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© Adobe Stock / SB Creative23. März 2026
Das Geschlecht macht einen Unterschied: Geschlechtersensible Medizin
Anlässlich des Auftakts der neuen Fortbildungsperiode der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung Südbaden fand am 11. März unter der Leitung von Kammerpräsidentin Dr. Paula Hezler-Rusch die Veranstaltung „Geschlechtersensible Medizin“ im Haus der Ärzte in Freiburg statt. Ziel der Veranstaltung war es, verschiedene medizinische und gesellschaftliche Aspekte geschlechtersensibler Gesundheitsversorgung zu beleuchten.
Zu Beginn begrüßte Frau Dr. Hezler-Rusch die in Präsenz sowie online Teilnehmenden und führte in das Thema ein.
Unterschiedliche Wirkung je nach Geschlecht
Anschließend sprach Herr Prof. Dr. Lutz Hein (Facharzt für Klinische Pharmakologie und für Pharmakologie und Toxikologie und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg) über geschlechterspezifische und personalisierte Arzneitherapie. Dabei wurde deutlich, dass Medikamente je nach Geschlecht unterschiedlich wirken können und eine individuell angepasste Therapie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Auch auf entscheidende epigenetische Unterschiede, die beispielsweise Geschlechterunterschiede bei Autoimmunerkrankungen oder der Entwicklung von Alzheimer oder aggressiven Krebsarten bewirken, ging Prof. Hein in seinem Vortrag ein. Es brauche eine Entwicklung hin zur personalisierten Medizin, betonte Prof. Hein.
Im weiteren Verlauf stellte Dr. Miriam Wild (Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Funktionsoberärztin am Universitätsklinikum Freiburg) geschlechterspezifische Aspekte in der Inneren Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie vor. Sie verdeutlichte, dass sich Symptome und deren ärztliche Bewertung sowie Krankheitsverläufe – insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – zwischen Männern und Frauen unterscheiden und daher eine differenzierte Diagnostik sowie geschlechterspezifische Forschung notwendig ist.
Dr. Laura Wortmann (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Geschlechtersensible Medizin, Medizinische Fakultät der Universität Bielefeld) erläuterte anhand von Myokardinfarkt, Schmerzbehandlung und Depression den Einfluss von Geschlechterrollen und Geschlechtsidentität auf den Zugang zur medizinischen Versorgung und die Qualität der Behandlung. Es wurde deutlich, dass neben biologischen auch gesellschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle spielen.
Raum zum Austausch
Zwischen den Vorträgen gab es Raum für Fragen und Diskussionen, was den Austausch zwischen den Referierenden und dem sehr interessierten Publikum förderte. Die Veranstaltung endete mit einer gemeinsamen Abschlussdiskussion sowie einem Schlusswort der Präsidentin.
Insgesamt bot die Auftaktveranstaltung einen umfassenden Überblick über die Bedeutung geschlechtersensibler Medizin und zeigte auf, wie wichtig es ist, sowohl biologische als auch soziale Unterschiede in der medizinischen Praxis zu berücksichtigen.
