Was ist Albinismus?

Albinismus ist die Bezeichnung für eine Gruppe angeborener Stoffwechselerkrankungen, die zu einer Störung der Melaninbildung führen. Melanin ist ein dunkles Pigment, ein Farbstoff, der in Haut und Haaren vorkommt. Er schützt den Körper, indem er die Sonnenstrahlen absorbiert. Unter dem Einfluss von UV-Strahlen wird in der Haut Melanin gebildet, und die Haut wird dunkler. Ist die Pigmentbildung jedoch gestört, dann bleibt die Haut hell. Und damit ist sie empfindlicher für die Sonnenstrahlung - die Sonnenbrandgefahr steigt.

Melanin befindet sich normalerweise auch in der Netzhaut und in der Iris des Auges. Dort hat die Pigmentschicht einige wichtige Funktionen beim Sehvorgang. Deshalb können Menschen mit Albinismus eine Vielzahl von Veränderungen am Auge haben: Durch das Fehlen des Pigments in der Iris besteht eine stark erhöhte Blendempfindlichkeit. Außerdem tritt bei Menschen mit Albinismus ein Nystagmus (Augenzittern) auf, der vermutlich einen störenden Einfluss auf das Sehvermögen hat und dessen Ursache noch nicht geklärt ist. Außerdem kann der Verlauf der Sehnerven durch das Gehirn bei Menschen mit Albinismus verändert sein; dies ist der Grund für ein häufig fehlendes räumliches Sehen und Schielen.

Die angebliche "roten Augen" bei Albinismus sind in Wirklichkeit blau oder grau. Der Eindruck von "roten Augen" entsteht durch die Reflektion des Lichts an der rötlichen Netzhaut, da die Iris ja kaum pigmentiert ist. Was also das Leben von Menschen mit Albinismus wirklich behindert, ist die Sehschwäche, die auch durch Brillengläser nicht korrigiert werden kann. Sie sind besonders blendungsempfindlich, stark kurz- oder weitsichtig, und die Sehschärfe ist deutlich eingeschränkt. Sie brauchen besondere Sehhilfen wie beispielsweise Vergrößerungsgläser, um Kleingedrucktes zu entziffern.

In Deutschland leiden etwa 5.000 Menschen an Albinismus. Die Erkrankung kann von Eltern auf Kinder vererbt werden und ist ursächlich nicht heilbar. Entgegen der landläufigen Meinung hat Albinismus aber keinen negativen Einfluss auf die geistige Entwicklung von Menschen.

letzte Änderung am 01.05.2009

Die Verkehrsmedizin widmet sich Erkrankungen und Behinderungen, die zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit führen. Auch Medikamente und Drogen können die Verkehrstauglichkeit mindern.

Hier finden Sie verkehrsmedizinisch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte.