16. November 2022

|
Grippewelle

Landesärztekammer empfiehlt Grippeschutzimpfung

Bildnachweis: Adobe Stock / Thaut Images

Die diesjährige Grippewelle hat bereits begonnen und die Fallzahlen steigen. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg empfiehlt daher Bürgerinnen und Bürgern im Südwesten, die Möglichkeit der Grippeschutzimpfung wahrzunehmen. Die Ärzteschaft rät auch gerade Personen über 60 Jahren, Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, mit viel (beruflichem) Kontakt zu Risikogruppen, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen und weiteren vulnerablen Gruppen, sich impfen zu lassen.

„Der November ist ein guter Zeitpunkt, aktiv etwas für den eigenen Gesundheitsschutz zu tun, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen“, sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Die Grippeschutzimpfung ist in Baden-Württemberg allen Altersgruppen empfohlen; es braucht ungefähr zehn bis 14 Tage, bis sich der Immunschutz vollständig aufgebaut hat.

Genaue, seriöse und konkrete Vorhersagen, wie stark die Grippewelle diesen Herbst und Winter den Südwesten trifft und wie schwer die Erkrankung in dieser Saison allgemein verläuft, könne es naturgemäß nicht geben; betont Dr. Miller. In den vergangenen Jahren seien große Wellen aufgrund der Pandemie und den dann geltenden Abstands- und Hygieneregeln weitegehend ausgeblieben. Dennoch gibt der Kammerpräsident zu bedenken: „Das gesellschaftliche Leben hat sich diesbezüglich weitgehend normalisiert. Es ist daher damit zu rechnen, dass die Grippe wieder breiter zuschlägt.“

Die Ärztinnen und Ärzte im Südwesten stehen den Bürgerinnen und Bürgern gern mit Rat und Tat zur Seite und klären beispielsweise über die Sinnhaftigkeit und Wirkung der Grippeschutzimpfung auf. In der Regel findet die Impfung bei der Hausärzte- und Fachärzteschaft statt. Aber auch viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden an, während der Arbeitszeiten die Impfung durch die Betriebsärzteschaft erhalten zu können. 

In der breiten Bevölkerung wird die Grippe (Influenza) häufig mit dem sogenannten grippalen Infekt („Erkältung“) gleichgesetzt. Es gibt jedoch Unterschiede. Neben unterschiedlichen Erregern bestehen diese unter anderem darin, dass bei der Grippe häufig plötzlich hohes Fieber einsetzt. Darüber hinaus sind Grippesymptome meistens stärker ausgeprägt und am ganzen Körper spürbar. So kann es beispielsweise zu starken Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen kommen. Generell macht sich bei der Grippe häufig das Gefühl starker Müdigkeit und Abgeschlagenheit breit. – Betroffene berichten davon, sich „richtig krank“ zu fühlen, sodass sie das Bett hüten und längere Zeit zur Genesung brauchen. In der Regel verläuft die Influenza ohne größere Komplikationen, gerade bei vulnerablen Personengruppen kann es aber durchaus zu schwereren und gefährlicheren Verläufen kommen.

Warum sollte die Impfung gegen die Grippe jährlich erneuert werden? – Weil sich Influenzaviren leicht verändern und daher der Impfstoff jedes Jahr neu angepasst wird. Die Impfung schützt dann gegen die Virusvarianten, von denen erwartet wird, dass sie die stärkste Verbreitung finden. Prinzipiell ist es auch nach erfolgter Impfung möglich, an der Influenza zu erkranken, aber das Risiko für einen schweren Verlauf wird durch die Immunisierung erheblich gesenkt.

Die Kammer weist außerdem darauf hin, dass die Grippeschutzimpfung parallel zu einer etwaigen Corona-Auffrischungsimpfung verabreicht werden kann. Personen, für die eine „Doppelimpfung“ in Betracht kommt, können sich ärztlich beraten lassen. „Die Impfung ist und bleibt eine der stärksten Waffen im Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Grippe und Corona“, verdeutlicht Kammerpräsident Dr. Miller. „Machen wir davon Gebrauch und schützen uns und andere, so gut es geht!“