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10. Februar 2026

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Gesundheitspolitik

Podiumsdiskussion: Primärarztsystem im Fokus

Präsident Miller

Hausärztinnen und -ärzte (oder Kinderärztinnen und -ärzte) als „Lotsen“, die Patienten als erste Anlaufstelle dienen und gegebenenfalls in den fachärztlichen Bereich weiterleiten: Dies ist der Grundgedanke des sogenannten Primärarztsystems, über das beim Bundeskongress Chirurgie 2026 in Nürnberg intensiv diskutiert wurde. Die Bundesregierung plant, dieses System zügig einzuführen. Ein Referentenentwurf ist für Sommer 2026 angekündigt.

Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, nahm auf dem Kongress an einer entsprechenden Podiumsdiskussion zum Thema teil und sprach dabei auch über Erfahrungen mit der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) – ein seit knapp 20 Jahren in Baden-Württemberg etabliertes (freiwilliges) Primärarztsystem. Bei der HZV verpflichten sich Patienten, vor Inanspruchnahme von Fachärzten einen festen Hausarzt / eine feste Hausärztin aufzusuchen.

Positive Effekte für Patienten

Regelmäßige wissenschaftliche Evaluationen, zuletzt etwa aus dem Jahr 2025 für das Untersuchungsjahr 2022, bescheinigen der HZV positive Effekte für die Patientinnen und Patienten, aber auch für das Gesundheitssystem an sich. So gab es beispielweise bei HZV-Versicherten weniger unkoordinierte Facharztkontakte, eine geringere Hospitalisierungsrate und geringere Gesamtausgaben. Wie die Untersuchung weiter festhält, stärke die HZV in einer fragmentierten Versorgungslandschaft umfassend die Rolle der Hausärzteschaft und ermögliche insbesondere für den steigenden Anteil chronisch kranker und multimorbider Patienten eine strukturierte Versorgungsteuerung – hier vor allem mit mehr Zeit für Beratung und Behandlung.

Kammerpräsident Dr. Miller warb für eine - für Patienten wie für die Ärzteschaft - intelligente und praktikable Umsetzung eines Primärarztsystems. Hier lohne ein Blick in andere europäische Länder, um von deren Erfahrungen zu profitieren. Tatsächlich gehört Deutschland zu den wenigen Ländern Europas, das noch kein verpflichtendes Primärarztsystem umgesetzt hat.

Weitere Aspekte bei der Podiumsdiskussion waren unter anderem noch politische Implikationen des Primärarztsystems sowie Positionen verschiedener Facharztverbände zum Thema. Diskutiert wurde auch darüber, in welchen Fällen eine direkte Konsultation von Fachärztinnen und Fachärzten weiter möglich sein sollte.