Die meisten werden Hausärzte

Aktuelle Ärztestatistik 2019 für Baden-Württemberg veröffentlicht

Insgesamt 234 Ärztinnen und Ärzte haben im Jahr 2019 die Facharztprüfung für Allgemeinmedizin abgelegt. Auf dem zweiten Platz folgten die Facharztanerkennungen für Innere Medizin (223) und für Anästhesiologie (188) auf dem dritten Platz. Schon 2018 war die Facharztanerkennung für Allgemeinmedizin ganz vorn - damals waren es 238 Anerkennungen, ebenfalls gefolgt von Innerer Medizin (226) und Anästhesiologie (155). Noch 2017 hatte das Fachgebiet Innere Medizin die meisten Anerkennungen (217), Allgemeinmedizin belegte damals Platz 2 (198).

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Baden-Württembergs Klinikärztinnen und Klinikärzte haben sich ebenfalls in der Coronazeit bewährt, (Intensiv-) Kapazitäten für COVID-19-Patienten geschaffen und deren bestmögliche Versorgung sichergestellt. Auch in diesem Bereich vermeldet die Statistik eine steigende Tendenz: Zum Jahresende 2019 arbeiteten 25.941 Ärztinnen und Ärzte im stationären Sektor. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres 2018 waren es 25.184 (2017: 25.039). „Wir haben gesehen, welch zentrale Bedeutung den Klinikärztinnen und Klinikärzten dabei zukommt, eine Pandemie in Schach zu halten und Leben zu retten. Auch dies wird dem ärztlichen Nachwuchs zeigen, dass Arbeit im Krankenhaus sehr erfüllend sein kann“, stellt der Kammerpräsident heraus.

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Generell gibt es immer mehr Ärztinnen und Ärzte im Land. Zum 31. Dezember 2019 registriert die aktuelle Statistik insgesamt 69.199 Medizinerinnen und Mediziner (bis heute ist die Marke von 70.000 bereits überschritten); berufstätig waren 51.179 unter anderem in Praxen, Versorgungszentren, Kliniken und Behörden. Gegenüber dem Jahresende 2018 ist dies ein Gesamt-Plus von 1,8 Prozent – damals waren es 67.952 Ärztinnen und Ärzte (berufstätig: 50.173, das Plus bei den Beschäftigten beträgt zwei Prozent). Für 2017 lagen die Werte bei 66.673 beziehungsweise 49.348 Berufstätigen.

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Auch die wichtige Rolle der Ruheständler hat sich aktuell durch Corona gezeigt: So unterstützen viele von ihnen im Frühjahr 2020 Behörden und Kliniken dabei, Testabstriche vorzunehmen, Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln und Patienten zu versorgen. Zuvor hatte die Landesärztekammer freiwillige Ruheständler an Bedarfsträger wie Gesundheitsämter und Landkreise vermittelt.

Der Anteil der Frauen in der berufstätigen Ärzteschaft ist ebenfalls wieder gestiegen. Zum Jahresende 2019 verzeichnete die Statistik insgesamt 23.721 - ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr (23.025; der Wert für 2017 liegt bei 22.465). Für den Langzeitvergleich: Zehn Jahre zuvor, am 31. Dezember 2009, zählte Baden-Württemberg 16.750 berufstätige Ärztinnen - fast 7.000 weniger als heute.

Noch ein Trend ist festzustellen - diesmal in entgegengesetzter Richtung: Der Anteil der selbstständigen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit eigener Praxis nimmt weiter ab. Ende 2019 lag der Anteil der Niedergelassenen an allen berufstätigen Medizinern bei 29,5 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 30,5 Prozent, 2017 waren es 31,2 Prozent. Ausgeglichen wird diese Entwicklung durch eine Zunahme von angestellten Ärztinnen und Ärzten im ambulanten Sektor. Dieser baden-württembergische Trend hin zur Anstellung in Praxen, Kliniken oder Medizinischen Versorgungszentren entspricht dem Bundestrend.

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letzte Änderung am 02.07.2020

Dr. med. Oliver Erens

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