Nachweispflicht von Anwendern (Arztpraxen und Kliniken) von Blutprodukten gegenüber der Landesärztekammer für den Jahrgang 2017 noch nach alten Richtlinien

Richtlinie Hämotherapie novelliert

Die Bundesärztekammer hat im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut die neue Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Richtlinie Hämotherapie) beschlossen; die bisherigen Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) - Zweite Richtlinienanpassung 2010 sind damit gegenstandslos geworden. Die Nachweispflicht von Anwendern (Arztpraxen und Kliniken) von Blutprodukten gegenüber der Landesärztekammer Baden-Württemberg erfolgt für den Jahrgang 2017 noch nach alten Richtlinien.

Besonders hervorzuheben ist die neue Gliederung der Richtlinie, die sich stärker am gesetzlichen Auftrag gemäß Transfusionsgesetz (TFG) ausrichtet. So werden beispielsweise in einem einführenden Kapitel der gesetzliche Auftrag, der Anwendungsbereich sowie die Rechtsgrundlagen der Richtlinie dargestellt, gefolgt von detailliert untergliederten Kapiteln zur Gewinnung, Herstellung und Anwendung von Blut und Blutprodukten. Inhaltliche Änderungen betreffen unter anderem praktikable Rahmenbedingungen für die maschinelle Autotransfusion unter Beachtung des TFG. Neu aufgenommen wurde darüber hinaus – neben dem bereits bestehenden Hinweis auf die Querschnitts-Leitlinien der Bundesärztekammer zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten – ein Hinweis auf die Grundsätze der Patienten-individualisierten Hämotherapie. Die Umsetzung neuer gesetzlicher Regelungen zur Aufklärung und Einwilligung der Empfänger von Blutprodukten sowie neue Erkenntnisse zu Blutgruppenbestimmungen sind weitere Aspekte, die diese Richtlinienänderungen notwendig gemacht hatten.

Die von der Bundesärztekammer beschlossene „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Richtlinie Hämotherapie), Gesamtnovelle 2017“ ist auf der Internetseite der Bundesärztekammer veröffentlicht.

Unverändert obliegt der Landesärztekammer Baden-Württemberg die Überwachung der Qualitätssicherungssysteme der Anwendung von Blutprodukten. Für das Jahr 2017 gelten noch die bisherigen Nachweisvorgaben. Der Qualitätsbeauftragte hat bis zum 1. März 2018 den Bericht seiner Überprüfungen an die Ärztekammer zu senden, bei der Transfusion von weniger als 50 Erythrozytenkonzentraten pro Jahr, der ärztliche Leiter die Dokumente nach 1.6.2.1. Der Verbrauch ist an das Paul-Ehrlich-Institut zu melden. Inhaltlich und strukturell  gibt es Änderungen, die erst für das Jahr 2018 nachgewiesen werden müssen. Das  Nachweisverfahren wird derzeit überarbeitet.

Die meldenden Einrichtungen in Baden-Württemberg

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letzte Änderung am 26.09.2017