Die Landesärztekammer Baden-Württemberg plant die Einführung der Zwei-Faktor-Authentifizerung für den Login auf www.aerztekammer-bw.de bzw. für den Zugriff auf das Dashboard.
Die Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung wird bald möglich sein. Sobald die Einrichtung möglich ist, werden Sie eine Meldung im Login-Dialog sehen.
© Adobe Stock / SB Creative30. Januar 2026
Wie resilient ist unser Gesundheitssystem?
© Bezirksärztekammer NordwürttembergWie stabil wäre die gesundheitliche Versorgung im Krisenfall? Naturkatastrophen, Pandemien, Hacker-Angriffe oder auch der sogenannte Verteidigungs- und Bündnisfall würden das Gesundheitswesen zumindest vor immense Herausforderungen stellen. Fachkräftemangel, fehlende Patientensteuerung und nur schleppend vorangehende Digitalisierung tragen bereits jetzt dazu bei, dass vielfach an der Belastungsgrenze gearbeitet wird. Wo kann man im Fall des Falles auf Bewährtes setzen, wo muss neu gedacht werden? Der heutige Landeskongress Gesundheit auf dem Stuttgarter Messegelände nimmt diese Fragestellung in den Fokus.
„Bei einer Krise müssen Abläufe stimmen und Prozesse nahtlos ineinandergreifen“, sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. „Vor diesem Hintergrund müssen wir einen ehrlichen Blick auf aktuelle Strukturen im Gesundheitswesen werfen und prüfen, wie zukunftsfest sie sind.“ Bei der intersektoralen Vernetzung, der Lenkung von Patientenströmen, der Einbeziehung ärztlicher Expertise ins Krisenmanagement, der koordinierten Bevorratung mit Medikamenten und beim Schutz von kritischer Infrastruktur – um nur einige Punkte zu nennen – sei noch viel Luft nach oben, stellt Dr. Miller fest.
System hat sich bereits bewährt
Auf der anderen Seite habe sich unser Gesundheitssystem jedoch bereits in einer globalen Krise – nämlich der Corona-Pandemie – bewährt. Patienten seien ambulant und stationär bestmöglich betreut worden, einen „Praxis- beziehungsweise Kliniknotstand“ habe es nicht gegeben. Auch der Öffentliche Gesundheitsdienst sei seinen Aufgaben (u.a. Infektionszahlen auswerten, Infektionsschutzmaßnahmen umsetzen etc.) mehr als gerecht geworden. „Das spricht für eine grundsätzlich hohe Leistungsfähigkeit unseres Systems; wir sind vergleichsweise gut durch die Krise gekommen und verfügen über robuste und erprobte Strukturen, auf denen sich aufbauen lässt“, so Dr. Miller.
Der Kongress findet dieses Jahr bereits in seiner elften Auflage statt. Hochkarätige Referenten – namentlich Prof. Dr. Christian Karagiannidis (unter anderem Past President der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin sowie ehemaliges Mitglied des Expertenrats Gesundheit und Resilienz der Bundesregierung) und Prof. Dr. Michael Hallek (unter anderem Direktor der Klinik I für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln und Vorsitzender des Sachverständigenrats „Gesundheit & Pflege“ sowie des wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer) – analysieren den „Ist-Zustand“, sprechen über Herausforderungen und betrachten den „Spagat“ zwischen Sicherstellung der Gesundheitsversorgung und zukunftsorientierter Weiterentwicklung.
Welche realpolitischen Hürden dabei genommen werden müssen, wird Leonie Dirks, die Amtschefin des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums, in die Diskussion einbringen können. Schon in der Corona-Pandemie haben das Ministerium unter Leitung von Minister Manne Lucha und die verschiedenen Akteure vertrauensvoll zusammengearbeitet. Dies wird auch bei künftigen Krisen von Bedeutung sein.
Kongress als Impulsgeber
Dabei fungiert der Landeskongress Gesundheit seit jeher als Impulsgeber. Die Veranstaltung bringt Führungskräfte und Entscheider aus Gesundheit, Gesundheitswirtschaft und Politik zusammen, regt zu Diskussionen an und kann auch dazu beitragen, Lösungswege zu skizzieren.
Ärztekammerpräsident Dr. Miller ist davon überzeugt, dass eine effektive Weiterentwicklung des Gesundheitsbereiches hin zu mehr Resilienz gelingt, wenn wir gemeinsam anpacken. Das Gesundheitswesen lebe von Teamgeist, Zusammenarbeit und der Übernahme von Verantwortung. Verschiedenste Berufsgruppen stellten sich tagtäglich herausfordernden Situationen und arbeiteten Hand in Hand, um Menschen zu helfen. Dies zeuge von Stärke und Flexibilität, was für den Ausbau und die Optimierung des Gesundheitssektor sehr förderlich sei und ihn kontinuierlich stärke, so Dr. Miller.
Hintergrundinformationen zum Landeskongress
Im Zentrum des Landeskongresses Gesundheit stehen das Gesundheitswesen und seine Leistungsfähigkeit. So beschäftigte sich die Veranstaltung in der Vergangenheit bereits unter anderem mit der Krankenhausreform, mit den Auswirkungen des Klimawandels und mit seiner Innovationsfähigkeit bei gleichzeitiger Ressourcenknappheit.
Träger des Kongresses sind als Partner neben der Landesärztekammer auch die Bezirksärztekammer Nordwürttemberg, die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg und die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft. Hinzu kommen als Unterstützer zahlreiche weitere Institutionen aus dem baden-württembergischen Gesundheitswesen.
Zeitgleich zum Landeskongress Gesundheit laufen auf dem Stuttgarter Messegelände noch bis Sonntag der 60. Ärztekongress der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg (Fortbildungsveranstaltung für Ärztinnen und Ärzte) und die Fachmesse medizin.
