Kammerpräsident im Gespräch mit jungen Muslimen

Ende November war Dr. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg und Menschenrechtsbeauftragter der Bundesärztekammer, zu Gast bei JUMA (jung, muslimisch, aktiv) – einem preisgekrönten Partizipationsprojekt für junge Muslime, das von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert wird und mit der Landeszentrale für politische Bildung kooperiert.

Die Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren engagieren sich ehrenamtlich für Flüchtlinge und diskutierten mit dem Kammerpräsidenten zahlreiche aktuelle Fragestellungen, unter anderem: Ist die Unterscheidung zwischen Wirtschafts- und Kriegsflüchtlingen gerechtfertigt? Welche Interventionsmöglichkeiten bestehen bei posttraumatischen Belastungsstörungen, gibt es dafür ausreichend ärztliche und seelsorgerische Ansprechpartner, stehen ausreichend Dolmetscher zur Verfügung? Wie können noch mehr Ärzte für das Bundesärztekammer-Curriculum „Standards zur Begutachtung psychisch-reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren“ interessiert werden? Ist die Schweigepflicht bei der Behandlung von Flüchtlingen gewährleistet? Wie kann die medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Zeiten von Ärztemangel nachhaltig sichergestellt werden?

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Für Kammerpräsident Dr. Clever war die Debatte eine besondere Herausforderung, denn neben der Darstellung von Positionen der Ärzteschaft zu diesen und anderen Fragen, äußerte er sich für die Ärztekammer nicht nur allgemeinpolitisch sondern ergänzend dazu auch mit persönlicher Meinung. Es entspann sich eine lebendige Diskussion, in der auch Integration und Toleranz eine wichtige Rolle spielten. Von Seiten der Teilnehmer wurde besonders das Engagement der baden-württembergischen Ärzteschaft in der medizinischen Versorgung von  Flüchtlingen gelobt. Dr. Clevers Fazit: „Es ist nach meiner Überzeugung wichtig für die Ärzte zu zeigen, dass sie die Menschenrechte interessieren.“

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letzte Änderung am 26.11.2015