16. Juli 2026
„Praxis trifft Politik“: Gespräche zur Versorgungslage in Esslingen
© Landesärztekammer Baden-WürttembergDie Ärzteschaft Esslingen und Kammerpräsident Dr. W. Miller (rechts) im Gespräch mit MdB Dr. David Preisendanz (Mitte)Gesundheitspolitisch ist aktuell viel im Umbruch und die Mitarbeitenden im Gesundheitssektor arbeiten am Limit. Umso wichtiger ist, dass diejenigen, die die Gesundheitsversorgung vor Ort „wuppen“, den Kontakt zu politischen Entscheidern halten. Denn nur wer informiert ist, kann später politisch fundierte Entscheidungen treffen. Die Kreisärzteschaft Esslingen hatte daher „ihren“ Bundestagsabgeordneten Dr. David Preisendanz (CDU, Wahlkreis Esslingen) zu einem Gespräch eingeladen. Nach dem Motto „Politik trifft Praxis“ ging es darum, sich ein konkretes Bild von der Versorgungslage vor Ort zu machen. – Was läuft gut und wo liegen die zentralen Probleme? Damit dieses Lagebild auch wirklich konkret werden konnte, traf man sich gleich in der Praxis der Ärzteschafts-Vorsitzenden Dr. Sonia Schrödel. Dr. Wolfgang Miller, der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, nahm ebenfalls am Treffen teil.
Zentrale Gesprächsthemen waren die auf den Weg gebrachten GKV-Sparmaßnahmen und die nötigen Strukturreformen im Gesundheitswesen – insbesondere die Einführung des Primärarztsystems. Mit den Haus- und Facharztverträgen könnte Baden-Württemberg eine Blaupause sein. Dr. Miller sowie Dr. Schrödel war es ein wichtiges Anliegen, dem Bundestagsabgeordneten zum einen die Notwendigkeit einer effektiveren und vor allem verbindlichen Patientensteuerung näherzubringen. Zum anderen kritisierten sie aber auch nochmals in aller Deutlichkeit die jüngst von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten GKV-Sparmaßnahmen – die Landesärztekammer Baden-Württemberg war mit ihren Bezirksärztekammern hier sehr aktiv, um die negativen Konsequenzen dieser Reformen auf die Versorgung aufzuzeigen. Dies wurde Dr. Preisendanz ärztlicherseits noch einmal ganz deutlich gemacht.
Darüber hinaus gestaltete sich der Austausch äußerst konstruktiv und hilfreich für beide Seiten; die Südwest-Ärzteschaft konnte wertvolle Impulse „nach Berlin weitergeben“. Zuhören, miteinander sprechen, reflektieren und besonnen handeln – gerade in unruhigen Zeiten ist dieses Vorgehen wichtiger denn je.
