Ausschuss Sucht und Drogen bei der Bundesärztekammer - Antrag auf Wiederherstellung (23.07.2016)

Der Vorstand der Landesärztekammer Baden-Württemberg wird beauftragt, bei der Bundesärztekammer die erneute Einrichtung des Ausschusses "Sucht und Drogen" (mit Beteiligung von den Landesärztekammern entsandten Vertretern) voranzutreiben.

Begründung:

Beim Deutschen Ärztetag 2016 in Hamburg war bereits der Antrag auf Wiedereinsetzung der Ausschüsse Suchtmedizin und Prävention in der alten Form gestellt, jedoch letztlich als Vorstandsüberweisung behandelt und mittlerweile vom Vorstand der Bundesärztekammer abgelehnt worden.

Diese Entscheidung ist bei "Vorstandsüberweisung" erwartbar gewesen, war doch just vom Vorstand der Bundesärztekammer die Einschmelzung  eben dieser Ausschüsse ein Jahr zuvor selbst vorgetragen worden.

Die Nichtbeteiligung der Landesärztekammern an den Ausschuss- oder Arbeitsgruppensitzungen bedeutet einen mehrfachen Verlust im Hinblick auf die inhaltliche Arbeit. So geht der Informationsfluss aus den Ländern zur Bundesärztekammer und vice versa von der Bundes- auf die Länderebene  deutlich eingeschränkter von statten und schadet somit der inhaltlichen Arbeit in dem sowohl medizinisch wie politisch wichtigen Feld der Suchtmedizin.

Die Einschmelzung der Ausschüsse erfolgte zudem in einer Zeit, in der suchtmedizinische Fragestellungen erneute und vermehrte Bedeutung haben. Die Anzahl der Drogentoten steigt seit 3 Jahren wieder, die Zahl der an einer Abhängigkeitserkrankung leidenden Menschen ist unvermindert hoch, neue Herausforderungen durch international agierender Akteure im Bereich illegaler Substanzen kommen auf die Gesellschaft und die medizinische Versorgung zu.

Die Einschmelzung des Ausschuss Sucht und Drogen und damit die Behinderung der Informationsflüsse und des Austauschs auf Kammerebene erfolgte zudem zu einem Zeitpunkt, in dem wichtige suchtmedizinische Gesetzesentwicklungen im Raum standen und weiter stehen werden wie z.B. die Substitution mit Novellierung der BtmVV, Cannabis als Medizin, Legalisierung von Cannabis, NPS (Neue psychoaktive Substanzen) Gesetzgebung, Tabakwerbeverbot.

Der Ausschuss "Suchtmedizin" der Landesärztekammer hat sich in seiner Sitzung am 15.6.2016 für die Wiedereinsetzung des Ausschusses ausgesprochen.

Stand: 28.07.2016

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letzte Änderung am 28.07.2016