Wie kommt es zu Blasenkrebs?

Unter einem Blasenkarzinom, präziser einem Harnblasenkarzinom, versteht man einen bösartigen Tumor, der in der Harnblase entsteht. Dieser Tumor breitet sich an der Innenhaut der Blase aus. Etwa 15.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Blasenkrebs, darunter etwa dreimal so viele Männer wie Frauen. Meist tritt die Erkrankung nach dem 65. Lebensjahr auf. Risikofaktoren für die Entstehung von Blasenkrebs sind unter anderem Berufsbelastung mit bestimmten Chemikalien (Farbstoffe, Lösungsmittel und Gerbstoffe), Tabakkonsum, regelmäßiger Schmerzmittelgebrauch sowie chronische Blasenentzündungen.

Anfangs wuchert nur die oberflächliche Schleimhautschicht. Davon merkt der Betroffene meist nichts, aber es kann zu Schleimhaut-Blutungen kommen, wodurch sich der Urin rötlich verfärbt. Blut im Urin ist allerdings in den meisten Fällen kein Zeichen für einen Blasentumor, sondern weitaus häufiger Ausdruck einer Harnwegsinfektion.

Liegen Risikofaktoren (s.o.) vor, sollte eine Blasenspiegelung vorgenommen werden. Dabei wird ein Endoskop durch die Harnröhre in die Blase vorgeschoben. Falls ein Blasentumor entdeckt wird, hängt die Behandlung davon ab, wie weit der Krebs sich ausgebreitet hat. Ist er nur oberflächlich gewachsen, dann wird die Geschwulst mit Instrumenten durch das Endoskop hindurch entfernt. Anschließend werden krebshemmende Medikamente, so genannte Zytostatika, in die Blase geleitet.

Ist der Krebs schon in tiefere Schichten der Blasenwand vorgedrungen, ist eine Operation unumgänglich. Dabei kann es notwendig sein, die Blase vollständig zu entfernen und aus einer Darmschlinge eine neue Blase zu bilden. Manchmal muss ein künstlicher Urinausgang angelegt werden.

Das beste Mittel im Kampf gegen Krebs ist die Früherkennung. Für Blasenkrebs gibt es keine regelmäßigen Früherkennungsprogramme wie sie beispielsweise für Brust-, Gebärmutterhals-, Darm- oder Prostatakrebs von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden. Deshalb ist jeder Einzelne gefordert, auf seine Gesundheit und auf Veränderungen seines Körpers zu achten und beizeiten zum Arzt zu gehen. Dies gilt besonders für Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, an Blasenkrebs zu erkranken.

Unser Surftipp zum Thema:

Selbsthilfebund Blasenkrebs e.V.
www.harnblasenkrebs.de/

letzte Änderung am 16.02.2004

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