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03. Mai 2026

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Zugang zur Gesundheitsversorgung

Erfahrungsaustausch zur Situation Geflüchteter

Symbolbild: Ein Mann leidet unter Depressionen und hält sich die Hände an den Kopf.© Marco / stock.adobe.com

Der „Vierte Versorgungsbericht zur Situation traumatisierter Geflüchteter“, den die Landesärztekammer und die Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg gemeinsam herausgeben, hatte Anfang dieses Jahres „große Wellen geschlagen“: Viele Medien berichteten ausführlich über den im Bericht dargestellten Befund, dass die medizinisch-therapeutische Versorgung vieler geflüchteter Menschen im Südwesten nicht angemessen ist und an welchen Stellen nachgebessert werden muss.

Auch die Arbeit der Psychosozialen Zentren (PSZ; Anlaufstellen außerhalb der Regelversorgung, die auf die psychosoziale Versorgung von Geflüchteten spezialisiert sind) und die sich dabei ergebenden Schwierigkeiten wurden beschrieben. In politischen Kreisen fanden die Ausführungen des Berichts mit seinen Verbesserungsvorschlägen (finanzielle Absicherung der PSZ, Ausbau von professioneller Sprachmittlung etc.) ebenfalls Gehör.

Doch wie stellt sich die Situation jetzt dar? Hilft der Versorgungsbericht dabei, die Lage zu verbessern? – Unter anderem hierüber diskutierte der Menschenrechtsbeauftragte der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Robin Maitra, mit Akteuren der Flüchtlingshilfe und -versorgung im Rahmen eines Gedankenaustauschs. Bei dem Treffen waren Vertreter der PSZ, der Therapeutenschaft und des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg dabei.

Sich gegenseitig „auf Stand bringen“

Die Beteiligten nutzen die regelmäßigen Treffen, um sich „auf Stand zu bringen“ und gegebenenfalls aktiv zu werden; der Versorgungsbericht ist ein konkretes Resultat dieser gemeinsamen Runden. So berichteten die PSZ-Vertreter jetzt auch davon, dass der Bericht bei der (Netzwerk-)Arbeit vor Ort eine immense Hilfe sei. Besonders nach der Landtagswahl und vor der neuen Legislaturperiode in Baden-Württemberg könne man „mit dem Bericht in der Hand“ das Gespräch mit Politik und Verwaltung vor Ort suchen und Argumente mit Zahlen, Daten und Fakten untermauern. 

Dabei werde von den Gesprächspartnern sehr genau wahrgenommen, auf welch breiter Basis die Erstellung des Berichts fuße und dass medizinisches, therapeutisches und psychosoziales Know-how zur Glaubwürdigkeit und Faktenorientiertheit der Darstellungen beitrage. Dr. Maitra betonte: Auch auf Bundesebene – beispielsweise im Rahmen des Austauschs der Menschenrechtsbeauftragten der einzelnen Landesärztekammern – und im Gespräch mit der Landespolitik erfahre der Versorgungsbericht große Anerkennung.

Noch immer brauchen viele Menschen Hilfe

Aber auch über die aktuelle Arbeit vor Ort wurde gesprochen. Vertreter der PSZ berichteten, die Anzahl hilfesuchender Menschen sei nach wie vor hoch. Das Inkrafttreten neuer Asylregelungen diesen Sommer sorge für neue Unsicherheiten und bürokratische Prozesse. Zudem werde die Finanzkrise der Kommunen mehr und mehr zum Thema: Wie lange und in welcher Höhe Kommunen freiwillige Leistungen zur Unterstützung der Geflüchtetenversorgung noch aufrechterhalten könnten, sei nicht abzusehen. Die Gesamtlage mache dies gewiss nicht einfacher. Darüber hinaus debattierten die Teilnehmenden über den unterschiedlichen Umgang mit Behandlungsscheinen in den Landkreisen.

Zum Ende des Treffens betonten alle Beteiligten die Wichtigkeit, im Gespräch zu bleiben. Dr. Maitra stellte heraus, dass die Lage angesichts einer neuen Landesregierung und des Inkrafttretens eines neuen Asylrechtsrahmens hochdynamisch bleibe. Die Ärzteschaft werde sich im Rahmen des bald startenden „Deutschen Ärztetags“ unter anderem mit der Situation Geflüchteter befassen. – Dies biete Möglichkeiten, öffentlichkeitswirksam Impulse zu setzen.