Universell gängige konische Kegelverbindungen sollen flächendeckend ersetzt werden

Umstellung von Luer-Verbindungen

Das Luer-System, ein genormtes Verbindungssystem für Schlauchsysteme im medizinischen Bereich, wird flächendeckend umgestellt. Die Umstellung der konischen Kegelverbindungen geht auf Empfehlungen zurück, die gemeinsam vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und der Arbeitsgruppe Medizinprodukte (AGMP) der Bundesländer ausgearbeitet wurden. Betroffen sind universell gängige Verbindungen wie beispielsweise zwischen Spritzen, Kanülen, Kathetern, Infusionsschläuchen, Mehrwegehähnen oder Spinalnadeln. Die bisherigen Luer-Verbindungen sollen künftig nur noch transdermalen und intravaskulären Anwendungen vorbehalten sein.

Die Medizinproduktehersteller werden in den kommenden Monaten neue Verbindungstypen auf den internationalen wie auch auf den deutschen Markt bringen. Vorgesehen sind spezifische Anschlüsse jeweils für respiratorische Systeme, enterale Ernährung, plethysmografische Blutdruckmessung und neuroaxiale Anwendungen. Ziel der Umstellung ist die Minimierung von Verwechslungsrisiken durch mechanisch zwar passende, aber medizinisch nicht vorgesehene und somit für den Patienten möglicherweise lebensbedrohliche Verbindungen.

Hersteller müssen seit Ende 2016 aus Risikogründen bei sehr vielen Medizinprodukten die Luer-Verbinder auf vertauschungssichere Anschlüsse umstellen. So sehr die verwechslungssichere Trennung von Anwendungsbereichen letztendlich die Patientensicherheit erhöht, so sehr birgt die Phase der Umstellung eigene und neue Risiken. So können beispielsweise ein zeitweises Nebeneinander von neuen und alten Verbindungen oder eine innerhalb oder zwischen klinischen Einrichtungen nicht abgesprochene Umstellung zu Gefahren im Versorgungsablauf führen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. hat daher eine kostenlose Hilfestellung zur Begleitung des Umstellungsprozesses veröffentlicht.

Verantwortung für die Umstellung tragen nicht nur die Hersteller, sondern auch Ärztinnen und Ärzte als Betreiber der Medizinprodukte. Es gehört zu den Aufgaben des Qualitäts- beziehungsweise Risikomanagements einer Praxis, Klinik oder sonstiger medizinischer Versorgungseinrichtungen, die Risiken der Umstellung zu minimieren.

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letzte Änderung am 23.01.2017