Antrag zur Weiterentwicklung der Versorgung chronisch psychisch Kranker (23.07.2016)

Das Präsidium der Landesärztekammer Baden-Württemberg wird gebeten, auf die Landesregierung/Sozialministerium BW einzuwirken, die politischen Vorgaben dahingehend zu entwickeln und sich dafür einzusetzen, die Hemmnisse in der Versorgung und der Teilhabe im beruflichen und sozialen Bereich für die chronisch psychisch kranken Patienten zugunsten eines ganz grundsätzlich inklusiven Versorgungsansatz abzubauen.

Begründung:

Eine Vielzahl im Weiteren chronisch verlaufende psychische Erkrankungen beginnen bereits im Jugendalter. Es bedarf des klaren politischen Signals, für den Ausbau der Früherkennung und damit verbundener frühzeitiger Intervention und Vermeidung von Exklusion durch  einen gezielten den Erkrankungen adäquaten spezifischen Behandlungsansatz. Elemente dabei  sind nachgewiesener Maßen psychotherapeutische, sozialmedizinische,  familien- schul- und ausbildungsunterstützenden Anteile bereits im Rahmen einer akutmedizinischen Versorgung.

Die derzeitige Entwicklung des Landespsychiatrieplanes bietet die Gelegenheit, die politische Ausrichtung in der Versorgung neu und klar zu formulieren. Die Versorgung ist  bisher durch Schnittstellenprobleme, Kostenträgerzuständig-keitsprobleme, Sonderversorgungseinrichtungen für Rehabilitation und damit exklusiven Einrichtungen gekennzeichnet und ist damit in ihrer Ausschließlichkeit nicht mehr zeitgemäß. In der Förderung von Teilhabe und der Betonung inklusiver Bemühungen liegt das Potential die gravierenden Krankheitsfolgen einzudämmen.

Stand: 28.07.2016

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letzte Änderung am 28.07.2016