Leitfaden zum Beitrag 2022 zur Ärztekammer

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Sehr geehrtes Mitglied,

in diesem Leitfaden haben wir einige Informationen und Hinweise für Sie zusammengestellt, um Ihnen das Ausfüllen des Erhebungsbogens zum Kammerbeitrag 2022 zu erleichtern. Sie finden Informationen zu den folgenden Stichworten:
 
Allgemeine Hinweise

Nachweise

Erhebungsbogen

Weiterführende Links

Allgemeine Hinweise

Frist: Für die Rücksendung des Erhebungsbogens und der Nachweise gilt eine Frist von 4 Monaten. Wenn Ihnen also die entsprechenden Nachweise (insbesondere der Steuerbescheid des Finanzamtes) noch nicht vorliegen - kein Problem: Sie haben noch bis Ende Juni Zeit.

Fristablauf: Wenn Ihnen auch bis Ende Juni die erforderlichen Unterlagen nicht vorliegen, sagen Sie uns bitte kurz Bescheid, gerne per E-Mail (beitrag@baek-sw.de) oder telefonisch (unter 07121 / 917-2428 oder -2466). Ansonsten sind wir aufgrund der Beitragsordnung gezwungen, Sie aufgrund fehlender Nachweise zu veranlagen – und zwar dann automatisch zum Höchstbeitrag. Bitte helfen Sie uns, das zu vermeiden.

Abgabe der Unterlagen ohne Angaben:Entscheidend für die Veranlagung ist, dass uns die korrekten Nachweise vorliegen. Wenn Sie uns also einfach den Erhebungsbogen mit den geforderten Nachweisen zurücksenden wollen, dann können wir gerne die entsprechenden Zahlen für Sie in den Erhebungsbogen übertragen.

Versand der Unterlagen per Fax/E-Mail:Die Rücksendung des Erhebungsbogens und der Nachweise muss nicht postalisch erfolgen. Alternativ können Sie uns die Unterlagen aber auch gerne per Fax oder E-Mail zusenden. Oft genügen sogar Fotos mit dem Smartphone, die dann per E-Mail an uns weitergeleitet werden (Fax-Nr. und E-Mail-Kontakt am Ende dieses Merkblatts).

Bemessungsgrundlage Vorvorjahr:Für die allermeisten Mitglieder gilt, dass jeweils die Einkünfte des Vorvorjahres für die Beitragsbemessung relevant sind. Deshalb ist für den Beitrag 2022 der Steuerbescheid für 2020 maßgeblich. Für Berufsanfänger und Wiedereinsteiger gelten andere Regelungen.

Stichtagsregelung:Zwischen den Ärztekammern Deutschlands wurde eine Stichtagsregelung vereinbart, die sicherstellt, dass jedes Mitglied (auch bei einem späteren Umzug) nur einmal pro Jahr zum Kammerbeitrag veranlagt wird. Zuständig hierfür ist die Ärztekammer, wo sie oder er am 01. Februar des jeweiligen Jahres gemeldet ist. Wechselt ein Mitglied also beispielsweise im Sommer in ein anderes Bundesland, so bleibt dennoch die vorherige Kammer zuständig und erhebt den Beitrag für das ganze Kalenderjahr.

Versorgungsanstalt für Ärzte:Außer der Ärztekammer benötigt auch die Versorgungsanstalt für Ärzte regelmäßig Nachweise zu den Einkünften, was häufig zu Verwechslungen führt. Die Versorgungsanstalt ist aber eine von der Ärztekammer unabhängige Anstalt des öffentlichen Rechts. Einen Datenaustausch zwischen Versorgungsanstalt und Ärztekammer gibt es daher aus Datenschutzgründen nicht.

Eintritt in den Ruhestand/Elternzeit:Wenn sich die Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit im aktuellen Jahr (2022) um mindestens ein Drittel gegenüber dem Bemessungsjahr (2020) verringern, wird der Beitrag nur vorläufig veranlagt. Typische Fälle sind der Eintritt in den Ruhestand, Arbeitslosigkeit oder das Antreten von Eltern(teil)zeit. Reduzieren sich somit die Einkünfte um ein Drittel oder mehr, dann sieht die Beitragsordnung vor, dass die Beitragshöhe anhand der geschätzten aktuellen Einkünfte vorläufig berechnet wird. Die endgültige Beitragsveranlagung erfolgt dann, wenn im Folgejahr der Steuerbescheid für 2022 vorliegt. Zuviel oder zu wenig geleistete Abgaben werden dann natürlich verrechnet.

Nachweise

Ärztliche Tätigkeit: Die Höhe des Kammerbeitrags ist abhängig von den Einkünften aus ärztlicher Tätigkeit im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Bitte beachten: hierzu gehören neben einer selbstständigen oder angestellten Haupttätigkeit z.B. auch Einnahmen aus Gutachten, Ehrenämtern in der ärztlichen Selbstverwaltung, ärztliche Vortragstätigkeit etc.

Auszug aus dem Einkommensteuerbescheid: Gemäß der Beitragsordnung ist zwingend ein Auszug aus dem Einkommensteuerbescheid als Nachweis vorzulegen (siehe Beispiel rechts). In diesem Bescheid des Finanzamtes können alle für die Beitragsveranlagung nicht-relevanten Zahlen (zum Beispiel Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung oder Angaben zum Ehegatten) geschwärzt werden. Die erste Seite des Steuerbescheides ist aber deshalb wichtig, weil nur dort der Name des Steuerpflichtigen vermerkt ist. Alle Angaben, die auf die Zeile "Gesamtbetrag der Einkünfte" (meist auf Seite 2 oder Seite 3) folgen, sind für die Beitragsveranlagung irrelevant und müssen daher auch nicht nachgewiesen oder eingereicht werden.

Muster_Einkommensteuerbescheid_2020_S1 web

Mitwirkung eines Steuerberaters: Falls Sie einen Steuerberater beauftragt haben, erhält dieser den Steuerbescheid oft direkt. Sie können in diesen Fällen die direkte Zusendung der erforderlichen Nachweise an uns beim Steuerberater in Auftrag geben. Eine Bescheinigung des Steuerberaters (ohne Vorlage des Steuerbescheides) ist für eine endgültige Beitragsveranlagung nicht mehr ausreichend.

Fehlende Nachweise: Wenn Ihnen am Ende der Viermonatsfrist noch kein Einkommensteuerbescheid vom Finanzamt vorliegt (und wenn auch bei einer Verlängerung der Abgabefrist nicht zu erwarten ist, dass er ihnen bald zugeht) kann eine vorläufige Beitragsveranlagung erfolgen. Hierfür können dann z.B. die Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers (siehe Beispiel rechts) oder eine Bescheinigung eines Steuerberaters herangezogen werden.

Auf Basis dieser Nachweise wird dann ein vorläufiger Beitragsbescheid erlassen. Es muss aber (wenn nur eine Bescheinigung eines Steuerberaters oder wenn nur eine Lohnsteuerbescheinigung vorliegt) dann immer noch eine endgültige Festsetzung auf der Basis des Einkommensteuerbescheides erfolgen, sobald dieser vorliegt. Eventuell entstandene Differenzen zwischen vorläufiger und endgültiger Beitragshöhe werden dann aber natürlich zurückerstattet (oder auch nachgefordert).

Muster_LSt-Bescheinigung_2020web


Der Erhebungsbogen

Vorderseite des Erhebungsbogens: Die Vorderseite ist für die (allermeisten) Fälle gedacht, in denen bereits jetzt eine endgültige Beitragsveranlagung möglich ist; entsprechend sind die Angaben in einer der Rubriken zu machen, die mit "Endgültige Beitragsfestsetzung" überschrieben sind.

Einen der Blöcke auf der Vorderseite des Formulars können alle diejenigen ausfüllen, die bereits den Steuerbescheid vom Finanzamt für das Veranlagungsjahr (aktuell: für 2020) bekommen haben und damit auch bereits endgültig veranlagt werden können.

Erklärung Erhebungsbogen 2021_S1 web

Sonderfall „theoretische Mediziner“: Für theoretisch tätige Mediziner, die keine ärztl. Nebentätigkeit ausüben, kann auf Antrag ein reduzierter Beitrag von 80% des normalen Beitrags angesetzt werden. Hierfür müssen entsprechende Erläuterungen gemacht werden und der Zeitraum der Tätigkeit muss angegeben werden.

Sonderfall „Doppelapprobation“: Bei Ärzten, die beispielsweise auch eine zahnärztliche Approbation haben, sind die Einkünfte zu 50% bei der Zahnärztekammer und zu 50% bei der Ärztekammer zu veranlagen. Selbstverständlich wird ein abweichender Verteilungsschlüssel herangezogen, wenn ein Nachweis vorliegt, dass sich die Einkünfte aus zahnärztlicher und ärztlicher Tätigkeit anders verteilen.

Sonderfall „Mitglied einer weiteren deutschen Ärztekammer“: Falls ein Mitglied außer in Baden-Württemberg zeitgleich noch in einem anderen Bundesland tätig ist, sind die Einkünfte dem Ort entsprechend aufzuteilen und dann in der jeweiligen Landeskammer zu verbeitragen. Für den Zuzug aus einer anderen Ärztekammer, siehe die Hinweise zur Stichtagsregelung, oben.

Sonderfall „Im gesamten Jahr 2022 nicht ärztlich tätig“: Mitglieder, die im gesamten Zeitraum 01.01.-31.12. nicht ärztlich tätig sind, senden einen entsprechenden Nachweis (Rentenbescheid, Elterngeldbescheid o.ä.), sofern der Kammer ein solcher noch nicht vorliegt. Um nachzuweisen, dass keine ärztl. Nebeneinkünfte erzielt werden, bleibt der Auszug aus dem Einkommensteuerbescheid relevant.

Sonderfall „erstmalige Approbation/Berufserlaubnis“: Kammermitglieder, denen im aktuellen Beitragsjahr (2022) erstmals die Approbation oder die Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs erteilt worden ist, entrichten den Mindestbeitrag von aktuell 40 €.

Kammermitglieder im zweiten Berufsjahr: Im zweiten Jahr der ärztlichen Tätigkeit sind die Einkünfte aus dem Vorjahr relevant (also 2021). Ab dem dritten Berufsjahr gilt dann die "normale" Arithmetik, wonach die Einkünfte aus dem Vor-Vorjahr relevant sind.

Bezieher von Renten bzw. Elterngeld: Rentenbezüge und Elterngeld sind wie Praxisveräußerungsgewinne im Steuerbescheid vom Finanzamt gesondert ausgewiesen. Diese Einkünfte sind von der Beitragserhebung ausgenommen. Die meisten Rentenbezieher werden mit dem Mindestbeitrag veranlagt (auch wenn diese noch Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit von unter € 10.000 pro Jahr beziehen). Trotz der Veranlagung mit dem Mindestbeitrag gilt auch für Rentner und Bezieher von Elterngeld die Nachweispflicht, um die Höhe von ggf. vorhandenen Nebenverdiensten zu dokumentieren. Die Nachweispflicht entfällt erst nach Vollendung des 70. Lebensjahrs, wenn in den zurückliegenden drei Beitragsjahren jeweils der Mindestbeitrag zu entrichten war.

Rückseite des Erhebungsbogens: Auf der Rückseite finden sich die (wenigen) Fälle, in denen eine endgültige Beitragsveranlagung noch nicht möglich ist (daher "Vorläufige Beitragsfestsetzung"). Jedes Mitglied braucht nur einen Block des Erhebungsbogens auszufüllen und ggf. Angaben zu "Sonderfällen" zu machen. Bitte beachten, dass in diesem Fall immer in den Folgejahren noch eine endgültige Veranlagung auf der Basis eines Steuerbescheides erfolgen muss. Diese Veranlagung kann höher oder niedriger ausfallen.

Erklärung Erhebungsbogen 2021_S2 web

E-Mail an die Beitragsabteilung: Link
Homepage der Bezirksärztekammer Südwürttemberg: Link
Beitragsordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg: Link
Satzung zur Festsetzung des Beitragsfaktors der Landesärztekammer Baden-Württemberg: Link



letzte Änderung am 28.12.2021

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