Ärzteschaft kritisiert Testpflicht für Praxis-Teams nach § 28 b Abs. 2 IfSG

Kammerpräsident Dr. Wolfgang Miller: "Die regelmäßige Testpflicht überzieht gerade diejenigen, die in der ersten Reihe stehen im Kampf gegen die Infektion mit einer zusätzlichen unnötigen Bürokratiewelle." Die Landesärztekammer Baden-Württemberg fordert daher die Verantwortlichen im Bund und Land dazu auf, umgehend diesen Schritt zu überdenken.
 
Die Bundesärztekammer hat sich heute bereits in einem Schreiben an die Bundesregierung gewandt. Darin bittet sie Spahn "dringend" im Namen aller Kolleginnen und Kollegen, sich für eine Änderung des § 28 b Abs. 2 IfSG einzusetzen. Im Schreiben heißt es:

Mit "größter Verwunderung" hat die Bundesärztekammer (BÄK) die Regeln zur Testung des Praxispersonals zur Kenntnis genommen, die sich aus der aktuellen Änderung des Infektionsschutzgesetzes ergeben.

"Es ist völlig unverständlich und medizinisch nicht nachvollziehbar, warum 3-fach geimpfte Teams einer Praxis täglich getestet werden sollen. Zudem sollen dann noch die Ergebnisse an völlig überlastete Gesundheitsämter gemeldet werden. Hinweisen müssen wir außerdem darauf, dass hierfür nicht ausreichend Testmaterial zur Verfügung stehen wird", heißt es in einem Schreiben der BÄK an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Und weiter: "Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit ihren Teams am Limit, lassen sich von unbelehrbar Ungeimpften beschimpfen und halten - nebenbei - die Versorgung aufrecht. Was passiert, wenn diese Berufsgruppen nun aufgeben?"

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letzte Änderung am 24.11.2021