Landesärztekammer fordert angemessene Vergütung

Honorierung von Meldungen nicht-melanotischer Hauttumoren und ihrer Vorstufen

Die Honorierung von Meldungen zu nicht-melanotischen Hauttumoren an das Landeskrebsregister Baden-Württemberg betrug bis 30. Juni 2015 für die Diagnosemeldung 2,00 Euro und für alle anderen Meldungen 1,00 Euro. Damit wurden die Meldungen in Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich seit Jahren am geringsten vergütet.

Unter anderem durch das Krebsregistergesetz des Bundes 2013 wurde die Grundlage für eine bundesweit einheitliche Meldevergütung geschaffen, die im Südwesten seit 1. Januar 2016 zur Anwendung kommt. Demnach werden seither für die Diagnosemeldung 18,00 Euro, die Therapiemeldung 5,00 Euro, die Verlaufsmeldung 8,00 Euro und die Pathologieerstmeldung 4,00 Euro gezahlt. Allerdings ist im Sozialgesetzbuch V geregelt, dass die fallbezogene Krebsregisterpauschale „mit Ausnahme der Meldungen von nicht-melanotischen Hautkrebsarten und ihrer Frühstadien“ gezahlt wird. Daher schlug das Sozialministerium Baden-Württemberg im vergangenen Jahr den Abschluss einer Vereinbarung zwischen Land und Landesärztekammer vor. Die angebotene Vergütung für die Diagnosemeldung betrug 2,00 Euro und für alle anderen Meldungen 1,00 Euro.

Die Landesärztekammer hat das Angebot des Abschlusses einer Vereinbarung als Entgegenkommen des Landes ausdrücklich begrüßt. Die Vergütung hat der Kammervorstand allerdings abgelehnt, zumal das Ministerium eine stichhaltige medizinische Begründung der Nicht- oder Minimalvergütung aller Meldungen nichtmelanotischer Hautkrebsarten schuldig blieb. Kammerpräsident Dr. Ulrich Clever hofft dennoch weiterhin auf eine gütliche Einigung: "Sobald die Landesregierung uns eine angemessene Regelung signalisiert, treten wir gerne wieder in Verhandlung. Aber die Fortsetzung des Status quo ante mit bundesweiter Schlusslicht-Honorierung ist für unsere Mitglieder völlig inakzeptabel."

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letzte Änderung am 14.12.2016