Röntgen während der Coronakrise: Erleichterung der Stellung der rechtfertigenden Indikation

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat eine Lockerung der Fachkundeanforderungen bekannt gemacht. Sie gilt für im klinischen Betrieb tätige Ärztinnen und Ärzte im Hinblick auf die erforderliche praktische Erfahrung und die Teilnahme an anerkannten Kursen für das Stellen der rechtfertigenden Indikation bei diagnostischen Untersuchungen mit Röntgenstrahlung:

"Eine ausreichende praktische Erfahrung ist bereits dann gegeben, wenn die Ärztin oder der Arzt zirka die Hälfte der für das jeweilige Anwendungsgebiet erforderlichen Sachkundezeiten absolviert hat. Zudem ist der erfolgreiche Abschluss des Grundkurses im Strahlenschutz ausreichend. Auf den erfolgreichen Abschluss der einschlägigen Spezialkurse wird verzichtet."

Die Lockerungen bezüglich der Sachkunde und der Teilnahme an Spezialkursen für „auszubildende Ärztinnen und Ärzte“ gelten nur für den Zeitraum der Corona-Pandemie. Ärztinnen und Ärzte sollen in die Lage versetzt werden, schnellstmöglich tätig zu werden. Es werden keine Fachkundebescheinigungen ausgestellt. Es ist kein gesonderter Antrag oder eine formelle Bescheinigung über den Teilerwerb der Fachkunde bei der Landesärztekammer erforderlich.

Die Überprüfung des Vorliegens der Voraussetzungen liegt im Augenblick ausschließlich bei der Person, die die entsprechenden Ärztinnen und Ärzte einsetzt.

Für die so eingesetzten Ärztinnen und Ärzte können nach Beendigung der Krise nur dann Fachkundebescheinigungen durch die Landesärztekammer ausgestellt werden, wenn dann alle notwendigen Nachweise erbracht werden (alle notwendigen Kurse und der Nachweis ausreichender Sachkunde).

Die während der Krise durchgeführten Untersuchungen können zum Erwerb der praktischen Erfahrung (Sachkunde) anerkannt werden, allerdings nur dann, wenn

  • der Erwerb der nachzuweisenden praktischen Erfahrung (Sachkunde) durch diejenige Person schriftlich bestätigt wurde, in deren Verantwortungsbereich oder unter deren Aufsicht die auszubildenden Ärztinnen und Ärzte die praktische Erfahrung erworben haben und dabei
  • Zeitraum und Anwendungsgebiet in geeigneter Weise dokumentiert wurden.

Den betroffenen Ärztinnen und Ärzten wird daher empfohlen, die Bestätigung der praktischen Erfahrung (Sachkunde) als Nachweis für den späteren Erwerb bzw. die Bescheinigung der erforderlichen der Fachkunde im Strahlenschutz samt der angesprochenen Dokumentation sorgfältig aufzubewahren und bei der Antragstellung mit einzureichen.

Das Stellen der rechtfertigenden Indikation ist den betroffenen Ärztinnen und Ärzte nach der Corona-Pandemie nicht mehr gestattet, bis sie die Fachkunde im Strahlenschutz auf dem üblichen Wege erlangt haben.

Weitere Details sind auf unserer Corona-Sonderseite zu finden.

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letzte Änderung am 03.04.2020