Patientenberatung muss unabhängig bleiben

Landesärztekammer Baden-Württemberg warnt vor Einflussnahme der Krankenkassen

In der Diskussion um die Organisationsveränderungen bei Patientenberatung in Deutschland spricht sich die Ärzteschaft im Südwesten klar dafür aus, die bewährten Strukturen in Baden-Württemberg bei der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland“ (UPD) zu erhalten.

"Die Beratungsstellen der UPD in Stuttgart und Karlsruhe sind wichtige Anlaufstellen für Patienten und Bürger. Sie bieten kompetente und unabhängige Beratung bei vielen Fragen rund um die gesundheitliche Versorgung in Baden-Württemberg. Dabei ist für viele - insbesondere ältere - Patienten die persönliche Betreuung durch Ansprechpartner vor Ort besonders wichtig", betont Kammerpräsident Dr. Ulrich Clever.

Die Entscheidung des Spitzenverbandes der Krankenkassen, dass in Zukunft die gesetzlich vorgesehene Beratung durch einen Callcenter-Anbieter erfolgen soll, sei nicht im Sinne der Patientinnen und Patienten im Lande: "Wir brauchen die neutrale Patientenberatung durch unabhängige Institutionen. Wir befürchten künftig weniger Neutralität und stärkere Einflussnahme durch die Krankenkassen. Deshalb fordern wir insbesondere den Patientenvertreter der Bundesregierung Laumann und alle anderen Beteiligten auf, diese Entscheidung umgehend zu revidieren."

Hinweise für die Redaktionen:
Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist es primäre Aufgabe der Ärztekammer, die beruflichen Belange ihrer Mitglieder wahrzunehmen. Hinzu kommt die Beratung von Politik und Verwaltung, die Förderung des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung und die Förderung der ärztlichen Fort- und Weiterbildung. Außerdem ist die Standesvertretung verantwortlich für die Entwicklung und Anwendung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung der ärztlichen Berufsausübung, die Überwachung der Berufspflichten der Mitglieder, das Einsetzen der Berufsgerichtsbarkeit sowie die Organisation des Ausbildungswesens der Arzthelferinnen.

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letzte Änderung am 23.07.2015