinuierlichen Austausch, mindestens aber im Jahresgespräch, zwischen Weiterzubildenden und Weiterbilder besprochen. Die konkrete Frequenz von Bewertungen und Bestätigungen können die Beteiligten individuell festlegen, z. B. kann ein solcher Dialog auch bereits nach Beendigung eines sechsmonatigen Weiterbildungsabschnittes sinnvoll sein.

Wie wird dokumentiert?

Es werden neben den einzelnen Weiterbildungsinhalten, auch die einzelnen Weiterbildungsabschnitte mit dem entsprechenden Zeitraum, dem Tätigkeitsumfang, dem/den jeweiligen Weiterbildungsbefugten und die Weiterbildungsstätte im eLogbuch eingetragen.

So ist es möglich, jederzeit einen Überblick über bereits absolvierte Weiterbildungszeiten zu erhalten.

Unter der Rubrik „Meine Dokumente“ bietet das eLogbuch die Möglichkeit der Dokumentenablage. Hier können z. B. Kursbescheinigungen, Zeugnisse oder sonstige Nachweise gespeichert werden.


Welche Rolle hat die Ärztekammer?

Der Zugang zum eLogbuch erfolgt in Baden-Württemberg über den geschützten Portalbereich. Der Zugang zum Portal setzt die Registrierung über www.aerztekammer-bw.de voraus.

Die an der Weiterbildung beteiligten, der Arzt/die Ärztin in Weiterbildung (WBA) einerseits und ein oder mehrere Weiterbildungsbefugte/r (WBB) andererseits richten sich im Portal ein Benutzerkonto ein und wählen die entsprechende Rolle (WBA oder WBB) aus.

Nach Freischaltung des Kontos durch die Ärztekammer kann die entsprechende Funktion genutzt werden.

Kann das Logbuch weiterhin auch noch in Papierform geführt werden?

Nein, für Weiterbildungsgänge, die zum 01.01.2021 starten, ist verpflichtend die Weiterbildung über ein eLogbuch zu dokumentieren. Mit der Weiterbildung, die noch nach alter Weiterbildungsordnung begonnen wurde (vor dem 01.07.2020) aber nach den Bestimmungen der neuen Weiterbildungsordnung abgeschlossen werden soll, ist grundsätzlich ein eLogbuch anzulegen.

Bei weit fortgeschrittener Weiterbildung kann gegebenenfalls auf die nachträgliche elektronische Dokumentation verzichtet werden. Hierzu sollte eine Abstimmung mit der zuständigen Bezirksärztekammer erfolgen.


Ist mit der Bestätigung des Weiterbildungsbefugten im eLogbuch ein Weiterbildungszeugnis entbehrlich?

Nein, die Verpflichtung zur Erstellung eines Weiterbildungszeugnisses bleibt unabhängig von der Bestätigung des Weiterbildungsfortschritts im eLogbuch für den Weiterbilder bestehen.

Wieso kann ein Weiterbildungbefugter im Portal auch die Rolle eines Weiterzubildenden auswählen?

Ein Weiterbildungsbefugter kann sich in die Rolle eines Weiterzubildenden begeben, wenn er z. B. berufsbegleitend eine Zusatzweiterbildung erwerben will. Die neue Weiterbildungsordnung eröffnet die Möglichkeit der berufsbegleitenden Weiterbildung für bestimmte Zusatzweiterbildungen, z. B. Ernährungsmedizin. In diesem Fall kann die Person ein Logbuch mit der Rolle als Weiterzubildender anlegen und gleichzeitig selbst auch als Weiterbildungbefugter, z.B. in der Allgemeinmedizin fungieren, also sowohl der Arzt/die Ärztin in Weiterbildung, wie Weiterbildungsbefugter sein.

letzte Änderung am 16.06.2021