Masterplan Medizinstudium 2020 (23.07.2016)

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag einen "Masterplan Medizinstudium 2020" angekündigt, der Maßnahmen für eine zielgerichtete Auswahl der Studienplatzbewerber, zur Förderung der Praxisnähe und zur Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium festlegen soll. Eine entsprechende Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll bis Mitte 2016 ein Reformkonzept für das Medizinstudium der Zukunft vorlegen. Es liegen zahlreiche Stellungnahmen vor. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg unterstützt folgende Positionen:

  • Die Humanmedizin muss als herausragendes Studium mit hohem wissenschaftlichem Anspruch weiter entwickelt werden, die wissenschaftliche Kompetenz im Medizinstudium darf nicht geschwächt werden. Eine Verkürzung der Studiendauer auf unter 6 Jahre wird abgelehnt.
  • Anpassung der Kapazitätsverordnung
  • Erhöhung der Studienplatzkapazitäten
  • Etablierung von individuellen Auswahlverfahren an den Universitäten sowie Berücksichtigung von weiteren Auswahlkriterien, wie z.B. abgeleistete Praktika, freiwilliges soziales Jahr
  • Einführung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin an allen medizinischen Fakultäten
  • Ausbau an PJ-Möglichkeiten in der Allgemeinmedizin


Begründung:

Die Überarbeitung des Medizinstudiums ist vor dem Hintergrund des Ärztemangels notwendig und wichtig. Die erste Approbationsordnung wurde 1970 erlassen, die aktuelle Approbationsordnung stammt aus dem Jahr 2002. Änderungen der Approbationsordnung wirken sich erst mit einer zeitlichen Verzögerung von 15 Jahren in der ärztlichen Versorgung aus: nämlich dann, wenn Studenten nach der neuen Gesetzeslage ihre medizinische Ausbildung beendet haben.

Stand: 28.07.2016

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letzte Änderung am 28.07.2016