Netzwerk für Transplantationsbeauftragte

Multidisziplinäre Plattform für Meinungsaustausch und Zusammenarbeit

Ende Oktober wurde die Gesellschaft der Transplantationsbeauftragten in Baden-Württemberg in einer offiziellen Gründungssitzung ins Leben gerufen. Die Gründungsmitglieder möchten ihren "Mit-" Transplantationsbeauftragten, die nach dem Landesausführungsgesetz in den Krankenhäusern mit Intensivstationen bestellt wurden, eine multidisziplinäre Plattform zum Meinungsaustausch und zur intensiven Zusammenarbeit bieten. Somit kann das Profil dieser wichtigen Aufgabe weiter gestärkt werden.

Die unabhängige ärztliche Funktion des „Transplantationsbeauftragten“ ist ein wichtiger Baustein in der "Gemeinschaftsaufgabe Organspende". Transplantationsbeauftragte leisten kollegiale Unterstützung für die intensivmedizinischen Teams in Situationen des drohenden "Hirntodes", der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, aber auch bei der Entscheidungsfindung mit den Angehörigen, ob Organspende eine Option in der intensivmedizinischen Betreuung am Lebensende sein kann. Dies schließt neben formalen ein breites Spektrum medizinischer, ethischer, juristischer und auch logistischer Fragestellungen ein. Den Mitgliedern der neu gegründeten Gesellschaft ist es ein Anliegen, die Rahmenbedingungen in den Krankenhäusern hierfür weiterzuentwickeln, aber in Zukunft auch Erkenntnisse zu gewinnen, wie Organspende unabhängig von der freien, persönlichen Entscheidung jedes Einzelnen gefördert werden kann.

Die Gesellschaft für Transplantationsbeauftragte Baden-Württemberg e. V. sieht sich auch als Ansprechpartner für andere Verbände und Institutionen, die sich mit den komplexen und kontroversen Themen "Hirntod", die Organspende-Option als integraler Bestandteil der Intensivmedizin am Lebensende und den qualifizierten Abläufen in den Krankenhäusern beschäftigen.

Alle im Vorfeld befragten Transplantationsbeauftragten in Baden-Württemberg hatten die Gründung eines solchen Netzwerkes begrüßt. Nun freuen sich die Gründungsmitglieder auf Zuwachs. Ein erster Dialog mit Transplantationsbeauftragten auf Einladung der Landesärztekammer Baden-Württemberg ist für den 16. Januar 2016 in Stuttgart geplant. Alle bestellten Transplantationsbeauftragten sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen und sich anzumelden. Ansprechpartnerin hierfür ist Nadja Komm, ärztliche Transplantationsbeauftragte und Inhousekoordinatorin am Universitätsklinikum Heidelberg (Nadja.Komm@med.uni-heidelberg.de).

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letzte Änderung am 09.12.2015