Strukturierte Medizinische Versorgung von Flüchtlingen (23.07.2016)

Die Landesregierung Baden-Württemberg wird aufgefordert, ein flächendeckendes Konzept zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen vorzulegen.

Begründung:

Nach dem definierten Leistungsumfang im Rahmen der Erstsichtung von Flüchtlingen in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen ist die weitere medizinische Versorgung in der kommunalen Unterbringung und Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in den meisten Fällen Einzelinitiativen vor Ort und dem (oft ehrenamtlichen) Engagement von Kolleginnen und Kollegen überlassen. Die medizinische Versorgung stellt teilweise eine völlige Überlastung bestehender (kassenärztlicher) Strukturen dar. Es muss davon ausgegangen werden, dass eine nicht unerhebliche Unterversorgung in der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen besteht.

Das vorgeschlagene Konzept der kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg zur Einrichtung einer strukturierten medizinischen Versorgung wurde von der Landesregierung Baden-Württemberg nicht angenommen. Eine eigene Konzeption zur strukturierten medizinischen Versorgung von Flüchtlingen wurde seitens der Landesregierung bislang nicht vorgelegt.

Es ist insofern dringend erforderlich, ein einheitliches und flächendeckendes Konzept der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen zu etablieren. Die derzeitige Reduktion der Flüchtlingszahlen ist ebenso wie das hohe Engagement ehrenamtlicher Kolleginnen und Kollegen nicht geeignet, eine ausreichende und umfassende medizinische Versorgung von Flüchtlingen zu sichern.

Stand: 28.07.2016

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letzte Änderung am 28.07.2016