07. Juli 2026
Risiken bei der Medikation in Hitzewellen identifizieren
© OFC-Pictures / stock.adobe.comHitzewellen sind im Zuge des Klimawandels nicht mehr ungewöhnlich – erst vor kurzem „rollte“ eine solche Welle durch den Südwesten und die nächste dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Hitze ist mit großen Gesundheitsrisiken verbunden; besonders gefährdet sind unter anderem multimorbide Menschen, da hohe Temperaturen die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von Medikamenten beeinflussen können.
Gesundheitsfachkräfte sollten hierfür im Umgang mit Patienten sensibilisiert sein. Ein neues Angebot – die „Calor-Liste“ (lateinisch: calor = Hitze, Wärme) – gibt entsprechende Hilfestellung und unterstützt dabei, Risiken hinsichtlich der Medikation bei hohen Temperaturen besser identifizieren zu können.
Viele Partner am Projekt beteiligt
Die Calor-Liste entstand im Rahmen des Forschungsprojekts „ADAPT-HEAT“ unter der Leitung von Prof. Dr. Beate Müller vom Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover sowie zahlreichen weiteren Institutionen. Ziel des Projektes war laut den Projektverantwortlichen „die Entwicklung evidenzbasierter […] und sektorenübergreifend anwendbarer Strategien zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei Hitze, um hitzebedingte Gesundheitsstörungen zu vermeiden“.
Hier steht die Calor-Liste zur Ansicht und zum Download bereit. Bis zum Ende des Projekts im Dezember 2026 wird zusätzlich eine digitale Form der Liste entwickelt und die Hinweise der wichtigsten Inhalte werden unter Beteiligung von Patientinnen und Patienten laienverständlich aufbereitet. Auf der Website der Projektträger finden sich noch mehr Hintergrundinfos rund um die Entstehung der Liste.
Therapieanpassungen notwendig
Die Landesärztekammer Baden-Württemberg möchte ihre Mitglieder dazu ermuntern, die Calor-Liste in den ärztlichen Berufsalltag mit einzubeziehen. Denn gerade auch in den (immer häufiger werdenden) Hitzeperioden gehört es zu den Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten, bei (multimorbiden) Patienten Therapieanpassungen vorzunehmen.
Die Ärztinnen und Ärzte im Südwesten waren in der jüngsten Hitzewelle wieder stark beansprucht; viele Patienten wurden in den Arztpraxen und Kliniken quer durchs Land wegen hitzebedingter Beschwerden behandelt. Die Landesärztekammer hatte die Bemühungen der Ärzteschaft flankiert, die breite Bevölkerung öffentlichkeitswirksam zur Vorsicht aufgerufen und praktische Tipps für einen effektiven Hitze- und Gesundheitsschutz gegeben
