14. Juli 2026
Neue Studie zu Gewalterfahrungen von Ärztinnen und Ärzten
© asiandelight / stock.adobe.comÄrztinnen und Ärzte und ihre Teams werden immer wieder Opfer von Gewalt seitens Patienten. Nicht selten geht es dabei nicht nur um verbale, sondern auch um handfeste körperliche Gewalt – mit teils dramatischen Folgen für die Betroffenen. Doch wie groß und ernstzunehmend ist das Problem? Fest steht: Das Thema ist nach wie vor mit einem Tabu belegt. Mehr belastbare Daten würden helfen, um das medizinische Personal – faktenuntermauert – besser zu schützen.
Mit der Einrichtung einer Meldestelle, über die Ärztinnen und Ärzte Gewaltvorfälle gegen sich und ihre Teams anonym zur Kenntnis bringen können, setzte die Landesärztekammer Baden-Württemberg bereits einen ersten wichtigen Akzent. Flankiert werden diese Bemühungen nun durch eine Studie aus Heidelberg, in deren Rahmen Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte anonym zu gemachten Gewalterfahrungen online befragt wurden. – Die Befragung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer sowie der Bezirksärztekammer Nordbaden und der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg. Auch die neue Untersuchung belegt: Das Thema ist ernst zu nehmen.
Fragebögen ausgewertet
Im Rahmen der Studie konnten insgesamt 1.751 Fragebögen ausgewertet werden. In knapp 26 Prozent wurde über selbst erlebte körperliche, in rund 12,5 Prozent über sexualisierte und in über 78 Prozent über verbale Gewalt berichtet. Besonders betroffenen waren laut Autoren Fachrichtungen wie Psychiatrie, Innere Medizin und Anästhesiologie (bei überwiegend Patienten oder deren Angehörigen als Täter). Wie die Befragung weiter ausführt, waren weibliche Befragte signifikant häufiger von verbaler, körperlicher und sexualisierter Gewalt betroffen als männliche Teilnehmende. Zu schwerer körperlicher Gewalt sei es vor allem im psychiatrischen und akutmedizinischen Umfeld gekommen.
Die Studienautoren betonen: In Rahmen der Untersuchung werde zwar nur ein geringer Teil der Ärzteschaft abgebildet. Gleichwohl werde exemplarisch aufgezeigt, wie verbreitet Gewalterfahrungen im medizinischen Kontext sind – und welch dringender Handlungsbedarf bestehe, um die Situation zu verbessern.
„Licht ins Dunkel bringen“
Die Landesärztekammer schließt sich dieser Schlussfolgerung an. Die Studie ist für sie ein weiterer wichtiger Baustein, um „mehr Licht ins Dunkel zu bringen“. Gleichzeitig ist sie Anstoß und Motivation, ihre intensiven Bemühungen für mehr Schutz des medizinischen Personals vor Gewalterfahrungen auf allen Ebenen fortzusetzen.
Die Studie aus Heidelberg kann hier eingesehen werden.
